Zweite Liga

Silvio sichert Union drei Punkte gegen Cottbus

Union Berlin hat 1:0 gegen Energie Cottbus gewonnen. Vor 17.478 Zuschauern im Stadion An der alten Försterei avancierte Torschütze Silvio zum Mann des Spiels und sicherte den Köpenickern den verdienten Erfolg.

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Ein Raunen ging durch die Alte Försterei. Soeben hatte Stadionsprecher Christian Arbeit die deutschen Gegner bei der Europameisterschaft im nächsten Jahr verkündet und den WM-Zweiten und Erzrivalen Niederlande genannt. Für Diskussionsstoff in der Pause der Zweitliga-Partie zwischen dem 1. FC Union und Energie Cottbus war also gesorgt. Schließlich hegt man auch in Köpenick Interesse am ganz großen Fußball. Den gab es am Freitagabend vor 17.478 Zuschauern zwar nicht zu sehen. Doch es war ein durchaus ansehnliches Spiel, dieses letzte Ostderby der Hinrunde. Und da Union auch noch mit 1:0 (1:0) gewann, bekam die Woche, die mit dem grandiosen 5:2-Auswärtssieg in Rostock begann und den Ansturm auf die Stadion-Aktien erlebte, einen wirklich gelungenen Abschluss.

Mit 28 Punkten gehen die Berliner in die zweite Halbserie, die für sie schon am kommenden Sonnabend gegen den FSV Frankfurt beginnt. Mehr Punkte hatte eine Zweitliga-Mannschaft aus Köpenick in 17 Partien noch nicht geholt. „Mit dieser Hinrunde können wir absolut zufrieden sein“, bilanzierte Union-Trainer Uwe Neuhaus. Ähnlich äußerte er sich auch über das Spiel seiner Mannschaft gegen die Lausitzer: „Der Sieg ist verdient, weil wir alles dafür getan haben. Cottbus hat uns aber auch alles abverlangt.“ Energie-Coach Claus-Dieter Wollitz trauerte schon der verpassten Chance nach, wenigstens einen Punkt mitnehmen zu können. Er resümierte aber auch: „Wenn ich jetzt sage, ein Unentschieden wäre gerecht gewesen, dann werden die Unioner das sicherlich anders sehen.“

Tatsächlich ging die erste Halbzeit an die Gastgeber, doch je länger die Partie nach der Pause dauerte, desto näher kamen die Cottbuser dem Ausgleich. „Heute hat es nicht so geklappt wie in Rostock“, musste auch Silvio eingestehen. Der Brasilianer war es, der im Endeffekt den Unterschied ausmachte. Zehn Minuten waren gespielt, als Kapitän Torsten Mattuschka einen Eckball in den Strafraum schlug, Christian Stuff stieg am höchsten, sein Kopfball konnte von Energie-Keeper Thorsten Kirschbaum nur vor die Füße des Brasilianers abgewehrt werden, der aus zwei Metern keine Mühe hatte einzuschieben – 1:0 für Union. Silvio hatte zuletzt am 11. September gegen Ingolstadt getroffen. „Bei dieser Ecke hätten wir viel besser verteidigen müssen. Aber Stuffs Laufweg war auch richtig gut“, sagte Wollitz zum entscheidenden Treffer.

Damit war die Union-Herrlichkeit vor des Gegners Tor jedoch vorbei. Später sprach Torwart Jan Glinker davon, „dass wir uns mit aller Macht dagegen gestemmt und den Sieg auch mit ein wenig Glück nach Hause gebracht haben“. Ganz unbeteiligt war der bescheidene Glinker an den drei Punkte allerdings nicht. Seine Glanzparaden gegen Christian Müller (25.) und Rok Kronaveter (70.) verhinderten jeweils einen drohenden Punktverlust. Höchste Anerkennung gab es von seinem Kontrahenten im Energie-Tor. „Jan Glinker hat heute überragend gehalten“, sagte Cottbus-Keeper Kirschbaum.

Und was der Union-Schlussmann nicht in die Finger bekam, ging entweder am Tor vorbei (Daniel Adlung/27., Dimitar Rangelov/80.), oder es stand die Latte im Weg, wie beim Schuss von Adlung nach 66 Minuten. Auf Seiten der Unioner scheiterte Christopher Quiring ebenfalls am Torgehäuse (55.). Die größte Chance, den berühmten Deckel auf die Partie zu machen, vergab aber Mattuschka. Nach herrlicher Vorarbeit von Chinedu Ede schob der Kapitän den Ball aus 15 Metern am völlig verwaisten rechten unteren Toreck vorbei. Eine ausgesprochen gute Einschussmöglichkeit, die sich Unions Nummer 17 sonst eigentlich nicht entgehen lässt.

Eine Hiobsbotschaft gab es dann doch noch. Patrick Kohlmann musste kurz vor der Pause ausgewechselt werden. Der Linksverteidiger war nach einem Zweikampf am Boden liegen geblieben, kurze Zeit später war sein Knöchel stark angeschwollen. Für ihn kam Markus Karl, den Neuhaus zunächst draußen gelassen hatte. Denn der Union-Trainer hatte die erfolgreiche erste Elf vom Spiel in Rostock nicht verändern wollen.