Fußball

Union schlägt Braunschweig bei Köhlers Comeback

Es gab reichlich zu feiern für die Union-Fans: Den fünften Heimsieg nacheinander und das Comeback von Benjamin Köhler.

Unions Benjamin Köhler

Unions Benjamin Köhler

Foto: Annegret Hilse / dpa

Von Michael Färber

Nur Fliegen ist schöner. Das dachten sich die Profis des 1. FC Union offenbar auch und ließen Benjamin Köhler hochleben. Immer wieder warfen sie den 35-Jährigen in die Luft. Und Köhler strahlte wie ein Jungprofi, dem der erste Treffer in seiner Karriere geglückt war. Es war der letzte Mosaikstein, der noch fehlte, um das Bild zu vollenden, das er vor 13 Monaten, Anfang Februar 2015, skizziert hatte. „Wir sehen uns wieder“, hatte Köhler damals wissen lassen, kurz nachdem die niederschmetternde Diagnose Lymphdrüsenkrebs bekannt geworden war.

Am Freitagabend, beim 3:1 (0:0) gegen Eintracht Braunschweig, hat er seine Mission erfüllt: Köhler ist zurück in der Zweiten Liga, im Profifußball. „Darauf habe ich die ganze Zeit hin gearbeitet. Es hat Spaß gemacht, mit den Jungs wieder auf dem Platz zu stehen“, sagte Köhler: „Und es hat ganz gut geklappt.“ Auch wenn er die Reaktionen von den Rängen unterschätzt hat. „Ich dachte, es wird diesmal ruhiger“, erzählte Köhler, der schon im Jubiläumsspiel gegen Borussia Dortmund, einem Testspiel, im Januar von den Fans frenetisch gefeiert wurde: „Aber die Leute sind wieder aufgesprungen und haben applaudiert.“ Das taten sie auch bei jeder Ballberührung des Mittelfeldspielers.

Dass Köhler sein Pflichtspiel-Comeback feiern konnte, hatte laut Trainer André Hofschneider „ausschließlich sportliche Gründe. Ich wollte in einer kritischen Phase einen erfahrenen Spieler bringen, der auch mal einen Freistoß zieht. Und da Köhler in den vergangenen Wochen immer fitter wurde, war seine Einwechslung logisch.“

Es war 20.03 Uhr, als Köhler den Rasen der Alten Försterei betrat. Die 76. Minute, in der Union vor 19.026 Zuschauern 2:1 führte. Weil Bobby Wood mit dem 1:0 (58.), seinem 14. Saisontor, mit Unions Rekordschützen Sreto Ristic (2001/02) und Sebastian Polter (2014/15) gleichzog. „Es ist immer geil, wenn man Vereinsgeschichte schreibt“, sagte der US-Stürmer. Und zu Köhler: „Man merkt sofort, dass er Erfahrung hat. Ich glaube, er hat keinen Ball verloren.“

Eroll Zejnullahu hingegen schon, was den Ausgleich der Eintracht durch Phillip Thiel einleitete (62.). Thiel hatte Jakob Busk schon nach drei Minuten zu einem Riesenreflex gezwungen, der Union-Keeper lenkte den Ball nach einem Kopfball aber an die Latte. Doch dank zweier Treffer von Damir Kreilach (69., 84.) stand Köhlers Flugshow nichts mehr im Wege.