Gegen Heidenheim

Heimsieg: Bobby Wood trifft und trifft und trifft

Der Superstürmer aus Hawaii ist auch beim 1:0 gegen Heidenheim Unions Sieggarant. Die Frage ist jedoch, wie lange noch.

Erzielte das Tor des Tages: Bobby Wood (l.)

Erzielte das Tor des Tages: Bobby Wood (l.)

Foto: Annegret Hilse / dpa

Berlin. Da stand Bobby Wood nun in den Katakomben des Stadion an der Alten Försterei und musste seine ganz persönliche Nachspielzeit über sich ergehen lassen. Mikrofon und Scheinwerferlicht hier, die gleiche Prozedur ein paar Schritte weiter nur wenige Minuten später, schließlich der Weg zur schreibenden Zunft – immer mit einem Lächeln im Gesicht, das vollste Zufriedenheit widerspiegelte.

Und dazu die Erklärung für sein Tor zum 1:0 (1:0) gegen den 1. FC Heidenheim, wie sie einfacher nicht sein kann. „Ich habe in diesem Moment einfach richtig gestanden“, sagte der Stürmer des 1. FC Union.

Den Vereinsrekord in Sachen Saisontore hat Wood bereits am vergangenen Spieltag mit seinem Doppelpack beim SC Paderborn (4:0) geknackt. Genug hat der 23-Jährige allerdings noch lange nicht. 17 Tore hat der US-Nationalstürmer nun erzielt.

„Ich habe in dieser Saison viel Vertrauen bekommen"

Weil er gegen Heidenheim in der 27. Minute eben goldrichtig stand, nachdem eine Ecke von Felix Kroos in den Strafraum gesegelt und von Michael Parensen per Kopf verlängert worden war. So durfte Wood selbst am 30. Spieltag der Zweiten Liga sogar noch eine Premiere feiern: einen Kopfballtreffer.

„Ich habe in dieser Saison viel Vertrauen bekommen, deshalb kann ich mein Potenzial abrufen und das Vertrauen mit Toren zurückzahlen“, sagte Wood.

Der Stürmer unterstrich ein weiteres Mal, welch ein Glücksfall er für die Köpenicker in der Saison 2015/16 ist. Und auch noch vier Spiele lang sein wird. Ob auch der neue Union-Trainer Jens Keller ab dem Sommer dann auf Woods Torriecher setzen kann, ist fraglich.

Die Bestimmung des Angreifers, der erst zu Saisonbeginn von 1860 München nach Berlin gewechselt ist und dessen Vertrag noch bis 2018 läuft, kann nur lauten: erste Liga.

Die Copa America ist Ziel des Stürmers – und die Bundesliga

„Sicher bin ich zu Union gekommen, weil der Verein irgendwann in die Bundesliga aufsteigen will. Das ist auch mein Ziel“, verdeutlichte Wood. Nur irgendwann ist für einen Stürmer, der gleich in seiner ersten Saison mit regelmäßigen Einsätzen zeigt, wie wertvoll er ist, zu wenig.

Es muss zu wenig sein für jemanden, der die Copa America Centenario im Juni als Nahziel hat und von der Teilnahme an einer Weltmeisterschaft mit dem US-Team von Coach Jürgen Klinsmann träumt.

Auf seine Zukunft angesprochen, ließ Wood nur wissen: „Ich konzentriere mich voll auf Union und auf die Copa.“ Mit Unions neuem Chefcoach Jens Keller habe er aber noch keinen Kontakt gehabt. „Er kommt ja auch erst in der neuen Saison. Ich habe aber viel Gutes von ihm gehört. Wichtig ist jetzt, dass wir uns auf die letzten vier Spiele konzentrieren und weiter gewinnen“, sagte der gebürtige Hawaiianer.

"Wir waren der glückliche Sieger"

Zumindest in der Alten Försterei gelingt dies in der Endphase der laufenden Spielzeit recht gut. Der Sieg gegen Heidenheim war der sechste Erfolg vor heimischem Publikum in Serie und zugleich einer, der Union auf den sechsten Platz hievte.

„Natürlich bin ich mit dem Ergebnis zufrieden“, sagte Unions Trainer André Hofschneider, dessen Abschiedstournee an der Seitenlinie damit erfolgreich begann. Doch der 45-Jährige musste auch eingestehen: „Wir waren der glückliche Sieger, weil von uns in der zweiten Halbzeit nicht mehr viel zu sehen war.“

Tatsächlich nahm die Partie vor 19.634 Zuschauern erst nach rund 20 Minuten ein wenig Fahrt auf. Ein Freistoß des insgesamt mäßigen Kroos rutschte Gäste-Torwart Jan Zimmermann durch die Hände, Damir Kreilach setzte den Ball im Anschluss nur an den Pfosten (18.).

Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich ein munteres Spielchen, in dem Union mehr Anteile hatte und durch Wood verdient führte, Heidenheim aber vor allem durch Marc Schnatterer gefährlich blieb.

Glück bei der Elfmetersituation kurz vor der Pause

Aufregung gab es in der 45. Minute. Nach einem langen Pass machte sich Schnatterer auf und davon, verfolgt von Toni Leistner. Im Strafraum kommt der Heidenheimer – von Leistner leicht gestoßen – zu Fall, Schiedsrichter Florian Heft (Wietmarschen) entschied auf Weiterspielen, zum Unmut der Gäste.

Deren Trainer Frank Schmidt sprach von einer „sehr umstrittenen Szene“. Leistner selbst sagte dazu: „Kein Elfer. Ich bin mit der Brust an seinem Rücken, da war kein Arm dabei. Er wird langsamer, damit ich Rot sehe. Stattdessen hätte er lieber das Tor machen sollen.“ Über einen Pfiff hätte sich dennoch niemand beschweren können.

Nach dem Wechsel verwaltete Union die knappe Führung nur noch und hatte Glück, dass den nun Ton angebenden Heidenheimern am Strafraum überhaupt nichts einfiel. Nur einmal musste Torwart Jakob Busk gegen Robert Leipertz klären (54.). Dann begann Bobby Woods Nachspielzeit.