Zweite Liga

Ausgleich im letzten Moment – Fürth bleibt Unions Angstgegner

Gleich zweimal hat der 1. FC Union bei der SpVgg Greuther Fürth geführt. Am Ende blieb den Berliner dennoch wieder nur ein Zähler. Und eine schwarze Serie, die schon seit dem Aufstieg 2009 anhält.

Foto: Daniel Karmann / dpa

Als erstes ließ er sich von seinen Mannschaftskameraden feiern, draußen an der Eckfahne des Spielfeldes. Kurz darauf zog es Maximilian Thiel im Stadion am Laubenweg zur Bank des 1. FC Union. Dort fiel der Profi des Berliner Fußball-Zweitligisten Hendrik Schreiber um den Hals. Es war Thiels Dank an Unions Physiotherapeuten, dass er knapp ein Vierteljahr nach seiner Schulterverletzung, zugezogen im Trainingslager an der spanischen Mittelmeerküste, endlich wieder auf dem Platz stehen konnte. Und nicht nur das, Thiel erzielte auch noch die Führung für die Berliner bei der SpVgg Greuther Fürth. Dass es am Ende nur zu einem 2:2 (1:0) reichte, war wieder einmal auf Abwehrfehler zurückzuführen, die sich wie ein roter Faden durch diese Saison ziehen.

„Dieses Spiel müssen wir gewinnen“, sagte Trainer Norbert Düwel, „es muss auch unser Anspruch sein, so ein Spiel zu gewinnen. Aber wieder machen wir Fehler, die wir schon des öfteren gemacht haben und auf diesem Niveau nicht machen dürfen.“ Aus Sicht des Coaches „haben wir uns um einen verdienten Dreier gebracht“.

Tatsächlich fiel der Ausgleich erst kurz vor Schluss. In der 89. Minute konnte Marco Stiepermann von der linken Seite flanken, und am Fünfmeterraum ließ Björn Kopplin einen Kopfball von Johannes Wurtz zu. Union bleibt damit auch im zehnten Duell mit dem Angstgegner aus Franken seit dem Wiederaufstieg im Jahr 2009 ohne Sieg (drei Unentschieden, sieben Niederlagen).

Maximilian Thiel trifft bei seinem Comeback

Die Freude über Thiels Rückkehr war natürlich getrübt. Noch im Vorfeld der Partie hatte Düwel ihm ebenso wie dem zuvor angeschlagenen Fabian Schönheim eine Rückkehr in den Kader und auch in die Startelf in Aussicht gestellt. Beim Anstoß vor 11.080 Zuschauern standen sowohl der Mittelfeldspieler als auch der Verteidiger im 4-4-2-System auf dem Feld.

Keine acht Minuten dauerte es, bis Thiel eindrucksvoll untermauerte, warum er so wertvoll für Union ist. Der 22-Jährige vollendete eine herrliche Ballstafette der Köpenicker nach Schönheim-Einwurf, Weiterleitung durch Sebastian Polter und Kopfball-Vorlage von Kapitän Damir Kreilach – mit einem überlegten Außenristschuss aus fünf Metern. Fürths Torwart Mark Flekken, der zu seinem Zweitligadebüt kam, weil Stammkeeper Wolfgang Hesl beim Warmmachen umknickte, hatte keine Abwehrchance.

„Für ein Traum-Comeback hätten es drei Punkte sein müssen“, sagte Thiel nach seiner Rückkehr, bei der er nach 57 Minuten ausgewechselt wurde: „Für mich war es ein Supergefühl, aber am Ende war es bitter, dass wir den Vorsprung nicht über die Zeit gerettet haben.“ Den Beweis, warum er auch in der kommenden Spielzeit das Union-Trikot tragen sollte, hat Thiel jedenfalls erneut erbracht.

Union besitzt eine Kaufoption

„Er war schon in der zweiten Hälfte der Hinrunde ein positiver Faktor“, lobte Trainer Düwel die Leihgabe des Bundesligisten 1. FC Köln. „Wir wissen, was wir an ihm haben, dazu braucht es auch kein Spiel mehr oder weniger“, erklärte Düwel auf die Frage, ob sich Thiel nach seiner Verletzung erst wieder für einen weiteren Verbleib empfehlen muss.

Eine Kaufoption mit den Kölnern, bei denen Thiel noch bis 2016 unter Vertrag steht, sowie ein Anschlussvertrag wurden bereits im vergangenen Sommer ausgehandelt. Für Nico Schäfer, Unions kaufmännisch-organisatorischem Leiter, ist es wichtig, dass bei Ausleihgeschäften „das Heft des Handelns in unserer Hand liegt“.

Der Verein müsse davon profitieren, „wenn wir Spieler an ein höheres Leistungsniveau heranführen“, so Schäfer. Was fehlt für einen Verbleib von Thiel an der Alten Försterei, ist das Ja von Union.

In Fürth fehlt die Zielstrebigkeit

Was in Fürth zu einem Sieg fehlte, war die Zielstrebigkeit zu einem zweiten Treffer vor der Pause. Martin Kobylanski ließ sich den Ball bei einem Konter noch von Stephan Fürstner, Unions neuem Sechser in der kommenden Saison, abluchsen (31.). Die Strafe folgte prompt nach dem Seitenwechsel. Stiepermann leitete einen Konter über Sebastian Freis ein, und der Fürther Stürmer düpierte zunächst Union-Verteidiger Roberto Puncec, ehe er den Ball an Torwart Daniel Hass vorbei ins Tor schlenzte (50.). Kurz darauf mussten beide Berliner weit vor dem Tor in höchster Not gegen Stiepermann klären (52.).

Es bedurfte schon einer Standardsituation und gütlicher Mithilfe von Fürths Schlussmann Flekken zur erneuten Union-Führung. Schönheim spielte einen Eckball flach in den Strafraum, wo Michael Parensen einen Hauch schneller an den Ball kam als Freis. Der überraschte Flekken bugsierte das Spielgerät schließlich über die Linie (79.).

Ein Vorsprung, der jedoch nur zehn Minuten halten sollte. „Das ist bitter, dass wir kurz vor Schluss den Ausgleich hinnehmen mussten“, sagte Parensen, „wir hätten souveräner spielen müssen.“