Saisonvorbereitung

Union geht auf Abenteuerfahrt nach Andalusien

Zweitligist 1. FC Union startet in sein erstes Wintertrainingslager unter Coach Neuhaus. Es geht ans Mittelmeer. Mit dabei ist auch der kanadische Innenverteidiger Nana Attakora.

Foto: 1. FC Union

Die 27 Jugendlichen haben sich im Schatten zweier Bäume positioniert. Manche sitzen, die Mehrzahl jedoch steht, wie es schließlich auch Tradition ist, wenn man als Fan des 1. FC Union die Klubhymne von Nina Hagen anstimmt. So wie die Schülerinnen und Schüler des Instituts Caparella in Lleida/Katalonien, die seit Jahren im Sommer nach Berlin reisen und dabei an der Alten Försterei auf den Geschmack gekommen sind. Man kennt den Fußball-Zweitligisten auch im Land des Welt- und Europameisters.

Rund 1000 Kilometer von Lleida entfernt werden Trainer Uwe Neuhaus und sein kickendes Personal von diesen Montag an acht Tage ihr Quartier im Hotel Vincci Costa Golf nahe Cadiz an der Costa de la Luz aufschlagen. Nach elf Tagen Konditions- und Grundlagentraining gilt es nun, die spielerischen Elemente einzustudieren. Für die meisten Spieler um Kapitän Torsten Mattuschka geschieht dies in ungewohnter Umgebung, denn es ist das erste Mal überhaupt, dass sich die Köpenicker Kicker unter Neuhaus im Winter nicht in Köpenick auf eine Halbserie vorbereiten. „Ich finde es gut, dass wir ins Trainingslager fahren, da kommen wir mal raus aus Berlin. In Spanien werden wir gute Bedingungen haben und mal eine andere Atmosphäre erleben“, gibt Mattuschka die Stimmungslage im Team wieder. Mit 24 Spielern geht es ans Mittelmeer, mit dem kanadischen Innenverteidiger Nana Attakora (23) von San Jose Earthquakes in der amerikanischen Major League Soccer (insgesamt 62 Einsätze) ist sogar ein Probespieler dabei. Zweimal täglich wird Neuhaus die Profis zum Training bitten, gegen den spanischen Drittliga-Spitzenreiter Cadiz FC wird schon am Dienstag getestet, eine weitere Prüfung ist für Sonnabend geplant.

Dass sich die Unioner dieses Jahr nach Andalusien aufmachen, liegt zum einen an der langen Winterpause im Bundesliga-Unterhaus; der Spielbetrieb startet erst wieder am ersten Februar-Wochenende. Zum anderen ist der Klub inzwischen wirtschaftlich so gut aufgestellt, um ein Trainingslager finanzieren zu können. So profitiert Union erstmals vom Premium-Sponsor Condor, der den Tross nach Spanien und wieder zurück fliegen wird. „In den beiden Vorjahren hatten wir uns entschieden, hier zu bleiben, sicher auch aus finanziellen Gründen, um den Etat ein bisschen zu entlasten“, sagte Neuhaus. Ein Fan von Trainingslagern sei er zwar nicht, „weil ich auch glaube, dass wir hier die besten Bedingungen haben. Deshalb machen wir auch keins im Sommer. Aber die letzten beiden Winter haben schon gezeigt, dass es sehr mühselig ist, den Schnee zu bekämpfen und vernünftige Bedingungen zu finden. Deshalb tut uns die eine Woche ganz gut, um fußballerisch einiges aufzuarbeiten.“ Es darf als Ironie bezeichnet werden, dass ausgerechnet dieser Winter in Berlin kaum von Schnee begleitet werden wird.

Auch 100 Fans werden in Andalusien erwartet, 29 Anhänger haben sogar das Klub-Angebot angenommen und werden mit dem Team zusammen anreisen und im gleichen Hotel wohnen. Ob sich auch die Schüler aus Lleida gen Süden aufmachen werden, darf aber bezweifelt werden.