1. FC Union

Christoph Menz - vom Ersatzmann zum Abwehrchef

Die Verletzungsmisere des Berliner Zweitligisten 1. FC Union bietet Spieler Christoph Menz eine neue Chance. Trotz Fehler in der Abwehr ernennt ihn Trainer Uwe Neuhaus nun zum Chef der Defensive.

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Mit Selbstkritik geht er nicht gerade sparsam um. „Sicherlich habe ich in München und Frankfurt Fehler gemacht“, sagt Christoph Menz. Zwei Fehler, die zu Gegentoren geführt und Niederlagen eingeleitet haben. Doch der Defensivmann des 1. FC Union weiß mit entsprechendem Selbstvertrauen zu kontern: „In München war es nur das eine Ding, das katastrophal gewesen ist. Dass wir danach weiter gut gespielt haben, interessiert dann keinen mehr.“ Genau daran, an jene guten Leistungen, will er am Sonnabend im Heimspiel des Berliner Fußball-Zweitligisten gegen den Karlsruher SC (13 Uhr, Alte Försterei) wieder anknüpfen. Weil er es darf. Oder vielmehr: weil er es muss.

Durch die Ausfälle von Ahmed Madouni (Knieverletzung) und Daniel Göhlert (Adduktorenzerrung) ist der 22-Jährige nun der große Hoffnungsträger in der Innenverteidigung der Berliner. Auch deshalb, weil mit Christian Stuff dem dritten gestandenen Innenverteidiger eine Zwangspause droht. Stuffs Sprunggelenksverletzung habe sich zwar entgegen ersten Untersuchungen nun doch nicht als Riss des Syndesmosebandes erwiesen, doch fit ist er dadurch längst noch nicht.

Im Gegensatz zu Menz, der sich mehr und mehr mit der Rolle des Abwehrchefs anfreunden muss, zumindest für die 90 Minuten gegen den KSC. „Es ist für mich schon ungewohnt, der vermeintliche Abwehrchef zu sein“, gibt Menz einen Einblick in seine Gefühlswelt: „Besonders aufgeregt bin ich aber nicht.“ Selbst die Option, dass er mit Maurice Trapp einen Youngster zur Seite gestellt bekommen könnte, der gerade erst über insgesamt 55 Minuten Profierfahrung verfügt, bringt ihn nicht aus der Ruhe. „Man kennt sich ja aus dem Nachwuchsbereich“, sagt Menz.

Da ist wieder jenes Selbstvertrauen, das für Menz in diesen Tagen wichtiger denn je ist. Zwar wird er stets für seine Vielseitigkeit in der Defensive gepriesen. Doch die Möglichkeit, ihn rechts in der Viererkette, vor der Abwehr oder eben in der Innenverteidigung einsetzen zu können, macht ihn auch zum idealen Ersatzmann. Genau das möchte Menz aber eben nicht auf Dauer sein. So wie in der vergangenen Spielzeit, als Menz rechts in der Abwehr seinen Stammplatz gefunden zu haben schien, will er auch 2011/12 stets zur ersten Elf gehören. Am besten zentral, „da würde ich mich am liebsten sehen“, auf der Position des defensiven Mittelfeldspielers.

Das Verletzungspech der Mitspieler bietet Menz somit unverhofft die Chance, den nächsten Schritt zu machen, wie es Trainer Uwe Neuhaus nennt. „Grundsätzlich habe ich Vertrauen in Christoph, er ist sich seiner Verantwortung sicherlich auch bewusst. Vielleicht ist es auch der letzte Punkt, den er braucht, um dieser Verantwortung gerecht zu werden.“ Wenn dann noch die haarsträubenden Fehler ausbleiben, steht das Tor in Richtung Stammformation für Christoph Menz weit offen.