Testspiel

Berliner Union-Fans randalieren in Wolfsburg

Bei einem Fußball-Testspiel zwischen VfL Wolfsburg II und Union Berlin II ist es am Wochenende zu Ausschreitungen gekommen. Gegen mindestens 15 Anhänger aus der Hauptstadt wird Anzeige erstattet.

Unschöne Szenen haben das Fußball-Testspiel zwischen VfL Wolfsburg II und Union Berlin II (1:1) überschattet. Während der bundesweite Fan-Kongress am Wochenende in Berlin tagte, lieferten sich die Ultras beider Vereine am Sonnabend Prügeleien. Die Polizei bestätigte am Montag die Vorfälle und kündigte Anzeigen wegen Landfriedensbruchs, Tragens verfassungswidriger Abzeichen und Sachbeschädigung gegen mindestens 15 Berliner Fans an.

„Das nächste Mal müssen wir solche Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit absolvieren“, sagte Pablo Thiam, Sportlicher Leiter der VfL-Reserve den „Wolfsburger Nachrichten“.

Insgesamt hatten rund 60 Union-Ultras die Zweitliga-Reserve mit der Bahn nach Wolfsburg begleitet. Einige von ihnen sollen in der Innenstadt Nazi-Lieder gesungen haben. „Die waren nur auf Auseinandersetzungen aus“, sagte der Polizei-Einsatzleiter Jens aus dem Bruch. Die Situation eskalierte nach dem Abpfiff, als sich in der VfL-Gaststätte Anhänger beider Klubs aneinander gerieten.

Der 1. FC Union wies am Montag die Vorwürfe zurück. „Nach unserem Kenntnisstand ist die Gruppe in Wolfsburg angegriffen worden. Der Veranstalter hatte keine Chance, das zu verhindern, da er auf diese Situation nicht vorbereitet sein konnte“, sagte Union-Pressesprecher Christian Arbeit im Trainingslager Chiclana. „Alles deutet darauf hin, dass die Gruppe in Wolfsburg angegriffen wurde“, gab Unions Sicherheitsbeauftragter Sven Schlensog seinen Kenntnisstand weiter.

Auch den Vorwurf rechter Parolen wollte Union nicht bestätigen. Im Gegenteil: Zwei farbige Union-Fans wurden auf der Anreise in Magdeburg rassistisch beleidigt. Sie hätten daraufhin ihrerseits Anzeige erstattet.