Länderspielpause

Erstmals ist ein Union-Quintett im Länderspieleinsatz

Beim Testspiel gegen Erkner fehlen Union-Trainer Düwel neben den Langzeitverletzten fünf Akteure, die für ihre Nationalmannschaften unterwegs sein werden – so viele wie noch nie bei Union.

Foto: Peter Endig / dpa

Auch wenn der Klassenerhalt noch nicht hundertprozentig, wegen des Vorsprungs von zehn Punkten auf Platz 16 aber nahezu perfekt ist – eines ist beim 1. FC Union sicher: Trainer Norbert Düwel wird seine Mannschaft in der dritten Länderspielpause nicht zum dritten Mal in ein Trainingslager schicken. „Es wird kein Kienbaum III geben“, sagte der Coach des Berliner Fußball-Zweitligisten vor dem kommenden punktspielfreien Wochenende. In den ersten beiden Saison-Unterbrechungen Anfang September und Oktober des vergangenen Jahres war Düwel mit seinem Team in den Olympiastützpunkt östlich von Berlin gefahren.

Dafür geht es für die Köpenicker am Donnerstag (16.30 Uhr, Erich-Ring-Stadion) nach Erkner, wo ein Testspiel gegen den dortigen Landesligisten FV Erkner 1920 geht. Neben der Möglichkeit für die beiden Torhüter Daniel Haas und Mohamed Amsif, im offenen Rennen um die Nummer 1 Pluspunkte zu sammeln, werden vor allem Spieler aus der zweiten Reihe die Gelegenheit bekommen, auf sich aufmerksam zu machen. Oder sich für eine Vertragsverlängerung zu empfehlen.

Wobei der Kader, aus dem Düwel schöpfen kann, nicht der größte sein wird. Denn zu den Langzeitverletzten kommen im für Düwel ungünstigsten Fall auch noch fünf Akteure hinzu, die für ihre Nationalmannschaften unterwegs sein werden – so viele wie noch nie bei Union. Mittelfeldspieler Martin Kobylanski ist für Polens U21 im Einsatz. Bei der österreichischen Nationalmannschaft steht Unions Stammspieler Christopher Trimmel für das EM-Qualifikationsspiel in Liechtenstein (27.3.) und das Freundschaftsspiel gegen Bosnien und Herzegowina (31.3.) in Wien auf Abruf. Auf ein Union-Trio wartet eine recht emotionale Fahrt, zunächst nach Frankfurt. Dort treten Eroll Zejnullahu, Bajram Nebihi und Valmir Sulejmani im Stadion des Zweitligisten FSV mit der Auswahl des Kosovo gegen den Bundesligisten Eintracht Frankfurt an.

Kampf um Anerkennung

Drei Tage später geht es für die drei Union-Profis nach Nordhorn, in den Südwesten Niedersachsens. Dort wartet ein Test gegen den Erstligisten Werder Bremen. „Wir sind wohl der Verein, der die meisten Spieler stellt“, freut sich Sulejmani.

Die Kosovaren, eingerahmt zwischen Albanien, Mazedonien sowie Serbien und Montenegro, hoffen auf völkerrechtliche Anerkennung, der Fußball-Verband FFK auf die Anerkennung als vollwertiges Mitglied im Weltverband Fifa sowie im europäischen Verband Uefa. Gespräche mit den jeweiligen Präsidenten Joseph Blatter und Michel Platini hat es bereits gegeben, mehr als Freundschaftsspiele dürfen die „Mavit e Bardhët“, die Blau-Weißen, allerdings nicht bestreiten. Gut möglich, dass der Kosovo den gleichen Weg geht wie Gibraltar. Das britische Überseegebiet an der Südspitze Spaniens wurde 2013 als vollwertiges Mitglied der Uefa aufgenommen, nimmt nun erstmals an der Qualifikation für eine Europameisterschaft teil und trifft dabei auch auf Weltmeister Deutschland.

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