Zweite Liga

Trainer Neuhaus muss Union-Fans zurückerobern

Wenn Union Berlin am Sonnabend auf den VfL Bochum trifft, geht es nicht nur um drei Punkte, sondern auch um Wiedergutmachung. Denn nach der Schlappe in Dresden brodelt es unter den Fans.

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In Bochum sind die Ambitionen andere als in Berlin. Der VfL will zurück in die Fußball-Bundesliga, der 1.FC Union schielt auf Platz neun, wäre aber auch nicht ganz unzufrieden damit, wenn man sich nicht am Abstiegskampf beteiligen müsste. Insofern bedeuten die vier Punkte, die beide Klubs aus den ersten vier Spielen erbeutet haben, dass Bochum sogar mehr unter Druck steht, wenn beide Mannschaften am Sonnabend aufeinandertreffen (13 Uhr, Alte Försterei, hier im Live-Ticker von Morgenpost Online ).

Einfacher macht es das für die Köpenicker nicht, auch für sie geht es um sehr viel. „Wir sind in der Pflicht gegenüber uns selbst und gegenüber den Fans, wieder Union-Fußball zu bieten“, sagt Trainer Uwe Neuhaus. Die blamable Partie in Dresden (0:4) hat viel kaputt gemacht, nun muss die Mannschaft sich die Sympathien der Anhänger zurückerobern. Mit „Fußball, mit dem sich jeder identifiziert“, wie Neuhaus sagt. Bei Union heißt das Fußball mit Kampf und Leidenschaft.

Im Training zeigten die Spieler schon recht viel davon. „Es was sehr aggressiv“, sagt Torhüter Jan Glinker. Ahmed Madouni zog sich sogar eine Platzwunde am Kopf zu, trainierte aber weiter. Es ging richtig zur Sache bei Union. „Das wollen wir mit ins Spiel nehmen“, so Glinker, der auch gegen Bochum im Tor stehen wird. Andere können sich ihrer Position dagegen nicht sicher sein. „Das Spiel in Dresden wird Anlass sein, dass eine oder andere zu verändern“, sagt Neuhaus. Es wird also mehr andere Gesichter in der Startelf geben als nur das von Madouni. Der rückt für den verletzten Daniel Göhlert in jedem Fall in die Innenverteidigung und soll dort gleich Akzente setzen. „Ahmed ist von seiner Persönlichkeit her dazu geeignet, das Kommando hinten zu übernehmen“, erzählt der Trainer, der von jedem seiner Profis mehr Biss erwartet.

Der wird nötig sein gegen den VfL Bochum, denn der Kader des Gegners „gehört zu den besten der Liga“, wie Neuhaus betont. Am Engagement sollte es diesmal allerdings nicht hapern. Nach den Reaktionen der Fans in Dresden weiß die Mannschaft, was auf dem Spiel steht.