Gegen Duisburg

Union ist nur „ein bisschen zufrieden“ mit dreckigem Sieg

Trainer Neuhaus hat den Auftritt seiner Mannschaft gegen Duisburg kritisiert. Für manch Berliner zählt am Ende aber nur der Gewinn.

Foto: Matthias Koch / dapd

Zwiespalt – so lässt sich die Gefühlslage beim 1. FC Union nach dem Sieg beim MSV Duisburg (2:1) am Mittwochabend wohl am treffendsten umschreiben. Von großer Freude über einen Auswärtserfolg war an der Alten Försterei am Donnerstag nichts zu spüren. Uwe Neuhaus, der Trainer des Fußball-Zweitligisten, fasste seine Gefühlswelt mit den Worten „ein bisschen zufrieden“ zusammen. „Wir haben auswärts drei Punkte geholt und keine weiteren Verletzten zu beklagen“, begründete Neuhaus. Der Auftritt der Seinen konnte ihn allerdings kaum erwärmen.

Ähnlich sah es bei den Profis aus. „Wir wissen, dass wir besser spielen können“, sagte zum Beispiel Mittelfeldakteur Michael Parensen, „aber wir brauchen uns nicht dafür entschuldigen, dass wir 2:1 gewonnen haben. Sicher macht es uns auch mehr Spaß, wenn wir 5:0 gewinnen. Doch gerade in einer englischen Woche kannst du das nicht in jedem Spiel mit Hauruckfußball. Die Schwierigkeit ist, die Balance zu finden zwischen tollem Spiel und Kräfte schonen.“

Die Köpenicker boten alles andere als Fußball-Feinkost

Gern wird nach solchen Partien wie in Duisburg vom dreckigen Sieg gesprochen. „So etwas tut uns mal richtig gut. Gerade in der vergangenen Saison haben wir auswärts oft gute Spiele abgeliefert, aber nie etwas mitgenommen“, sagte Torsten Mattuschka. Doch auch der Kapitän wollte die Art und Weise, wie die drei Punkte eingefahren wurden, nicht schönreden: „Wir haben nicht gut gespielt.“

Gerade gegen einen derart angeschlagenen Gegner wie Duisburg boten die Köpenicker alles andere als Fußball-Feinkost. „Dass wir in der zweiten Halbzeit unsere Konter nicht besser ausspielen, ist schwer verständlich“, monierte Coach Neuhaus. Profi Markus Karl hielt dem entgegen: „Man muss nicht wahnsinnig gut spielen, um trotzdem Erfolg zu haben. Dass die Duisburger in der zweiten Halbzeit um ihr Leben rennen, ist auch klar. Es lügt sich ja auch keiner in die Tasche und sagt, das war jetzt ein Glanzsieg.“ Der defensive Mittelfeldspieler macht stattdessen eine einfache Rechnung auf: „Hauptsache wir gewinnen, alles andere interessiert mich nicht.“

Schon Sonnabend gibt es gegen den VfL Bochum (13 Uhr, Alte Försterei) die nächste Gelegenheit zu zeigen, dass Union fußballerisch mehr zu bieten hat.