Zweite Liga

Union-Torwart Jakob Busk steckt im Dilemma

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Michael Färber
Der Däne Jakob Busk wechselte in der Winterpause vom FC Kopenhagen zu Union

Der Däne Jakob Busk wechselte in der Winterpause vom FC Kopenhagen zu Union

Foto: dpa Picture-Alliance / Thienel /Eibner-Pressefoto / picture alliance / Eibner-Presse

Unions dänischer Torwart Busk hat sich längst als Nummer eins beim Zweitligisten etabliert. Doch im Sommer zieht es ihn nach Brasilien.

Berlin.  Die zwei freien Tage, die Union-Trainer André Hofschneider seinem Team nach dem Sieg gegen Bochum (1:0) gönnte, wird Jakob Busk dazu nutzen, um in einem schwedischen Möbelhaus die Einrichtung seine Wohnung zu vervollständigen. Der dänische Torwart des Berliner Fußball-Zweitligisten wird genau wissen, was er noch benötigt, um sich in den heimischen vier Wänden wohl zu fühlen.

Keine Frage, Jakob Busk, in der Winterpause vom dänischen Erstligisten FC Kopenhagen an die Alte Försterei gewechselt und mit einem Vertrag bis 2017 ausgestattet, ist längst bei den Köpenickern angekommen. Im Tor hat er die langjährige Nummer eins, Daniel Haas, abgelöst.

In neun der vergangenen zehn Halbzeiten blieb der 22-Jährige ohne Gegentreffer. „Wir lassen nicht viele Chancen zu, da ist es nicht schwer, den Kasten sauber zu halten“, sagte Busk. Die sechs Gegentore in 45 Minuten beim 2:6 in Nürnberg verbuchte er unter der Kategorie: „Das ist Fußball und kann jedem Team passieren.“

Er hat gelernt, mit Niederlagen umzugehen

Es spricht für den 1,89-Meter-Mann, dass er diesen Tag der offenen Tür schnell verarbeitet hat. „Jedes Mal, wenn dich jemand zu Boden schlägt, musst du deinen Charakter zeigen und wieder aufstehen“, sagte Busk.

Das war auch bei ihm nicht immer so: „Ich habe das in meiner Kopenhagener Zeit gelernt.“ In einem Spiel im März 2014 gegen den damaligen Spitzenreiter FC Midtjylland, um genau zu sein. „Zwei Minuten vor dem Anpfiff wurde mir gesagt, dass ich spielen würde, weil sich unser Stammkeeper verletzt hat. Ich habe gespielt, ohne mich groß warmzumachen. Ich war 19 Jahre alt und wir verloren 1:5. Davon habe ich viel gelernt“, erzählte Busk.

Niederlagen, vor allem solche wie in Nürnberg, versucht er nun weniger emotional zu nehmen.

Mit Dänemark für Olympia qualifiziert

Alles könnte also in bester Ordnung sein – wenn da nicht der Sommer vor der Tür stehen würde. Und mit ihm die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro, für die sich Dänemark durch den Sprung ins Halbfinale bei der U21-Europameisterschaft im vergangenen Jahr in Tschechien qualifiziert hat. Als Stammtorwart jener Mannschaft ist Busk natürlich auch ein Kandidat für eine Olympia-Nominierung – vorausgesetzt, der neue Trainer Niels Frederiksen nominiert ihn auch.

Vom 5. bis 21. August blickt die Sportwelt nach Brasilien, und Busk wäre sicher gern auch Teil der olympischen Familie. Nur: Am 5. August beginnt auch die neue Zweitliga-Saison. „Es ist ein Dilemma. Einerseits möchte ich schon bei den Olympischen Spielen dabei sein, andererseits würde ich einige Spiele unter dem neuen Coach verpassen“, verdeutlichte Busk.

In zwei Punkt- sowie im Erstrundenspiel des DFB-Pokals würde er fehlen, dazu einen Teil der Vorbereitung unter dem neuen Union-Coach Jens Keller versäumen.

Status als Nummer eins wäre gefährdet

Ganz zu schweigen davon, dass auch sein Status als Nummer eins dann weg sein könnte. Eine Verlängerung des Vertrages mit Konkurrent Haas, dessen Kontrakt am Saisonende ausläuft, scheint unwahrscheinlich. Unions Nummer drei, Mohamed Amsif (Vertrag bis 2017), hat sich schon gegen Busk und Haas nicht durchsetzen können. Folglich wird sich Union um einen neuen Torwart mit entsprechender Qualität bemühen, um den Angriff auf die Top 20 in Deutschland angehen zu können.

„Es ist ja nicht nur meine Entscheidung, sondern auch die Entscheidung des Vereins“, sagte Busk mit Blick auf Rio. „Natürlich ist es um einiges einfacher, wenn der Klub sagt: Wir haben damit kein Problem.“ Dass internationale Erfahrung nur hilfreich sein kann, wird man auch beim Zweitligisten wissen.

„Man muss sorgfältig überlegen und als Spieler entscheiden, was das Beste für einen ist“, sagte Busk. Möbel kaufen ist da sicherlich einfacher.