Zweite Liga

Unions Maximilian Thiel ist einer wie Thomas Müller

In Fürth krönte Unions Thiel ein ebenso lang ersehntes wie gelungenes Comeback. Nur auf einen neuen Vertrag beim Zweitligisten muss er noch warten. Dabei spricht nichts gegen einen Verbleib.

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Da konnte Norbert Düwel nur den Kopf schütteln. „Jetzt schießt er mal wieder ein Tor, und gleich gibt’s große Geschichten“, sagte der Trainer des 1. FC Union. Worte in Richtung seines Spielers Maximilian Thiel, die sicher nicht todernst gemeint gewesen sind.

Viel mehr wird der Coach des Berliner Fußball-Zweitligisten froh sein, wieder auf den 22-Jährigen zählen zu dürfen. Dem Mittelfeldspieler ging es nach dem 2:2 in Fürth jedenfalls „super“, auch wenn es am Sonntag nicht zu einem Sieg gereicht hat. Doch sein Treffer hat gezeigt, dass er seine verletzte rechte Schulter vollständig auskuriert hat.

„Der Ball ist perfekt gekommen, ich habe ihn einfach rein gemacht“, erzählt Thiel von seinem Comeback nach „langen drei Monaten“. Ein Vierteljahr, das er jetzt mit einem Lächeln quittiert. Auch wenn es nicht immer leicht gewesen ist, „gerade in den drei, vier Wochen nach der Operation, wo man auf sich allein gestellt war, wo auch keiner so richtig gefragt hat, wie es läuft, und man dann praktisch ein bisschen verschwunden war“, sagte Thiel: „Natürlich ist man jetzt noch nicht ganz frei im Kopf nach der Verletzung. Ich habe auch mit der linken Hand gejubelt statt mit der rechten, wie ich es sonst immer mache.“

Gern der Mann für das Ungewöhnliche

Thiel ist gern der Mann für das Ungewöhnliche, vergleicht sich gern mit Thomas Müller vom FC Bayern, wenn er vom nicht alltäglichen Laufweg vor seinem Treffer spricht, oder vom Training, wo er gern mal frischen Wind reinbringt. „Ich bin schon immer ein Spieler gewesen, der Verantwortung übernehmen kann und auch gern ein bisschen Stimmung macht.“ Im Stile eines Führungsspielers eben.

Als solchen hat Union am Montag Dennis Daube vom FC St. Pauli verpflichtet und mit einem Vertrag bis 2017 ausgestattet. Auch wenn der 25-jährige Mittelfeldspieler erst in dieser Saison das Image des ewigen Talents ablegen konnte, ist er „ein Typ mit gutem Spielaufbau, der bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, und der es schafft, Mitspieler und Fans mitzureißen“, sagte Düwel.

Einen Vertrag bei Union hätte auch Thiel, vergangenen Sommer vom 1. FC Köln ausgeliehen, gerne. „Eigentlich sollte es passen. Ich fühle mich hier wohl, das habe ich immer gesagt. Und ich hatte nicht den Plan, gleich wieder wegzuziehen. Ich glaube auch, nach drei Monaten erstmals wieder im Kader und dann gleich in der Startelf zu sein, ist ein klares Wort für einen Vertrag.“