Zweite Liga

Unions Terodde feiert gelungenes Comeback

Doppeltes Glücksgefühl: Unions Stürmer Simon Terodde stand beim 4:0 gegen Frankfurt erstmals seit mehr als zwei Monaten wieder auf dem Platz – und erziele prompt sein erstes Liga-Tor. Sein Verbleib in Köpenick ist dennoch fraglich.

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Das Spekulieren an sich ist keinem Angreifer fremd, egal, ob er nun in der Bundesliga oder der Zweiten Liga Fußball spielt. Jenes Lauern auf den richtigen Moment, um in den freien Raum zu starten und nicht ins Abseits. Das Hoffen darauf, dass der Ball doch zu einem kommt und nicht vorher von einem gegnerischen Spieler abgefangen wird. Oder man spekuliert eben darauf, überhaupt am Spiel teilnehmen zu dürfen.

So wie Simon Terodde. Der Stürmer des 1. FC Union war an sich schon froh, dass er wieder zum Kader im Spiel gegen den FSV Frankfurt stehen durfte. „So ein wenig hatte ich schon gehofft, dass der Trainer dann nach dem 2:0 noch einen Stürmer bringt“, erzählte Terodde. Und der Coach tat, wie von ihm erbeten. „Simon ist seit anderthalb Wochen schmerzfrei“, sagte Uwe Neuhaus, „außerdem will ich ihn langsam wieder an die volle Belastung heranführen.“

Deshalb hatte der Coach entschieden, den 23-Jährigen wieder in den Kader zu nehmen. Und weil der Gegner aus Frankfurt beim 4:0 alles andere tat, als die Köpenicker Kicker vor unlösbare Aufgaben zu stellen, war eine Viertelstunde vor Schluss Teroddes Leidenszeit endlich beendet. Anfang Oktober hatte sich der Stürmer im Training eine Teilruptur des Innenbandes im rechten Knie zugezogen. Es folgten mehr als neun Wochen des Bangens, ob es für ihn in diesem Jahr überhaupt noch einmal für einen Einsatz reichen würde.

„Gerade bei Innenbandverletzungen muss man sehr vorsichtig sein“, erklärte Neuhaus: „Schon wenn man einen kleinen Schlag drauf bekommt, zwickt es wieder ein bisschen.“ Und Terodde, so selbstbewusst er sich stets auf dem Platz gibt, ist durchaus der Kategorie sensibler Spieler zuzuordnen. Diverse Gespräche hatte Neuhaus mit ihm führen müssen, stets wollte Terodde wissen, wie weit er wirklich ist, ob alles in Ordnung ist. Es seien „inhaltlich stets gute Gespräche“ gewesen, so Neuhaus.

Rückendeckung tat Heilungsprozess gut

Diese Rückendeckung tat dem Heilungsprozess offenbar gut, denn gegen die Frankfurter beendete Terodde nicht nur seine Leidenszeit, sondern auch gleich noch seine Durststrecke. Kaum zu glauben, doch dem Angreifer gelang erst zum Rückrundenstart sein erstes Tor für Union in der Liga.

Energisch, mit ausgestrecktem Bein hatte er dem Spielgerät den entscheidenden Stoß gegeben, um an FSV-Torwart Patric Klandt vorbeizurollen. Mit bangem Blick hatte Terodde den Weg des Balles verfolgt, erst als dieser die Torlinie überquert hatte, lösten sich seine Gesichtszüge. Es war endlich geschafft.

Zuvor nur im Pokal erfolgreich

Zuvor hatte Terodde nur einmal getroffen, beim Aus in der ersten DFB-Pokalrunde bei Regionalligist Rot-Weiss Essen. Gegen Frankfurt war Terodde denn auch sogleich von seinen Mitspielern umringt. „Klar haben wir uns mit ihm gefreut“, bestätigte Mittelfeldmann Chinedu Ede.

Der Angreifer suchte jedoch sogleich den Weg zur Bank, wo er dem Trainerduo Andre Hofschneider und Neuhaus um den Hals fiel. „Es ist ja nicht selbstverständlich, dass man nach so einer langen Pause und nach nur eineinhalb Wochen Training gleich wieder zum Einsatz kommt“, sagte Terodde. Umso selbstverständlicher war es für ihn, sich für das Vertrauen vor allem bei seinem Chefcoach zu bedanken.

„Dass er gleich seinen ersten Einsatz nach der Verletzung mit einem Tor krönt, ist schon ein kleines Wintermärchen“, sagte Neuhaus. Eines, das noch bis in den Sommer des nächsten Jahres andauern soll. Denn für den Stürmer geht es auch um seine Zukunft als Spieler. Terodde ist zu Saisonbeginn lediglich für ein Jahr vom 1. FC Köln ausgeliehen worden. So ist sein Comeback nach einer durchaus als verschenkt zu bezeichnenden ersten Halbserie als Kampfansage zu bezeichnen. Und seine Maxime, sich bei Union durchsetzen zu wollen, um den nächsten Schritt auf dem Weg zu einem Bundesliga-Profi machen zu können, gilt nach wie vor. Die Spekulationen, wann er denn nun treffen würde, sind jedenfalls beendet.