Zweite Liga

Halil Savran verlässt Union Berlin in Richtung Aue

Union Berlins Halil Savran wechselt ablösefrei zu Ligakonkurrent Erzgebirge Aue. Der Stürmer war 2010 zu den Köpenickern gekommen, konnte sich dort jedoch nie richtig durchsetzen. In Aue will der gebürtige Berliner seiner Karriere neuen Schub verleihen.

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Schon am Vormittag suchte man ihn beim Training an der Alten Försterei vergeblich. Halil Savran , zu diesem Zeitpunkt noch Stürmer des 1. FC Union, weilte, während sich die Profis des Berliner Fußball-Zweitligisten mit dem Einstudieren von Passkombinationen herumschlagen mussten, am Freitag bereits in Aue. Der 26-Jährige absolvierte beim dortigen FC Erzgebirge seinen Medizincheck, wenige Stunden später gab es Gewissheit: Savran wechselt mit sofortiger Wirkung zu Unions Ligakonkurrent aus Sachsen, wo er einen Vertrag bis Ende Juni 2014 unterschrieben hat.

Gebürtiger Berliner

„Ich bin froh, dass es so schnell geklappt und Union mir keine Steine in den Weg gelegt hat, sondern mit mir eine Lösung gefunden hat, damit der Transfer zustande kommt“, sagte Savran. Der gebürtige Berliner begründete seinen Wechsel wie folgt: „Das Interesse von Aue hat mich sehr gefreut. Ich hatte ein sehr gutes Gespräch mit dem Trainer, in dem er mir seine Philosophie erläutert und mir auch erklärt hat, was er mit mir vorhat. Dann war für mich schnell klar, dass es eine interessante Aufgabe werden könnte. Ich bin froh, dass ich das Vertrauen bekomme und will es auch an den Trainer, die Mannschaft und das Umfeld zurückzahlen.“

Die Ursachen für den Transfer vom Tabellensiebten zum Liga-13. sind jedoch woanders zu suchen. Dass Savran nun im Erzgebirge die Chance sieht, seiner Karriere einen neuen Schub zu verpassen, liegt in erster Linie daran, dass er diese Chance bei Union nie bekommen hat . Besser gesagt: nie hat bekommen können. Das, was sich beide Seiten – Union und auch der Spieler – bei Savrans Unterschrift 2010 voneinander versprochen hatten, konnten die Vertragspartner nicht erfüllen.

Erwartungen nicht erfüllt

Mit der Empfehlung von 14 Toren in der Saison 2008/09 und weiteren zwölf Treffern in 2009/10 in der Dritten Liga war Savran im Sommer 2010 von Dynamo Dresden zu Union gewechselt. Trainer Uwe Neuhaus hatte sich von seinem neuen Angreifer eine Klasse höher ähnliche Torjägerqualitäten versprochen.

Doch die Anforderungen waren für Savran eine Nummer zu groß, er fand sich zumeist auf der Bank wieder. Als ihm dann im Sommer vergangenen Jahres neben dem etablierten John Jairo Mosquera auch noch mit dem Brasilianer Silvio und Simon Terodde zwei neue Angreifer vor die Nase gesetzt wurden, war auch die letzte minimale Hoffnung, es bei Union vielleicht doch noch schaffen zu können, verflogen. Es bleiben 29 Einsätze (davon nur elf von Beginn an) und zwei magere Törchen in eineinhalb Jahren. Keine wirklich überragende Ausbeute.

Finanziellen Spielraum gewonnen

So kam es trotz der Ankündigung von Trainer Neuhaus („Wir planen nicht, einen Spieler abzugeben“) so, wie es kommen musste und wie es für beide Parteien auch am sinnvollsten ist. „Halil kam auf uns zu und bat um die Vertragsauflösung“, erklärte Nico Schäfer, der kaufmännisch-organisatorische Leiter der Union-Lizenzspielerabteilung: „Er hat sich in für ihn sportlich schwierigen Zeiten absolut professionell verhalten. Es gibt deshalb überhaupt keinen Grund, ihm Steine in den Weg zu legen.“

Wobei natürlich nicht vergessen werden darf, das auch Union von dem Transfer durchaus profitiert, schließlich hat der Klub nun einen Spieler weniger auf der Gehaltsliste zu stehen. Und damit vielleicht doch ein wenig Spielraum, um in der Winterpause noch einmal aktiv zu werden. „Wenn jetzt nächste Woche auf einmal ein Spieler auf der Matte steht mit 160 Länderspielen, 25 Jahre alt und umsonst zu haben, den nehmen wir natürlich. Aber wir planen nicht, einen neuen Spieler zu holen“, hieß es bislang von Seiten des Übungsleiters. Doch wie schnell es gehen kann, zeigte das Beispiel Halil Savran. Entscheidend sei immer, dass es für beide Seiten passt. Bei Union und Savran hat es 18 Monate lang definitiv nicht gepasst.