1.FC Union

Lewandowski will Lenz für links

Unions Trainer Sascha Lewandowski hofft auf den nächsten Zugang und zieht ein positives Fazit nach dem Trainingslager in Spanien.

Sascha Lewandowski war mit den Ergebnissen des Trainingslagers zufrieden

Sascha Lewandowski war mit den Ergebnissen des Trainingslagers zufrieden

Foto: Roland Weihrauch / picture alliance / dpa

Oliva Nova.  – Sascha Lewandowski reibt sich über sein Gesicht, als er ein letztes Mal in der Lobby des Hotels Oliva Nova Golf sitzt. Die vergangenen neun Tage an der spanischen Costa del Azahar haben auch beim Trainer des 1. FC Union Spuren hinterlassen.

Der 44-Jährige ist zufrieden. „Die Bedingungen waren sehr gut, wir konnten unser Trainingsprogramm fast komplett durchziehen, nur die Einheit am Sonnabendnachmittag ist weggefallen. Und die Zahl der Blessuren hielten sich auch in Grenzen“, zog der Coach des Fußball-Zweitligisten ein positives Fazit.

Lediglich Mittelfeldspieler Maximilian Thiel (Oberschenkel), Verteidiger Michael Parensen (muskuläre Probleme) und der neue Torwart Jakob Busk (entzündete Zehen) mussten ein wenig kürzertreten. Dennis Daube zog sich im letzten Test an der Mittelmeerküste gegen die Auswahl der spanischen Spielergewerkschaft AFE (4:0) eine leichte Rückenprellung zu.

Pogatetz löst defensives Problem

Fünf Baustellen waren es, die Lewandowski unter der spanischen Sonne angehen wollte. Vier davon hatten mit der Verteidigung zu tun. Und mit neuen Spielern. Da wäre die fehlende defensive Stärke, vor allem bei gegnerischen Freistößen, samt Führungsqualität. Diese Probleme scheinen durch die Verpflichtung von Emanuel Pogatetz gelöst zu sein.

Der Österreicher, der am Sonnabend 33 Jahre alt wurde, präsentierte sich vom ersten Tag an als Chef in der Abwehr, umsichtiger Defensiv-Organisator und knallharte Zweikämpfer. Ein sichtlicher Gewinn für die Mannschaft.

Dank Pogatetz, der noch hofft, ein Ticket für die Europameisterschaft im Sommer in Frankreich zu ergattern, hat auch die Viererabwehrkette wieder ein Zukunft bei den Köpenickern. Beim 0:1 im Testspiel gegen den ungarischen Meister Videoton FC Szekesfehervar (0:1) wirkte Unions Defensive gefestigt, auch wenn es noch an der Feinabstimmung fehlt.

Neue Qualität beim Konkurrenzkampf im Tor

Die Unzufriedenheit mit den Torhüterleistungen in der Hinrunde kann durch die Verpflichtung des Dänen Jakob Busk ebenso Geschichte sein, auch wenn Lewandowski über den Dänen sagt: „Körperlich muss er noch etwas aufholen.“

Der Konkurrenzkampf um die Nummer eins bekommt jedoch eine neue Qualität, das kann auch für die bisherige Nummer eins Daniel Haas und Ersatzmann Mohamed Amsif nur leistungsfördernd sein.

Im Falle eines Linksverteidigers ist Union auch fündig geworden. Der gute Eindruck von Christoper Lenz „hat sich verfestigt“, so der Trainer: „Man merkt, dass er auf dieser Position zuhause ist.“ Im Testspiel gegen Videoton zeigte er neben einem ordentlichen Antritt auch ein gutes Zweikampfverhalten.

Einem Spieler legt Lewandowski einen Wechsel nahe

Union möchte den 21-Jährigen von Borussia Mönchengladbach gern verpflichten. „Wir müssen nur schauen, dass wir jetzt mit Gladbach auf einen Nenner kommen. Doch wir haben die Zusage, dass sie ihm keine Steine in den Weg legen werden bei einem entsprechenden Angebot“, so Lewandowski. Klappt der Transfer nicht schon im Winter, soll Lenz im Sommer kommen.

Bleibt das defensive Mittelfeld. „Ein Gegner darf nicht so leicht durch unser Mittelfeld durch. Wenn wir das mit einem Transfer unterstützen können, dann tun wir das“, sagte Lewandowski. Bleibt die fehlende Konsequenz im Abschluss, die auch in den drei Tests in Spanien nicht zu übersehen war. Nicht umsonst ließ der Coach immer wieder Abschlüsse üben.

Darüber hinaus haben Raffael Korte und Sören Brandy Pluspunkte sammeln können. Fabian Schönheim mühte sich nach Kräften, „er hat jetzt aber genug trainiert. Jetzt braucht er spiele“, erklärte Lewandowski. Das Innenverteidiger-Duo Pogatetz/Toni Leistner hat dennoch die Nase vorn.

Christopher Quiring wiederum hat nicht dokumentieren können, dass er „Teil der Lösung“ sein kann, wie Lewandowski es gern nennt. „Er kennt meine Ansicht. Ich glaube, dass ihm eine Luftveränderung gut tun würde“, machte der Trainer deutlich.

Der nächste Höhepunkt wartet

Auf die Union-Profis wartet als nächstes am Mittwoch die feierliche Mitgliederversammlung zum 50. Klubgeburtstag im Velodrom (Mittwoch, 19 Uhr) sowie eine kulturelle Feier zum Union-Jubiläum am 29. Januar in der Volksbühne.

„Ich sehe diese Feierlichkeiten durchaus positiv“, sieht Lewandowski die weitere Vorbereitung dadurch nicht beeinflusst: „Das passt vernünftig in meine Planung. Wie müssen so etwas Positives einfach mitnehmen.“

Mit den Testspielen gegen den Bundesliga-Zweiten Borussia Dortmund (Sonntag, 17 Uhr, Alte Försterei), den FK Pardubice in Torgau (27.1., 19 Uhr) sowie Austria Salzburg (30.1.,17 Uhr, Alte Försterei) beginnt dann die heiße Phase, ehe es am 5.2. in Kaiserslautern erstmals wieder um Zweitliga-Punkte geht.