Unions Torhüter

Glinker empfiehlt sich für einen neuen Vertrag

| Lesedauer: 4 Minuten
Michael Färber

Foto: picture alliance / ZB / picture alliance / ZB/dpa-Zentralbild

Zu Beginn der Saison war Jan Glinker noch die Nummer Zwei. Mittlerweile hat er sich durch seine starken Leistungen als feste Größe im Tor von Union Berlin etabliert. Schon bald könnte es zur Vertragsverlängerung mit dem "ewigen Unioner" kommen.

Bei ihm dreht sich alles um die Nummer 1. Erst recht nach dem Sieg zum Hinrunden-Abschluss gegen Energie Cottbus. „Dass wir jetzt die Führung im Osten übernommen haben, nehmen wir natürlich gerne mit“, sagte Jan Glinker, der Torwart des 1. FC Union, mit Blick auf das 1:0 im Berlin-Brandenburg-Derby am Freitagabend. Die Köpenicker gehen als bester Ost-Klub in die Rückrunde der Zweiten Liga. Damit war zu Saisonbeginn nicht unbedingt zu rechnen. Gleich sechs Punkte liegen die Berliner vor dem ärgsten Verfolger aus Cottbus, die von Glinker schnell noch als eine Mannschaft bezeichnet werden, mit denen Union auf Augenhöhe liegt. Nach dem bisher Erreichten kann der Klub allerdings schon ein wenig herabschauen auf die Lausitzer.

Die Nummer 1 – das ist auch die Zahl, die Jan Glinker seit Jahren auf dem Rücken seines Trikots trägt. Und wer derzeit seine Leistungen zwischen den Pfosten sieht, wird feststellen, dass es auch an Glinkers Status als Nummer eins nichts zu rütteln gibt. Hellwach präsentierte er sich gegen Cottbus, seine Paraden sicherten seiner Mannschaft den achten Saisonsieg und die Zähler 26 bis 28. „Dass wir so viele Punkte haben, das ist das Wichtigste“, sagt Glinker.

Dabei ist jede Abwehr, jeder Reflex, jeder Ball, den der 27-Jährige abfängt und festhält, viel mehr als nur ein Mosaik für den kollektiven Erfolg. Jeder dieser Aktionen ist ein weiteres Argument, seinen Vertrag bei Union zu verlängern und seinen Status als ewiger Unioner weiter zu untermauern. Seit seinem Debüt für die Köpenicker Kicker im April 2004 stand Glinker inzwischen 231 Mal im Tor, kein Spieler aus dem aktuellen Kader von Trainer Uwe Neuhaus hat mehr Partien in der ersten Mannschaft absolviert. Und momentan sieht es so aus, als ob noch einige Partien hinzukommen werden. Gab es denn schon Gespräche über eine Verlängerung seines Vertrages, der am Ende dieser Spielzeit ausläuft? Glinker beginnt breit zu grinsen, als er sagt: „Vielleicht.“ Würde er denn bei Union überhaupt verlängern wollen? Wieder dieses Grinsen. „Klar, am besten schon gestern“, sagt Glinker. Ein wenig Flachs wird bei dieser Antwort schon dabei gewesen sein, und doch bleibt festzuhalten: Ein klares Nein sieht sicherlich anders aus. Es ist sein letztes Statement zu diesem Thema, das seinen Wunsch unterstreicht, weiter in Köpenick Profifußball spielen zu dürfen. „Für mich gibt es nur einen Verein“, macht Glinker deutlich.

Der Torwart ist selbstbewusster denn je. Nichts ist mehr zu spüren von irgendwelchen Unsicherheiten, die er noch während des Zweikampfes um den Stammplatz im Tor mit Konkurrent Marcel Höttecke gezeigt hat. Immer wieder spricht Glinker von der Sicherheit, die ihm der Trainer durch seine Rückendeckung gibt. Sicherheit, die er braucht, um solche Leistungen wie nun gegen Cottbus abrufen zu können. „Wenn ich das unbedingte Vertrauen des Trainers spüre, dann bin ich stark“, sagt Glinker immer wieder. Vertrauen, das er mit Leistung zurückzuzahlen weiß.

Mit Ruhe und Überzeugung

Nicht zuletzt die Erfolge in den vergangenen Wochen mit den Auswärtssiegen in Braunschweig (2:1) und Rostock (5:2) sowie dem torlosen Remis gegen Aufstiegsfavorit Fortuna Düsseldorf haben dazu beigetragen, dass nicht nur Glinker, sondern die gesamte Mannschaft einen Sprung nach vorn gemacht hat. Coach Neuhaus nannte „die Ruhe und auch die Überzeugung, das Spiel über die Zeit zu bringen“, als Schlüssel für den Erfolg im letzten Ostderby der Hinrunde.

Wenn dann auch noch Lob vom Gegner kommt, wie nun vom Cottbuser Schlussmann, dann kann man sicher sein, dass man einiges richtig gemacht hat. Glinker habe überragend gehalten, hatte Energie-Schlussmann Thorsten Kirschbaum gesagt. Der so Gelobte entgegnete nicht ohne Stolz: „So etwas hört man natürlich gerne.“ Sagte es, und grinste dabei.