Union-Niederlage

Mattuschka überzeugt wenigstens am Zapfhahn

Das Spiel war mäßig, die Rückfahrt dafür feucht-fröhlich: Nach dem deutlichen 1:3 in Frankfurt bewirteten die Union-Spieler ihre Anhänger im Zug mit frisch gezapftem Bier. Berlins Kapitän Mattuschka ging dabei wie immer voran.

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Unions Kapitän Torsten Mattuschka ging mutig voran und zapfte auf der Rückfahrt von Frankfurt nach Berlin ein Bier nach dem anderen für die Fans. 800 Unioner waren mit dem Sonderzug an den Main gereist und hatten zumindest in der ersten Halbzeit im Frankfurter Stadion keinen ihrer Spieler so zielstrebig arbeiten sehen, wie den 30 Jahre alten Spielmacher am Zapfhahn im völlig überfüllten Partyzug.

„Wir hatten Angst, keiner wollte den Ball haben“, sagte Mattuschka nach dem 1:3 (0:2) : „In der zweiten Hälfte war es ein komplett anderes Gesicht. Jeder hat sich etwas zugetraut. So hätten wir das von Beginn an machen müssen.“ Immerhin war den Unionern ohne die Offensiven John Jairo Mosquera und Silvio sowie Verteidiger Ahmed Madouni die Klatsche erspart geblieben, die viele der insgesamt 1500 mitgereisten Anhänger nach 45 Minuten erwartet hatten. Christopher Quiring, der ebenfalls beim Ausschank ein Aktivposten war, hatte durch sein 1:2 das Spiel geöffnet, Frankfurts Erwin Hoffer in der 90. Minute aber den Deckel drauf gemacht.

„Wir haben es nicht verstanden, uns in der Offensive bemerkbar zu machen“, sagte Trainer Uwe Neuhaus über Hälfte eins, unterstrich aber nach der dritten Niederlage im fünften Auswärtsspiel das Positive: „In der zweiten Halbzeit wieder ins Spiel zu kommen und sich nicht hängen zu lassen, ist sicherlich eine Qualität, auf der wir aufbauen werden.“ Zum ersten Sieg auf fremdem Terrain reichte aber auch dieses Aufbäumen nicht.

Nachdem der Zug um 4.10 Uhr am Sonnabendmorgen in Berlin eingerollt war, bekamen die Spieler von Neuhaus den Auftrag, individuell auszulaufen. Nächstes reguläres Training ist erst wieder am Montag. So blieb Mattuschka Zeit, nach Cottbus zu reisen und sich anzuschauen, wie man es auswärts besser macht: St. Pauli schlug Energie durch zwei Tore von Marius Ebbers und je einen Treffer von Max Kruse und Sebastian Schachten deutlich mit 4:1 (Gegentreffer: Alexander Ludwig). Und auch im zweiten Spiel siegte das Auswärtsteam: Bochum schlug Ingolstadt nach einem 1:3-Pausenrückstand noch mit 5:3.