Zweite Liga

Unions Auswärtsschwäche trifft St. Paulis Heimkomplex

Nach drei Auswärtsniederlagen in Folge wollen die „Eisernen“ in Hamburg punkten. Allerdings hat Union noch nie am Millerntor gewonnen

Booby Wood von Union (M.) behauptet sich gegen St. Paulis Philipp Ziereis

Booby Wood von Union (M.) behauptet sich gegen St. Paulis Philipp Ziereis

Foto: Herbert Rudel / picture alliance / Herbert Rudel

Berlin.  Der 1. FC Union hat ein Problem: Auswärts geht nichts, die drei letzten Versuche gingen daneben, sogar beim Schlusslicht MSV Duisburg (1:2). „Wir spielen auswärts nicht so aggressiv wie zu Hause“, sagt Trainer André Hofschneider. Ein Problem hat auch der FC St. Pauli, der vier der vergangenen sechs Zweitliga-Heimspiele verlor. „Wenn wir dauernd ein ausverkauftes Stadion haben, kann es nicht sein, dass die Gegner hier ankommen und sich bedienen“, sagt Trainer Ewald Lienen.

Nun trifft Heimkomplex im direkten Duell auf Auswärtskomplex, St. Pauli empfängt an diesem Freitag Union (18.30 Uhr, Sky). Trainer Hofschneider macht zur permanenten Schwäche auf anderen Plätzen eine eigene Rechnung auf: „Die Länderspielpause hat uns schon geholfen. Dadurch wurde ein Auswärtsspiel nicht gespielt.“ Was das Problem aber lediglich verschoben hat, nun folgen zwei Auftritte in der Fremde nacheinander: Erst bei St. Pauli, am Freitag danach beim SC Paderborn.

Das Millerntor ist keine Festung mehr

St. Paulis Trainer Lienen geht mit einer knackigen Ansage in die Partie: „Wir müssen unseren Platz verteidigen.“ Das Millerntor-Stadion, wo Union in acht Pflichtspielen noch nie gewonnen hat, ist aber längst keine Festung mehr. Hofschneider hat sich mit der Statistik des Gegners beschäftigt: „Man sollte St. Pauli nicht stärker machen als sie sind. Sie haben fünf Mal zu Hause verloren.“ Und das nicht nur gegen die erste Reihe der Liga, sondern auch gegen Paderborn und den FSV Frankfurt. Im eigenen Stadion steht ein Punkt weniger zu Buche als auswärts. So hat sich Lienens Team im Kampf um den Aufstieg schon weitgehend aus dem Spiel genommen. Als Vierter beträgt der Rückstand auf den Relegationsrang acht Zähler.

Mit Tabellenkonstellationen braucht sich Union, derzeit Achter, nicht mehr groß aufhalten. Zumindest nicht bezogen auf wirklich entscheidende Dinge. 17 Punkte hinter Rang drei, elf vor Platz 16, mehr Mittelfeld geht kaum. Rang sechs, vor der Spielzeit als Saisonziel ausgegeben, ist noch drin. Allerdings bleiben zunächst die Personalsorgen. Neben mehreren langfristigen Ausfällen fehlt diesmal Kapitän Benjamin Kessel wegen einer Gelbsperre. Abwehrspieler Christopher Trimmel (Kreuzbanddehnung) und Mittelfeldspieler Felix Kroos (Oberschenkelverletzung) sind noch nicht wieder fit.

Torjäger Wood stellt sich selbst auf

Mit dabei sein soll Bobby Wood. Die letzte Entscheidung darüber, ob er spielt, wird der Stürmer laut Hofschneider selbst treffen. Wood war für die USA im Länderspieleinsatz, hat in den beiden Partien gegen Guatemala (0:2 und 4:0) einmal komplett und einmal 66 Minuten gespielt. Er war danach aus Columbus/Ohio direkt nach Hamburg geflogen.

Sollte Wood am Freitag treffen, ist er mit 15 Toren alleiniger Union-Rekordhalter, was die Tore in einer Zweitliga-Saison angeht. Momentan liegt er gleichauf mit Sreto Ristic (Saison 2001/02) und Sebastian Polter (14/15). Trainer Hofschneider sieht noch ganz andere Möglichkeiten: „Ich hoffe, er hat ehrgeizigere Ziele als nur noch ein Tor zu schießen.“ Wood hat nur vier Treffer weniger als die beiden Führenden in der Torschützenliste. Das sind Nils Petersen (SC Freiburg) und der Ex-Unioner Simon Terodde (VfL Bochum).

Sebastian Schlichting

Berlin – Der 1. FC Union hat ein Problem: Auswärts geht nichts, die drei letzten Versuche gingen allesamt daneben, sogar beim Schlusslicht MSV Duisburg (1:2). „Wir spielen auswärts nicht so aggressiv wie zu Hause“, sagt Trainer André Hofschneider. Ein Problem hat auch der FC St. Pauli: Die Hamburger verloren zwei der vergangenen drei Heimspiele. „Wenn wir dauernd ein ausverkauftes Stadion haben, kann es nicht sein, dass die Gegner hier ankommen und sich bedienen“, sagt Trainer Ewald Lienen.

Nun trifft Heimkomplex im direkten Duell auf Auswärtskomplex, St. Pauli empfängt Union (heute 18.30 Uhr, Sky). Trainer Hofschneider macht zu Unions permanenter Schwäche auf anderen Plätzen eine ganz eigene Rechnung auf: „Die Länderspielpause hat uns ja schon geholfen. Dadurch wurde ein Auswärtsspiel nicht gespielt.“ Was das Problem aber lediglich verschoben hat, nun folgen gleich zwei Auftritte in der Fremde nacheinander: Erst bei St. Pauli, am Freitag in einer Woche beim abstiegsbedrohten SC Paderborn.

St. Paulis Trainer Lienen geht mit einer knackigen Ansage in die Partie: „Wir müssen unseren Platz verteidigen.“ Das Stadion am Millerntor ist längst keine Festung mehr. Hofschneider hat sich eingehend mit den Zahlen des Gegners beschäftigt: „Man sollte St. Pauli nicht stärker machen als sie sind. Sie haben schon fünf Mal zu Hause verloren.“ Und das nicht nur gegen die erste Reihe der Liga, sondern auch gegen Paderborn und den FSV Frankfurt. Kuriose Folge: Im eigenen Stadion steht ein Punkt weniger zu Buche steht als auswärts. Mit dieser Schwäche hat sich Lienens Team im Kampf um den Aufstieg selbst schon fast komplett aus dem Spiel genommen. Zwar ist man Vierter, hat aber bereits acht Zähler Rückstand auf den Relegationsrang.

Mit Tabellenkonstellationen braucht sich Union, derzeit Achter, nicht mehr beschäftigen. Zumindest nicht bezoben auf wirklich entscheidende Dinge. 17 Punkte hinter Rang drei, elf vor Platz 16, mehr Mittelfeld geht kaum. Rang sechs ist im besten Fall noch drin, damit wäre das vorab ausgegebene Saisonziel trotz einer höchst problematischen Saison – unter anderem mit zwei Trainerwechseln – sogar noch zu erreichen.

US-Stürmer Bobby Wood soll trotz der kräftezehrenden Länderspielreise für den Fußball-Zweitligisten 1. FC Union Berlin beim FC St. Pauli auflaufen. „Es war ein großes Pensum für ihn. Er hat einmal 90 und einmal 66 Minuten gespielt. Er ist jedoch Profi, einer der besten, die ich kennengelernt habe“, sagte Union-Trainer Andre Hofschneider vor der Partie am Freitag (18.30 Uhr) am Millerntor. „Wenn er am Freitagmorgen sagt, dass er spielen kann, ist es keine Frage, dass er spielt“, fügte Hofschneider hinzu.

Wood hatte in der Nacht zum Mittwoch auch im zweiten WM-Qualifikationsspiel der USA gegen Guatemala (4:0) in der Startelf gestanden. Den mit 14 Toren besten Union-Stürmer könnten die „Eisernen“ in Hamburg gut gebrauchen. Bei St. Pauli hat die Union-Elf, die die letzten drei Auswärtsspiele verlor, noch nie ein Pflichtspiel gewonnen.

Allerdings ist St. Pauli alles andere als heimstark. „Wir wollen St. Pauli nicht stärker machen, als sie sind. Sie haben schon fünf Mal in dieser Saison zu Hause verloren. Wir sollten an unsere eigene Stärke denken“, betonte Hofschneider.

Seine Mannschaft hat allerdings weiterhin größere Besetzungsprobleme. Kapitän Benjamin Kessel ist nach der zehnten Gelben Karte gesperrt. Für Verteidiger Christopher Trimmel (Kreuzband-Dehnung) und Mittelfeldspieler Felix Kroos (Oberschenkelprobleme) kommt ein Einsatz noch zu früh. Nach wie vor stehen Fabian Schönheim, Maximilian Thiel, Raffael Korte und Steven Skrzybski nicht zur Verfügung.

Nach zwei Niederlagen in den vergangenen drei Heimspielen der 2. Fußball-Bundesliga erwartet Ewald Lienen vom FC St. Pauli gegen den 1. FC Union Berlin Zählbares. „Wir sind zu Hause in der Bringschuld. Wenn wir dauernd ein ausverkauftes Stadion haben, kann es nicht sein, dass die Gegner hier ankommen und sich bedienen. Wir müssen unseren Platz verteidigen“, forderte Lienen vor der Partie am Freitag (18.30 Uhr) am ausverkauften Millerntor.

Die zuletzt mangelnde Konstanz in seiner Mannschaft führt Lienen auf die hohe Belastung zurück. „Wir waren in manchen Spielen müde und die Konzentration hat gefehlt. Die Länderspielpause hat uns gut getan. Die Spieler sind erholter und freier im Kopf“, glaubt der 63-Jährige.

St. Pauli geht als Tabellen-Vierter in den 28. Spieltag, Union folgt vier Plätze dahinter. Lienen muss auf Verteidiger Joel Keller und Außenspieler Jeremy Dudziak verzichten. Der von einem Kreuzbandriss genesene Flügelspieler Ryo Miyaichi kann hingegen auf einen Kurzeinsatz hoffen: „Je nach Spielverlauf könnte er reinkommen.“

Der Gegner aus der Hauptstadt sei „eine gefährliche Mannschaft mit hoher individueller Qualität. Sie haben mit Bobby Wood und Damir Kreilach zwei sehr torgefährliche Spieler“, warnte Lienen. Da die Union-Fans das Gästekontingent von 2600 Karten ausgeschöpft haben, wird das Millerntor-Stadion mit 29 546 Zuschauern voll besetzt sein.

Sebastian Schlichting

Berlin – Der 1. FC Union hat ein Problem: Auswärts geht nichts, die drei letzten Versuche gingen allesamt daneben, sogar beim Schlusslicht MSV Duisburg (1:2). „Wir spielen auswärts nicht so aggressiv wie zu Hause“, sagt Trainer André Hofschneider. Ein Problem hat auch der FC St. Pauli: Die Hamburger verloren zwei der vergangenen drei Heimspiele. „Wenn wir dauernd ein ausverkauftes Stadion haben, kann es nicht sein, dass die Gegner hier ankommen und sich bedienen“, sagt Trainer Ewald Lienen.

Nun trifft Heimkomplex im direkten Duell auf Auswärtskomplex, St. Pauli empfängt Union (heute 18.30 Uhr, Sky). Trainer Hofschneider macht zu Unions permanenter Schwäche auf anderen Plätzen eine ganz eigene Rechnung auf: „Die Länderspielpause hat uns ja schon geholfen. Dadurch wurde ein Auswärtsspiel nicht gespielt.“ Was das Problem aber lediglich verschoben hat, nun folgen gleich zwei Auftritte in der Fremde nacheinander: Erst bei St. Pauli, am Freitag in einer Woche beim abstiegsbedrohten SC Paderborn.

St. Paulis Trainer Lienen geht mit einer knackigen Ansage in die Partie: „Wir müssen unseren Platz verteidigen.“ Das Stadion am Millerntor ist längst keine Festung mehr. Hofschneider hat sich eingehend mit den Zahlen des Gegners beschäftigt: „Man sollte St. Pauli nicht stärker machen als sie sind. Sie haben schon fünf Mal zu Hause verloren.“ Und das nicht nur gegen die erste Reihe der Liga, sondern auch gegen Paderborn und den FSV Frankfurt. Kuriose Folge: Im eigenen Stadion steht ein Punkt weniger zu Buche steht als auswärts. Mit dieser Schwäche hat sich Lienens Team im Kampf um den Aufstieg selbst schon fast komplett aus dem Spiel genommen. Zwar ist man Vierter, hat aber bereits acht Zähler Rückstand auf den Relegationsrang.

Mit Tabellenkonstellationen braucht sich Union, derzeit Achter, nicht mehr beschäftigen. Zumindest nicht bezoben auf wirklich entscheidende Dinge. 17 Punkte hinter Rang drei, elf vor Platz 16, mehr Mittelfeld geht kaum. Rang sechs ist im besten Fall noch drin, damit wäre das vorab ausgegebene Saisonziel trotz einer höchst problematischen Saison – unter anderem mit zwei Trainerwechseln – sogar noch zu erreichen.

US-Stürmer Bobby Wood soll trotz der kräftezehrenden Länderspielreise für den Fußball-Zweitligisten 1. FC Union Berlin beim FC St. Pauli auflaufen. „Es war ein großes Pensum für ihn. Er hat einmal 90 und einmal 66 Minuten gespielt. Er ist jedoch Profi, einer der besten, die ich kennengelernt habe“, sagte Union-Trainer Andre Hofschneider vor der Partie am Freitag (18.30 Uhr) am Millerntor. „Wenn er am Freitagmorgen sagt, dass er spielen kann, ist es keine Frage, dass er spielt“, fügte Hofschneider hinzu.

Wood hatte in der Nacht zum Mittwoch auch im zweiten WM-Qualifikationsspiel der USA gegen Guatemala (4:0) in der Startelf gestanden. Den mit 14 Toren besten Union-Stürmer könnten die „Eisernen“ in Hamburg gut gebrauchen. Bei St. Pauli hat die Union-Elf, die die letzten drei Auswärtsspiele verlor, noch nie ein Pflichtspiel gewonnen.

Allerdings ist St. Pauli alles andere als heimstark. „Wir wollen St. Pauli nicht stärker machen, als sie sind. Sie haben schon fünf Mal in dieser Saison zu Hause verloren. Wir sollten an unsere eigene Stärke denken“, betonte Hofschneider.

Seine Mannschaft hat allerdings weiterhin größere Besetzungsprobleme. Kapitän Benjamin Kessel ist nach der zehnten Gelben Karte gesperrt. Für Verteidiger Christopher Trimmel (Kreuzband-Dehnung) und Mittelfeldspieler Felix Kroos (Oberschenkelprobleme) kommt ein Einsatz noch zu früh. Nach wie vor stehen Fabian Schönheim, Maximilian Thiel, Raffael Korte und Steven Skrzybski nicht zur Verfügung.

Nach zwei Niederlagen in den vergangenen drei Heimspielen der 2. Fußball-Bundesliga erwartet Ewald Lienen vom FC St. Pauli gegen den 1. FC Union Berlin Zählbares. „Wir sind zu Hause in der Bringschuld. Wenn wir dauernd ein ausverkauftes Stadion haben, kann es nicht sein, dass die Gegner hier ankommen und sich bedienen. Wir müssen unseren Platz verteidigen“, forderte Lienen vor der Partie am Freitag (18.30 Uhr) am ausverkauften Millerntor.

Die zuletzt mangelnde Konstanz in seiner Mannschaft führt Lienen auf die hohe Belastung zurück. „Wir waren in manchen Spielen müde und die Konzentration hat gefehlt. Die Länderspielpause hat uns gut getan. Die Spieler sind erholter und freier im Kopf“, glaubt der 63-Jährige.

St. Pauli geht als Tabellen-Vierter in den 28. Spieltag, Union folgt vier Plätze dahinter. Lienen muss auf Verteidiger Joel Keller und Außenspieler Jeremy Dudziak verzichten. Der von einem Kreuzbandriss genesene Flügelspieler Ryo Miyaichi kann hingegen auf einen Kurzeinsatz hoffen: „Je nach Spielverlauf könnte er reinkommen.“

Der Gegner aus der Hauptstadt sei „eine gefährliche Mannschaft mit hoher individueller Qualität. Sie haben mit Bobby Wood und Damir Kreilach zwei sehr torgefährliche Spieler“, warnte Lienen. Da die Union-Fans das Gästekontingent von 2600 Karten ausgeschöpft haben, wird das Millerntor-Stadion mit 29 546 Zuschauern voll besetzt sein.