Zweite Liga

Union-Trainer Lewandowski: Nur nicht auffressen lassen

Union trifft zum Rückrundenstart im Duell der Enttäuschten auf Düsseldorf. Doch vor allem die Köpenicker müssen gewaltig zulegen.

Union-Trainer Sascha Lewandowski weist seiner Mannschaft den Weg

Union-Trainer Sascha Lewandowski weist seiner Mannschaft den Weg

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Berlin.  Dass die beiden Mannschaften recht dicht beieinander sein würden, wenn es zum Rückrundenstart zum erneuten Aufeinandertreffen kommt, war zu vermuten. Nicht erwartet wurde, dass sich die Wege des 1. FC Union und von Fortuna Düsseldorf im Abstiegskampf kreuzen würden. Doch genau das ist das Spiel am Sonnabend im Rheinland: ein Duell der Enttäuschten im Kampf um den Klassenerhalt.

Das Momentum spricht klar für die Fortuna. Der Trainerwechsel von Frank Kramer zu Peter Hermann mündete in zwei Siegen, ungeachtet der Tatsache, dass Hermann sich nicht als Dauerlösung in Düsseldorf sieht. Bis zu Winterpause wird die Fortuna aber mit ihm weiterarbeiten. Auch Union hat den Trainer gewechselt, im September kam Sascha Lewandowski für Norbert Düwel. Die Aufbruchstimmung in Köpenick ist jedoch längst verflogen.

Insofern machte sich die rot-weiße Reisegruppe am Donnerstagnachmittag schon mit etwas angespannter Stimmung auf gen Westen. „Düsseldorf ist zuletzt so aufgetreten, wie es auch dem Potenzial der Mannschaft entspricht“, sagte Lewandowski. Etwas, das er auch gern über sein Team sagen würde.

Union muss ins Laufen kommen

Die Realität sieht jedoch anders aus. „Jeder Einzelne muss mehr aus seiner Position rausholen“, mahnte der Union-Coach, „da müssen wir gewaltig zulegen.“ Eine Ansage, die auch als Appell an die Profi verstanden wissen will, endlich den Ernst der Lage in positive Auftritte, sprich Punkte, umzusetzen.

Düsseldorf, das machte Lewandowski deutlich, sei eine Aufgabe, „an der wir wachsen können“. In intensiver Atmosphäre gehe es darum, „noch mehr in die Offensive reinzukommen“. Die Mannschaft müsse zeigen, dass sie wieder einen Schritt nach vorn machen kann.

„Wenn du dich nur auffressen lässt, hast du ein Problem“, forderte der 44-Jährige Einsatz und Leidenschaft, „aber wir müssen auch aufpassen, dass wir nicht über das Ziel hinausschießen.“ Weniger läuferischer Aufwand als der Gegner, wie zuletzt beim 0:3 in Freiburg geschehen, werde nicht mehr hingenommen.

Nur ein mickriger Zähler bis zur Abstiegsregion

Der Druck, den Lewandowski auf die Seinen ausübt, hat sich vergrößert. Union startet als Tabellen-15. in die zweite Saisonhälfte, nur durch einen Zähler von der Abstiegsregion getrennt. Und wer will schon gern auf einem Abstiegsplatz überwintern.

Doch bei allen spielerischen Maßnahmen und taktischen Kniffen, die Lewandowski bislang angewendet hat, bleibt die Frage: Ist dieser Union-Jahrgang überhaupt noch in der Lage, das umzusetzen, was der Trainer will? Oder ist man längst am Ende der Lernfähigkeit angelangt?

Lewandowski sagte mit Blick auf den Jahresabschluss gegen Sandhausen (18.12.) dazu: „Das ist der Punkt. Das werden wir in den nächsten beiden Spielen sehen.“