Zweite Liga

Gegen Lautern steht bei Union immerhin die Null wieder

Union trennt sich von Kaiserslautern zwar nur torlos, kann sich jedoch endlich wieder über ein Spiel ohne Gegentreffer freuen. Zudem wartete Trainer Düwel vor dem Anpfiff mit einer Überraschung auf.

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Wie geht man aus einem Fußballspiel, in dem beide Mannschaften es nicht vermochten, ein Tor zu erzielen? Weil die einen nicht wollten und die anderen nicht konnten – oder umgekehrt. Im Falle des 1. FC Union lässt sich die Frage recht einfach beantworten: Man freut sich über das „Zu Null“. Und über die Tatsache, dass man mit einem 0:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern einem Aufstiegsaspiranten der Zweiten Liga nur einen Zähler überlassen hat.

Das mag banal klingen, ist im Falle der Köpenicker jedoch durchaus als ein Erfolg anzusehen. Schließlich ist es erst das dritte Mal im 24. Saisonspiel, dass der Gegner nicht zum Torjubel abdrehen konnte. „Dieser Punkt ist sehr gut für uns. Und es war eine gute Antwort auf unser desolates Abwehrverhalten, das wir in den ersten 20 Minuten in Leipzig gezeigt haben“, kommentierte Union-Trainer Norbert Düwel.

Kaiserslauterns Flügelspieler Alexander Ring konstatierte den Berlinern: „Sie haben gut verteidigt. Und wir haben keine Lösung gefunden.“ Sein Trainer Kosta Runjaic wusste: „Es war nicht einfach, hier zu bestehen.“

Amsif ersetzt Haas im Tor, auch Leistner auf die Bank

So weit die Geschichte der 90 Minuten, in denen es keine wirklich hochkarätige Möglichkeit gab, weder auf der einen, noch auf der anderen Seite. Die Geschichten aus Sicht der Berliner spielten sich zwischen den Pfosten ab, und davor, in der Abwehr. Denn Trainer Düwel hatte seiner Ankündigung, dass es Veränderungen geben werde, Taten folgen lassen. So stand Mohamed Amsif für Daniel Haas im Tor, und in der Viererkette ersetzte Björn Kopplin Toni Leistner. Kopplin spielte links, Fabian Schönheim rückte dafür in die Mitte.

„Es gibt Positionen im Spiel, dessen Kernaufgabe es ist, Tore zu verhindern“, begründete Düwel seine Maßnahmen. Beides seien „Reaktion auf die Summe der Dinge, die vorher geschehen sind.“ Mag die Pause für Leistner noch nachvollziehbar gewesen sein, so überraschte der Wechsel zwischen den Pfosten hingegen schon, nicht nur die 20.842 Zuschauer, die sich am Sonntag bei frühlingshaften Temperaturen in der Alten Försterei eingefunden hatten. Darunter auch der ehemalige Spieler und Kapitän Torsten Mattuschka.

Der Wechsel im Tor „hat mich schon überrascht“, sagte Stürmer Sebastian Polter, „weil Daniel an den Gegentoren in Leipzig ja nicht beteiligt gewesen war. Aber wir haben zwei gute Torhüter.“ Erst kurz vor dem Anpfiff, praktisch mit der Bekanntgabe der Startelf auf dem Spielberichtsbogen, hatte Düwel seine Entscheidung den Beteiligten und auch der gesamten Mannschaft mitgeteilt. Dass sich Amsif in seinem fünften Saisoneinsatz für Union nicht wirklich auszeichnen konnte, kann ihm nicht zum Vorwurf gemacht werden.

Hohe Laufbereitschaft in der Defensive

Die stereotype Spieleröffnung in der ersten Halbzeit– lange, hohe Pässe auf Polter – hingegen schon. Schnell hatten sich die Pfälzer darauf eingestellt. Zumal Polter selbst nicht jene Sicherheit an den Tag legte, die man sonst von ihm gewohnt ist. „Ich habe es heute nicht geschafft, die Bälle fest zu machen oder auch mal einen Freistoß zu ziehen“, gab sich der Angreifer selbstkritisch. Zuschnell landete das Spielgerät immer wieder beim Gegner.

Zu Gute halten muss man Union jedoch die eiserne Disziplin nach Ballverlusten. So wurde aus dem 4-1-4-1 schnell ein 4-3-2-1, in dem die Flügelspieler Steven Skrzybski (links) und Christopher Quiring (rechts) nach hinten rückten. „Defensiv haben wir eine sehr große Laufbereitschaft gezeigt“, sagte Düwel. Die wenigen Möglichkeiten durch Philipp Hofmann (31.), Karim Matmour (50., 70.) und Ring (90.+1) ließen die Gäste ungenutzt. „Bei dem Aufwand, den wir betrieben haben, hätte ich schon gerne drei Punkte mitgenommen“, sagte FCK-Coach Runjaic.

Auf der Gegenseite stand sich Union entweder selbst im Weg (Polter blockte einen Schuss des eingewechselten Martin Kobylanski ungewollt ab/69.), oder wurde im letzten Moment gestört (Björn Jopek/19.). Was blieb, war das zweite Spiel in Folge ohne Sieg. Oder ein Punktgewinn, bei dem endlich einmal wieder die Null gestanden hat.