1.FC Union

Gegen Bochum gibt es jetzt das Wettschießen

Im Duell der Torjäger fordert Unions Bobby Wood am Freitag den nach Bochum abgewanderten Simon Terodde heraus. Ein Vergleich.

Simon Terodde (M.) spielte einst beim 1. FC Union gemeinsam mit Roberto Puncec (r.) zusammen. Jetzt sind die beiden Profis Rivalen. Das Hinspiel, bei dem auch Benjamin Kessel (l.) mitwirkte. endete im vergangenen November 1:1

Simon Terodde (M.) spielte einst beim 1. FC Union gemeinsam mit Roberto Puncec (r.) zusammen. Jetzt sind die beiden Profis Rivalen. Das Hinspiel, bei dem auch Benjamin Kessel (l.) mitwirkte. endete im vergangenen November 1:1

Foto: firo Sportphoto/Ralf Ibing / picture alliance / augenklick/fi

Berlin.  Der eine trägt die Nummer 15, der andere die 23 auf dem Rücken. Das kann Zufall sein. Oder Aberglaube. Bobby Woods Trikotnummer beim 1. FC Union dokumentiert die Anzahl der Saisontore, die nötig gewesen waren, um sich den Vereinsrekord zu sichern. Inzwischen hat es der US-Nationalspieler auf 17 Treffer gebracht.

Die 23 von Simon Terodde kann ebenfalls als Marke verstanden werden, die der Angreifer des VfL Bochum in seiner Karriere einmal erreichen wollte. Derzeit hat der Ex-Unioner 20 Tore auf seinem Konto und führt damit die Torjägerliste der Zweiten Liga zusammen mit dem Freiburger Nils Petersen an.

Am Freitag (18.30 Uhr) kommt es in der Alten Försterei nun zum Aufeinandertreffen der zwei Top-Torjäger und zum direkten Duell um die Torjägerkanone des Bundesliga-Unterhauses.

„Beide spüren in dieser Saison das Vertrauen ihrer Trainer“

Bei der Analyse der Frage, warum beide Profis in dieser Saison die Garanten dafür sind, dass ihre Klubs im oberen Tabellendrittel stehen, kommt André Hofschneider zu einem ganz klaren Ergebnis. „Beide spüren in dieser Saison das Vertrauen ihrer Trainer“, sagte der Union-Coach.

Er muss es wissen, schließlich arbeitet Hofschneider seit dieser Saison mit Wood zusammen, erst als Co-Trainer unter Norbert Düwel und Sascha Lewandowski, seit März als Übergangschef. Bereits von 2011 bis 2014 hatte der Berliner zudem als Assistent von Trainer Uwe Neuhaus mit Terodde zu tun. „Außerdem sind beide sehr ehrgeizig, das verbindet sie“, so Hofschneider weiter.

Eben weil Terodde vor zwei Jahren nicht mehr den Rückhalt bei Union gespürt hatte, zog es ihn zurück in den Westen, wo er als Jugendspieler des 1. FC Köln seine ersten Schritte im Profibereich getan hatte. Ähnlich wie Wood in dieser Saison reifte Terodde bei Union zum Profi.

Beide loben die Unterstützung durch ihre Klubs

In Bochum hat er sich nun mit seinen Toren in den Kreis jener Profis gespielt, der auch in Liga eins für Aufmerksamkeit sorgt. Und der gebürtige Bocholter bestätigt die Einschätzung seines Ex-Coaches hinsichtlich der Rückdeckung in dieser Spielzeit: „In der Phase, in der ich nicht getroffen hatte, hat mir der Trainer (Gertjan Verbeek, d.Red.) immer wieder ein positives Feedback gegeben und mich stark gemacht.“

Gleiches hört man von Wood, der in praktisch jedem seiner Statements von der Unterstützung spricht, die er bei Union bekommt. „Deswegen kann ich mein Potenzial abrufen“, so der gebürtige Hawaiianer. Dass Wood „irgendwann aufsteigen“ will, daraus hat er nie einen Hehl gemacht. Jeder Treffer bringt den US-Nationalspieler seinem Ziel ein Stückchen näher. Genau wie Terodde.

Dabei sind beide Profis keineswegs Stürmer des gleichen Typs. Wood kommt vor allem über seine Dynamik ins Spiel und zu Chancen. „Er ist noch geradliniger und zieht noch mehr zum Tor“, verdeutlichte Hofschneider. Bekommt Wood den Ball, sucht er oft den kürzesten Weg zum Tor.

Terodde ist abgeklärter

Außerdem bindet er mit seinen Dribblings stets zwei oder sogar drei gegnerische Verteidiger und öffnet seinen Mitspielern so auch wichtige Räume. Dass er dabei auch schon mal einen besser postierten Mitspieler übersieht, mag man seinen erst 23 Jahren zuschreiben.

Terodde wiederum wirkt mit seinen 28 Jahren inzwischen abgeklärter. „Er erarbeitet sich die Situationen mehr“, sagte Hofschneider, „und bei ihm merkt man auf Grund seines Alters die Stabilität und Konstanz in seinem Spiel.“ Schon in der vergangenen Saison kam Terodde auf 16 Tore.

Eines scheint bei beiden Stürmern jedoch sehr wahrscheinlich: der Weggang von ihren Klubs am Saisonende. An Wood, dessen Vertrag bei Union bis 2018 läuft, ist bereits Bundesligist Hamburger SV interessiert. Teroddes Vertrag in Bochum endet 2017.