1. FC Union

Zoundi ersetzt Quiring gegen Frankfurt

Nach der Verletzung von Quiring wittert Patrick Zoundi seine Chance - der 29-Jährige hat Trainer Neuhaus im letzten Spiel überzeugt.

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Wenn es lustig wird beim Training des 1. FC Union, dann kann man fast sicher sein: Patrick Zoundi ist mit von der Partie. Nicht dass der Mittelfeldspieler des Berliner Fußball-Zweitligisten seinen Beruf nicht ernst nehmen würde, doch die erfrischende Art des 29-Jährigen ist Ausdruck purer Lebensfreude.

Dabei gab es für Zoundi in den vergangenen Wochen und Monaten aus beruflicher Sicht nicht wirklich viel zu lachen. Als Dampfmacher auf der rechten Seite wurde er zu Saisonbeginn aus Düsseldorf verpflichtet. Über die Rolle des meist erst spät eingewechselten Teilzeitarbeiters ist jedoch bislang nicht hinaus gekommen.

Verärgerung ob des Stammplatzes auf der Bank? Sogar Wut darüber, dass er zwischenzeitlich sogar nur die Nummer drei in den Planungen von Trainer Uwe Neuhaus gewesen ist? Nicht bei Patrick Zoundi. „Ich habe inzwischen die Erfahrung, um zu wissen, dass dies Fußball ist“, sagt er und strahlt bis über beide Ohren: „Jeder muss auf seine Chance warten. Und mit der Zeit habe ich gelernt: Mit Wut im Bauch kann man der Mannschaft nicht helfen, weil man zu viel will.“

Mit dieser fast schon philosophischen Ansicht hebt sich Zoundi vom gängigen Klischee des unzufriedenen, weil nicht berücksichtigten Profis ab. Vielleicht auch weil ihm morgen im Spiel gegen Aufstiegskandidat Eintracht Frankfurt (20.15 Uhr, Alte Försterei) jene Chance zuteil wird, auf die er gewartet hat.

Die erneute Verletzung von Christopher Quiring (Sehnenverletzung im rechten Oberschenkel) spielt ihm dabei in die Karten. Jener Quiring, der in der Vorbereitung Zoundi, damals zudem gehandicapt durch eine Malaria-Erkrankung, klar ausgestochen hatte. Schon in der Hinrunde zeigte Zoundi Verständnis: „Quiring spielt eine Klassesaison, für den Trainer gibt es keinen Grund zu wechseln.“

Selbst als Quiring bereits Mitte Februar wegen eines Muskelfaserrisses pausieren musste, war Zoundi nicht automatisch der Ersatzmann. „Der Trainer hat seinen Plan“, sagt der Mann aus Burkina Faso lapidar. „Und wenn er entscheidet, dass ich immer nur für eine bestimmte Zeit spielen soll“, dann tue er dies eben. Insgesamt 21 Mal in dieser Saison und nie über die volle Distanz (17 Ein-, vier Auswechslungen).

Doch Zoundi wittert nun die Chance, eine für ihn insgesamt verkorkste Spielzeit doch noch zu einem versöhnlichen Abschluss zu führen. „Die Situation ist schon ein wenig anders als noch vor kurzem“, erklärt er, „Quiring kam zurück, nun ist er aber wieder verletzt. Und damit ergibt sich für mich eine Möglichkeit. Natürlich abhängig davon, wie der Trainer spielen lassen will.“

Der Coach wiederum ließ keinen Zweifel daran, dass Zoundi gegen Frankfurt von Beginn an dabei sein wird. „Patrick hat gut gearbeitet, er hat in Aachen auch sein viertes Tor geschossen. Er hat sich schon empfohlen und gezeigt, dass er will und ein Spiel mit entscheiden kann“, sagte Neuhaus. Ein Lob, das Zoundi ohne Zweifel gefreut hat.