1. FC Union

Trainer Neuhaus will keine Neuzugänge

Bis zum Rückrundenauftakt am Sonntag ist für die Spieler von Union Berlin noch einiges zu tun. Uwe Neuhaus fordert mehr Frische sowie mehr Sicherheit im Spielaufbau. Personelle Unterstützung wird sein Team bis Saisonende dafür nicht bekommen.

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Vorsichtig prüfte er die Beschaffenheit des Trainingsplatzes an der Alten Försterei. Und seine Miene verriet angesichts des angefrorenen Bodens eher Skepsis im Hinblick auf eine optimale Vorbereitung in den kommenden Tagen. Dennoch ließ sich Uwe Neuhaus dadurch nicht aus der Ruhe bringen. „Das kommt ja nicht überraschend, wir waren vorbereitet“, sagte der Trainer des 1. FC Union. Acht Tage hatte er die Spieler des Fußball-Zweitligisten in Südspanien bei bestmöglichen Bedingungen trainieren lassen. Nun, in den letzten neun Tagen vor dem Punktspielstart am 3. Februar in Paderborn, muss er angesichts der Temperaturen um Null Grad improvisieren.

„Viel Spritzigkeit“ sollen die Seinen sich nun aneignen. Am Mittwochmorgen gab es gleich einen Waldlauf, am Donnerstag steht ein wenig Athletik in der Halle auf dem Programm, am Freitag soll es bei diesen Bedingungen erstmals ins Stadion gehen, um ein Gefühl für das letzte Testspiel am Sonntag gegen den dänischen Zweitligisten AB Kopenhagen zu bekommen. Und es bleibt noch einiges zu tun.

„Wir müssen langsam die krassen Fehler im Spiel abstellen“, forderte der Coach. Weniger Müdigkeit, mehr Frische sei vonnöten, „vor allem im Kopf. Wir müssen schneller reagieren beim Lösen von Problemen auf dem Platz, kompakter sein und sicherer im Spielaufbau.“ Der Unterschied zwischen einem Team, das voll im Training steht, und Mannschaften, die in ihren Meisterschaften eine gute Rolle spielen und dabei über gute Einzelspieler verfügen wie die Testspielgegner Cadiz oder San Fernando, „macht sich schon bemerkbarer als ich vorher gedacht habe“, erklärte Neuhaus. Er sei sich sicher gewesen, „dass wir schon weiter sind“.

Menz und Parensen im Soll

Dann ist da die Frage, inwiefern die Rekonvaleszenten Michael Parensen und Christoph Menz wieder einsatzbereit sind. Parensen sei nach seinem Bänderriss im Sprunggelenk zwar im Soll, „ich gehe fast davon aus, dass er in Paderborn zur Verfügung steht“, so Neuhaus. Doch das Sprunggelenk des Mittelfeldspielers ist noch geschwollen. Und der ob der Witterung bevorstehende permanente Wechsel des Trainingsuntergrunds (gefrorener Boden, Kunstrasen, Hallenparkett) trägt nicht zum optimalen Heilungsverlauf bei. Immerhin ist Innenverteidiger Menz nach seiner Fußoperation wieder fit.

Testspieler Nana Attakora, der kanadische Innenverteidiger, konnte im Trainingslager dagegen nicht so überzeugen, wie es sich die Verantwortlichen gewünscht hätten. „Er ist sicherlich kein schlechter Spieler“, so Neuhaus über den 23-Jährigen, „doch so, wie es jetzt da unten gelaufen ist, war es nicht gerade glücklich.“ Sprachschwierigkeiten und mäßige Leistungen in den Testspielen – zu wenig, um sofort helfen zu können. „Wir stehen jetzt auch nicht unter Druck, einen Spieler holen zu müssen“ sagte Neuhaus. Und antwortete auf die Frage, ob es bis Ende der Transferperiode am Dienstag noch in neues Gesicht gebe: „Ich glaube nicht.“