Zweite Liga

Bei Union kommt das Beste zum Schluss

Will Union bei Spitzenreiter Freiburg bestehen, braucht es eine mutige Leistung. Die Köpenicker glauben an eine Überraschung.

Union muss in Freiburg als verschworene Gemeinschaft auftreten. Nur so springt gegen den Spitzenreiter etwas Zählbares heraus

Union muss in Freiburg als verschworene Gemeinschaft auftreten. Nur so springt gegen den Spitzenreiter etwas Zählbares heraus

Foto: Revierfoto / picture alliance / dpa

Berlin.  Den Abschluss der Hinrunde wird man sich beim 1. FC Union sicher ein wenig leichter erhofft haben. Der Fußball-Zweitligist muss am Sonnabend beim SC Freiburg antreten (13 Uhr, Sky), den Spitzenreiter, die beste Mannschaft dieser Liga. Doch wie heißt es immer so schön: Das Beste kommt zum Schluss.

Gerade jetzt, wo Union jeden Punkt bis zur Winterpause braucht, um den Abstand zu den Abstiegsplätzen zu vergrößern, steht die höchstmögliche Hürde im Weg. Union-Trainer Sascha Lewandowski spricht nicht umsonst von „der spielstärksten Mannschaft. Freiburg weiß kleinste Räume effektiv zu nutzen.“

Dann ist da Nils Petersen, mit 15 Treffern der Top-Torjäger der Liga. „Er ist sehr schwer zu verteidigen und wird zudem auch noch von seinen Teamkollegen sehr gut freigespielt“, sagte Lewandowski.

In 90 Minuten vieles richtig machen

Auch für Union selbst sollte also gelten: Das Beste kommt zum Schluss. Es muss kommen in Form der besten Leistung in dieser Saison, wenn die Köpenicker kein Fiasko erleben wollen. Wieder erklärte der Union-Coach fast schon gebetsmühlenartig, „dass wir auch in Freiburg etwas holen können, wenn wir über 90 Minuten vieles richtig machen“. Bislang ist Union bekannt dafür, sich defensiv immer wieder Auszeiten zu nehmen, die vom Gegner dann auch konsequent genutzt werden.

Wieder wird Heidenheim als Positivbeispiel angeführt, wo die Mannschaft ausgezeichnet verteidigte und dem 1. FC die erste Saisonniederlage bescherte. Nur ist Freiburg, der Bundesliga-Absteiger, noch einmal eine ganz andere Hausnummer als Heidenheim.

Der beste Angriff (36 Tore) empfängt die zweitschlechteste Abwehr des Bundesliga-Unterhauses (27 Gegentreffer). Und dennoch gebe die Dreierkette, die nach Ballverlust zur Fünferkette wird, „ein bisschen Mut, dass wir Paroli bieten können“, so Lewandowski. Vorwärts verteidigen, aktiv sein, mutig sein – so lautet der Plan des Trainers.

Einsatz von Kapitän Kessel weiter fraglich

„In Freiburg rechnet keiner mit uns. Abschreiben würde ich uns da nicht“, sagte Benjamin Kessel. Ob der Union-Kapitän im Breisgau mithelfen kann, ist jedoch weiter fraglich. Nach dem Schlag, den er im Spiel gegen Arminia Bielefeld (1:1) auf die Achillessehne bekommen hat, absolvierte Kessel zuletzt nur individuelle Einheiten. Sollte er ausfallen, dürfte Roberto Puncec rechts in die Dreierkette rutschen und Christopher Trimmel die Außenbahn übernehmen.

Vielleicht gelingt gerade gegen den Besten auch die beste Leistung, „weil wir nichts zu verlieren haben. Das kann befreiend sein“, hofft der Coach. Um den Fokus intensiv auf den Hinrunden-Abschluss legen zu können, reiste die Mannschaft bereits am Donnerstagnachmittag in Richtung Breisgau.

„Ein 0:0 würde ich ebenso nehmen wie ein 4:4. Oder ein 1:0“, sagte Lewandowski mit einem Augenzwinkern. Das Beste kommt ja bekanntlich erst zum Schluss.