Zweite Liga

Unions Nachwuchs benötigt noch etwas Zeit

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Michael Färber

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Aus dem Nachwuchs- in den Profi-Kader: Union Berlins Mittelfeldspieler Christopher Quiring hat den Sprung geschafft – und ist mittlerweile ein Leistungsträger. Doch er bleibt eine Ausnahme. Die anderen Jungtalente tun sich schwerer.

Das Programm ist hart, aber notwendig. Zweimal täglich lässt Coach Uwe Neuhaus die Spieler des 1. FC Union seit vergangenem Mittwoch trainieren, lediglich am Wochenende gibt es einen Tag mit nur einer Einheit. Schließlich soll der besten Hinrunde der Klubgeschichte eine keineswegs schlechtere Rückrunde folgen. Ins Schwitzen kommen dabei vor allem die Nachwuchs-Kicker des Berliner Zweitligisten. Sie wollen und müssen die Vorbereitungszeit bis zum Ligastart am 3. Februar beim SC Paderborn nutzen, um zu zeigen, dass sie den Sprung zu den Profis schaffen können.

Wie schwierig das Unterfangen ist, ist derzeit an zwei Akteuren zu beobachten. Oder eben nicht, denn Bone Uaferro und Philip Malinowski, die schon seit der vergangenen Spielzeit eigentlich zum Profikader zählen, wurden vom Trainer wieder in die U 23 zurückgeschickt. Anders als zum Beispiel bei Christopher Quiring (21), der sich innerhalb eines halben Jahres sogar in die Stammelf gespielt hat , wird den beiden 20-Jährigen ein ähnlicher Sprung momentan nicht zugetraut.

Malinowski habe sich zwar „körperlich richtig gut entwickelt. Aber er ist jetzt nicht so nah an die Mannschaft gekommen, dass es in absehbarer Zeit für uns reichen könnte“, erklärte Neuhaus. Ähnliches gilt auch für Uaferro, der in der Vorsaison wegen mangelnder Einstellung schon einmal aus dem Profikader verbannt worden war.

Skrzybski mit Potenzial

Aus dem Quartett der übrigen Jung-Profis erwarten sie sich an der Alten Försterei vor allem von Steven Skrzybski einiges. Seinen vier Kurzeinsätzen in 2010/11 konnte der 19-jährige Stürmer jedoch bislang nur einen weiteren über 24 Minuten hinzufügen. Sicherlich sollte nicht vergessen werden, dass mit Silvio, John Jairo Mosquera und Simon Terodde die Konkurrenz für Skrzybski groß ist.

Dennoch erhofft sich Neuhaus von ihm „im nächsten halben Jahr schon eine Entwicklung“. Der Trainer setzt auf das Talent des Angreifers, sagt aber auch: „Skrzybski hat in der U 23 wechselnde Leistungen gebracht. Er muss sich stabilisieren und auf Fußball konzentrieren.“

Neben Skrzybski zählt Maurice Trapp zu den jungen Spielern, die immer mal wieder im Kader stehen. Der 20-Jährige kommt auf immerhin drei Kurzeinsätze (insgesamt 50 Minuten), doch auch ihm ist anzumerken, wie schwierig der Wechsel in den Profibereich ist. Eine echte Alternative für die Stammspieler ist aber auch er längst noch nicht. Und über Fabian Fritsche sowie Oliver Hofmann lässt sich derzeit nur eines sagen: Sie sind von ihren Knieverletzungen inzwischen soweit genesen, dass sie wieder das volle Programm absolvieren können. „Wir müssen sie körperlich erst wieder heranführen, dann haben sie über gute Spiele in der U23 und gute Trainingsleistungen auch wieder die Chance, nach oben zu kommen“, sagte Neuhaus. Der Weg in den Profi-Kader, geschweige denn in die Startelf, bleibt allerdings auch dann für Fritsche und Hofmann ein sehr, sehr weiter.