Neuer Ausfall

Unions Verletzungsserie reißt nicht ab

Das Verletzungspech scheint beim 1. FC Union kein Ende zu nehmen. Abwehrspieler Stuff und Stürmer Terodde fallen für die nächsten Partien aus. Insgesamt haben die Köpenicker jetzt vier Langzeitverletzte, die alle zu den Stammspielern zählen.

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Irgendwie beschleicht einen fast ein schlechtes Gefühl, wenn die Mannschaft des 1. FC Union gerade zum Fußballspielen auf den Rasen geht. Zwar ruht die Zweite Bundesliga derzeit, auf wettkampfnahe Praxis will Trainer Uwe Neuhaus deshalb trotzdem nicht verzichten. Also lässt er sein Team gegen den Nachwuchs des Klubs abtreten, die U23 und die U19 machen bei freiem Eintritt für die Fans den Sparringspartner für die Profis (11 Uhr, Dörpfeldstraße).

Und wie gesagt, irgendwie kommt dabei kein gutes Gefühl auf. Zu häufig musste die medizinische Abteilung des Klubs zuletzt nach Spielen oder Trainingseinheiten in Aktion treten und recht drastische Diagnosen aussprechen. Erst am Dienstag meldete sie Verteidiger Christian Stuff wegen eines Syndesmosebandrisses im rechten Sprunggelenk für sechs Wochen ab. Drei Tage später wurde sie in Sachen Simon Terodde tätig. Diagnose: Innenbandteilanriss im rechten Knie. Pause: vermutlich sechs Wochen.

Damit sind zwei der vier Berliner Profis länger außer Gefecht, die am meisten auf dem Platz stehen. Gerade bei Innenverteidiger und Abwehrorganisator Stuff kommt der Ausfall ungelegen. „Die Verletzung wiegt sehr schwer. Mit seinen enormen Zweikampfwerten war Christian eine große Stütze“, sagt Trainer Neuhaus. Doch sowohl Stuff als auch Terodde sind nur ein Teil des Problems. „Das Verletzungspech zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison“, bedauert Neuhaus. Derzeit hat Union vier Langzeitverletzte, die alle zu den Stammspielern zählen.

Mit Ahmed Madouni (Bänderdehnung) und Silvio (Außenbandanriss im Sprunggelenk) treffen die Ausfälle zudem Innenverteidigung und Angriff. Die neuen Ausfälle verschärfen damit die Probleme an neuralgischen Stellen. Wobei gerade im Sturm die Kompensation der Fehlenden schwierig erscheint. Neben Silvio als bestem Torschützen (vier Treffer) und dem unermüdlich arbeitenden Terodde hatte nur John Jairo Mosquera, der zuletzt ebenso ausfiel, nun aber Terodde im Training bei einem Zweikampf verletzte, das uneingeschränkte Vertrauen des Trainers. Halil Savran und Steven Skrzybski kamen selten oder gar nicht zum Einsatz. In der Abwehr verfügt Neuhaus dank der Rückkehr des ebenfalls lange ausgefallenen Daniel Göhlert durchaus über Alternativen.

Immerhin konnten Madouni und Silvio gerade wieder ins Training einsteigen. Doch ob sie nächsten Sonnabend gegen den Karlsruher SC (13 Uhr) schon mitwirken können, ist sehr fraglich. Bei Silvio sieht Neuhaus einen Einsatz eher in weiter Ferne. Der Trainer muss sich also überlegen, wie er seinen Angriff neu ausrichtet. Die Spiele gegen den Klub-Nachwuchs bieten dazu die Gelegenheit. Nur verletzen darf sich keiner mehr.