Zweite Liga

Union muss in Frankfurt auf Mosquera verzichten

Das Spiel des 1. FC Union gegen Frankfurt wird spannend, der verletzte John Jairo Mosquera kann nicht spielen. Die Berliner geben sich trotzdem selbstbewusst.

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Nach einem Intermezzo in Griechenland freut sich der Spieler wieder eigenen Angaben zufolge über die geordneten Strukturen in der Deutschen Fußballliga.

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Es gibt diese Spiele, da sind die Rollen klar verteilt. Auch in der Zweiten Liga, die in den vergangenen Jahren immer wieder gern für das Attribut herhalten muss, dass jeder jeden schlagen kann. Das Spiel des 1. FC Union gegen Alemannia Aachen vor fünf Tagen war so eine Partie, in der nicht zuletzt durch die Tabelle deutlich wurde: Union ist Favorit.

Die Vorzeichen für das Gastspiel der Köpenicker Kicker am Freitag bei Eintracht Frankfurt sind ebenso deutlich. Mit dem Unterschied, dass die Berliner als klarer Außenseiter anrücken. So wird man bei Union nicht müde, den Bundesliga-Absteiger aus der Main-Metropole so hoch auf den Favoriten-Schild zu heben wie nur möglich. „Frankfurt ist für mich der Aufstiegsfavorit, sie werden in jedem Fall unter den ersten Drei landen“, sagte Außenverteidiger Marc Pfertzel.

Sein Trainer geht sogar noch einen Schritt weiter. „Sie haben den besten Kader der Liga und werden sich definitiv durchsetzen“, sagte Uwe Neuhaus. Den Auftritt der Eintracht am Montag beim 4:1 in Dresden bezeichnete Neuhaus sogar als „Demonstration“.

Team fährt im Fanzug wieder heim

Keine Frage, die Hürde, der sich die Berliner gegenüber sehen, ist hoch. Das eigene Selbstbewusstsein jedoch auch. „Wir haben nichts zu verlieren, aber auch keine Angst, dort anzutreten“, sagte Pfertzel. Patrick Kohlmann, Pfertzels Pendant auf der linken Seite, sagt es ein wenig martialischer: „Wir fahren nicht dorthin, um uns abschlachten zu lassen. Dass wir nicht der große Favorit sind, wissen wir. Aber vielleicht ist es ein bisschen einfacher als gegen Aachen, wo jeder einen Sieg erwartet hat.“ In jedem Fall „sollten wir mit der nötigen Ernsthaftigkeit hinfahren“, forderte Kohlmann die richtige Einstellung.

Für eine lockere Rückfahrt ist in jedem Fall gesorgt. Denn egal, wie die Partie bei der Eintracht endet, die Mannschaft wird mit ihren Fans im Sonderzug zurück nach Berlin fahren, im Gepäck zwei 8Fässer Freibier, die in alter Tradition von den Spielern selbst gezapft werden.

Chancen, dass man auch aus Frankfurt Zählbares mitbringt und im Zug deshalb auch gefeiert werden kann, gibt es allemal. Die Unioner selbst haben schon bewiesen, wie man beim ultimativen Topfavoriten gewinnen kann. Fast auf den Tag genau acht Monate ist es her, dass die Köpenicker 2:1 bei Hertha BSC triumphierten und sich so den Titel des Stadtmeisters sicherten. Der Erfolg gilt als Grundstein für eine Rückrunde, an deren Ende der ungefährdete Klassenerhalt stand.

„Betrachtet man die Qualität des Gegners, so ist die Situation sicherlich vergleichbar“, sagt auch Neuhaus. Wie Eintracht Frankfurt heute galt auch Hertha damals nie als Zweitligist im eigentlichen Sinne. Vielmehr fanden sich beide Klubs in der Rolle eines Bundesligisten wieder, der nach dem Abstieg einen Betriebsunfall auszubügeln hatte. Aus Union-Sicht ist die Ausgangslage jedoch eine ganz andere als noch Anfang Februar. Denn statt im Abstiegskampf stehen die Berliner im Mittelfeld der Liga.

Und der Blick soll eher nach oben denn nach unten gehen. „Ich wäre gern mit komplettem Kader nach Frankfurt gefahren, um zu sehen, ob die Qualität da ist, auch bei einem solchen Gegner zu bestehen“, sagte Neuhaus. Neben Stürmer Silvio (Bänderriss) und Verteidiger Ahmed Madouni (Außenbanddehnung) muss der Trainer aber auch auf John Jairo Mosquera verzichten. Der Angreifer zerrte sich erneut den linken Oberschenkel. Am Mittwoch war der Kolumbianer beim Ultraschall, „als ich ihn danach getroffen habe, hat er den Daumen nach unten gezeigt“, ist Neuhaus wenig optimistisch, dass es für einen Einsatz in Frankfurt reicht. Somit dürfte Simon Terodde als einzige Spitze auf Torejagd gehen.

Ohnehin dürfte Union keineswegs so offensiv agieren wie zuletzt gegen Aachen. „Man muss schon aus einer gewissen Ordnung kommen und defensiv gut stehen“, erklärte Patrick Kohlmann, „aber wir dürfen uns nicht hinten einigeln, sonst ist es eine Frage der Zeit, bis das erste Gegentor fällt.“ Neuhaus habe bei den Frankfurtern sogar Probleme bei Kontern ausgemacht, die sein Team nutzen soll. Insofern könnten die Berliner dort anknüpfen, wo sie beim Gastspiel in Duisburg aufgehört haben. „Das war ein ganz gutes Spiel von uns, da haben wir hinten gut gestanden, hätten aber unsere Konter noch besser ausspielen müssen“, erinnert sich Kohlmann. Die Möglichkeit, es tatsächlich besser zu machen, bietet sich nun in Frankfurt, das – den Heimsieg fest eingeplant – „sicher sehr druckvoll beginnen wird“, sagte Neuhaus.

Was das mit dem Lokalrivalen aus Charlottenburg zu tun hat? „Hertha hat es in Dortmund vorgemacht, wie man auswärts bei einer guten Mannschaft bestehen kann“, nimmt Kohlmann das 2:1 beim Deutschen Meister als gutes Beispiel. Er hätte aber durchaus auch seine eigene Mannschaft nehmen können.