Zweite Liga

Für Union ist ein Sieg gegen Ingolstadt so wichtig wie nie

Will Union weiter ein Wörtchen im Aufstiegsrennen mitreden, ist ein Heimerfolg gegen Ingolstadt eiserne Pflicht. Der Zweitligist schlüpft dabei in eine Rolle, in der er sich offenbar sehr wohl fühlt.

Foto: Micha Will / pa/dpa

Die Saison in der Zweiten Liga geht ins letzte Drittel. Da ist es spätestens jetzt an der Zeit, sich in Position zu bringen, um die gesteckten Ziele im Mai auch erfüllen zu können. Da kann es ja nur von Vorteil sein, mit einem Heimspiel in die entscheidende Phase zu starten. So wie der 1. FC Union, der am Sonnabend den FC Ingolstadt empfängt (13 Uhr, Alte Försterei). Ein Heimsieg, und die Köpenicker können weiter vom Aufstieg in die Bundesliga träumen.

Doch die Gemengelage ist so einfach nicht für die Berliner. Selten war die Vokabel von einem Pflichtsieg so angebracht wie vor dem Duell gegen die Oberbayern. Nicht, weil Union die zwingend bessere Mannschaft stellt, sondern weil sich die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus nach dem 1:2 von St. Pauli nicht noch einen Rückschlag leisten darf.

Das macht die Aufgabe nicht leichter gegen ein Team, das eine „gute Ordnung hat“, mit „Erstligaspielern“ gespickt und „auswärts stärker als zu Hause“ ist, wie Neuhaus die Ingolstädter charakterisierte. „Ingolstadt gehört vom Potenzial her ins obere Drittel“, gab auch Mittelfeldspieler Michael Parensen zu bedenken.

„Um Gejagter zu sein, muss man Erfahrung haben“

Die erwarteten rund 19.000 Zuschauer werden genau hinsehen, ob sich die Mannschaft tatsächlich in der Rolle des Jägers wohler fühlt als in der des Gejagten. Im Vorfeld wurde zumindest versucht, der Situation etwas Positives abzugewinnen, nachdem gegen St. Pauli erneut ein Big Point verpasst wurde. „Es ist vielleicht leichter, das Feld von hinten aufzurollen“, sagte Parensen. Neuhaus schlug in die gleiche Kerbe: „Um Gejagter zu sein, muss man Erfahrung haben.“

Fehlt dem Union-Jahrgang jene Erfahrung? Oder ist es vielleicht doch ein Problem mit der Qualität? Auf St. Pauli hatte Neuhaus deutlich gemacht, dass es nicht ausreiche, wenn Spieler nur 90 Prozent ihres Leistungsvermögens abrufen würden. Alles ist dem Ziel unterzuordnen, egal, ob es nun vor der Saison verkündet wurde oder sich erst im Laufe der Spielzeit herauskristallisiert hat.

Um dies noch einmal zu unterstreichen, nahm der Trainer seine Profis vor der Ingolstadt-Partie derart in die Pflicht, wie man es schon lange nicht mehr vernommen hat an der Alten Försterei. „Wir trainieren während der Woche nur, um am Wochenende unsere Leistung abrufen zu können“, sagte Neuhaus also: „Wenn jemand nicht bereit ist, dann hundert Prozent zu bringen, frage ich mich: warum?“

Neuhaus nimmt seine Spieler in die Pflicht

Der 54-Jährige ging sogar noch einen Schritt weiter: „Eigentlich ist es nicht zulässig, wenn es um Punkte, um Geld geht, nicht hundert Prozent zu bringen.“ Deutlicher konnte Neuhaus nicht unterstreichen, wie groß die Pflicht ist, gegen Ingolstadt zu gewinnen. Und wie stark der Drang ist, schon in diesem Jahr den Traum von der Erstklassigkeit erfüllen zu wollen.

Union will die vergangenen zweieinhalb Spiele als Grund für neuen Optimismus nehmen, sprich die Art und Weise, wie in der zweiten Halbzeit in Düsseldorf (1:1), gegen den FSV Frankfurt (2:0) und eben in Hamburg agiert wurde. „Da haben wir Dominanz ausgestrahlt, darauf lässt sich aufbauen“, sagte Parensen. Es gilt, die Fehlerquote klein zu halten, „gemeinsam und konsequent zu verteidigen“, so Neuhaus.

Und nebenbei spielen auch die Ansetzungen Union (36 Punkte) in die Karten. Denn mit dem Dritten Paderborn (39) und dem Fünften Karlsruhe (36) stehen sich am Sonntag zwei Mitbewerber um den Aufstieg gegenüber. Ein Remis, und Union könnte am KSC vorbei- und an Paderborn heranrücken. Aber nur, wenn der Sieg gegen Ingolstadt gelingt.