1. FC Union

Parensen erleidet Außenbandriss im Fürth-Spiel

Pechvogel: Eine Verletzung am rechten Sprunggelenk zwingt Unions Mittelsfeldspieler zu drei Wochen Pause. Trainer Uwe Neuhaus hofft auf eine schnelle Genesung des 25-Jährigen bis zum Trainingslager.

Selbstverständlich hatte das 0:5 von Fürth Spuren hinterlassen. „Das Spiel hat mich schon enttäuscht. Es war so in der Form nicht zu erwarten, weil wir in den vergangenen Wochen gute Leistungen gezeigt haben“, sagte Uwe Neuhaus, der Trainer des 1. FC Union, zum Jahresausklang der Seinen beim Aufstiegskandidaten. Berlins Fußball-Zweitligist war beim Debakel in Mittelfranken ohne Chance, nahm dafür aber die Erkenntnis mit, dass ein Blick weiter nach oben doch eher eine Träumerei ist. Durch den Sieg von 1860 München beim Karlsruher SC (3:1) rutschte der Zweitligist auf Rang sieben zurück.

Und doch gab es etwas, dass nicht nur den Coach mehr frustrierte: der erneute Ausfall von Michael Parensen. „Seine Verletzung ärgert mich noch viel mehr als die Niederlage an sich“, sagte Neuhaus. Zumal der Mittelfeldspieler schon in der Vergangenheit diverse Probleme mit Verletzungen gehabt hatte. Am Freitagabend war er wenige Sekunden nach Anpfiff der zweiten Halbzeit nach einem Kopfballduell bei der Landung mit dem rechten Fuß umgeknickt und mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Rasen liegen geblieben. Parensen wurde sofort in die Uni-Klinik Erlangen gebracht.

Eine MRT-Untersuchung brachte einen Außenbandriss im Sprunggelenk ans Licht – drei Wochen Pause. „Das ist das i-Tüpfelchen auf einen verhexten Freitag“, kommentierte Neuhaus. Zwar sei man im Lager der Köpenicker froh, dass sich die schlimmsten Befürchtungen nicht bestätigt haben, weder Knöchel noch Syndesmoseband wurden in Mitleidenschaft gezogen. „Trotzdem bleibt es eine schlechte Nachricht“, so Neuhaus, der nun hofft, dass der 25-Jährige spätestens zum Beginn des Trainingslagers am 16. Januar wieder mit der Mannschaft trainieren kann.

Zu wichtig ist Parensen für das Spiel der Berliner, als dass sie schon wieder für längere Zeit auf ihn verzichten könnten. Ob als Dampfmacher im linken Mittelfeld, als resoluter Abräumer vor der Abwehr oder auch als kluger Vorbereiter des einen oder anderen Treffers hat sich Unions Nummer 29 mehr und mehr in die Rolle eines Unverzichtbaren gespielt. Parensen zählt zu jenen Spielern, die auch in der Schlussphase einer Partie an einen VW erinnern: er läuft und läuft und läuft.

Selbst Michael Büskens, der Triumphator vom Freitagabend, zeigte Mitgefühl. „Das macht einen betroffen. Parensen hat ja schon einiges an Verletzungen erleiden müssen“, sagte der Trainer der Fürther. Tatsächlich hat der Profi inzwischen eine prall gefüllte Krankenakte vorzuweisen, seit er in der Winterpause 2008/09 zu Union gewechselt ist. Im März 2010 beendete eine Knieoperation Parensens Saison vorzeitig, nach einem Zweikampf mit dem Aachener Marco Höger hatte er sich einen Teilanriss des Innenbandes im linken Knie zugezogen. Sein Comeback in der neuen Spielzeit, das beim 1:1 im Derby gegen Hertha BSC im September 2010 so hoffnungsvoll verlief, dauerte gerade einmal drei Partien – ein Zusammenprall mit dem Duisburger Julian Koch zog einen Innenbandanriss erneut im linken Knie nach sich.

Auch 2011 ging es tragisch weiter: Schädel-Hirn-Trauma Anfang Februar nach dem Zusammenprall mit Herthas Peter Niemeyer im Derby-Rückspiel, Probleme am Schienbeinmuskel und Schleimbeutelentzündung im März, Knieprellung und Saisonende im April, Straffung des Innenbandes im Knie im Mai. Dennoch kämpfte sich Parensen trotz verspäteten Einstiegs in die Saisonvorbereitung für 2011/12 wieder zurück – und bleibt, siehe Fürth, doch Unions Pechvogel. Dass die Verletzungspause nun in die Winterpause fällt, wird ihn nur bedingt trösten.