Nach Comeback

Unions Parensen soll langsam wieder Fuß fassen

Beim 3:0-Erfolg gegen Paderborn absolvierte Unions Michael Parensen sein erstes Pflichtspiel seit vier Monaten - nicht überragend, aber solide. Nach eineinhalb verletzungsreichen Jahren will Trainer Neuhaus den 25-Jährigen nicht überfordern.

Ein bisschen wäre noch gegangen, fünf Minuten vielleicht, aber mehr nicht. Es tat schon überall weh, an den Füßen hatten sich Blasen gebildet. Trotzdem fühlte es sich gut an, es waren schöne Schmerzen, und Michael Parensen war glücklich, als er den Rasen des Stadions „Alte Försterei“ in der 60. Minute verließ.

Lange hatte der Mittelfeldspieler des 1. FC Union darauf warten müssen, Fußball wieder so zu erleben wie gegen den SC Paderborn. Nicht wegen des Resultats und des ersten Saisonsieges (3:0) der Berliner in der Zweiten Liga. Sondern wegen seiner persönlichen Geschichte, die in den vergangenen eineinhalb Jahren die Züge eines großen Dramas trug. Verletzungen und Comebackversuche reihten sich unaufhörlich aneinander. Nun also der nächste Anlauf, der 25-Jährige absolvierte gegen Paderborn sein erstes Pflichtspiel seit dem 3. April.

Belebendes Element auf der Außenbahn

Auf der linken Außenbahn tat er dem Spiel der Köpenicker gut. „Die Mannschaft hat es mir leicht gemacht, wieder hineinzufinden“, sagt Parensen. Nach so langer Zeit aber, in der er die meisten Partien nur als Zuschauer verfolgte, läuft natürlich nicht alles so selbstverständlich wie gewohnt. Bis er wieder richtig drin ist, wird es noch dauern. Diese Zeit gönnt ihm Trainer Uwe Neuhaus . Sein Vorgehen bei Parensen ist sehr behutsam, er will ganz bestimmt nichts überstürzen. Das Risiko, dass ihm wieder etwas zustößt, soll so klein wie möglich gehalten werden.

Im März vergangenen Jahres zog er sich einen Innenbandriss im linken Knie zu, im September riss das Band erneut an. Dann kam eine Gehirnerschütterung , und zuletzt kehrten die Schmerzen im Knie immer wieder zurück . Im Sommer hat sich Parensen das Außenband straffen lassen. Seither fühle sich das Knie so gut an wie noch nie.

Wichtiges Teil in Neuhaus' Strategie-Puzzle

Nun muss es halten. Das wäre nicht nur wichtig für ihn, sondern auch für Union. Parensen ist ein wichtiges Teil im strategischen Puzzle von Neuhaus. Beide kennen sich schon lange, bei Borussia Dortmund holte Neuhaus ihn einst von der A-Jugend ins Amateurteam. Der Trainer schätzt an Parensen die Präsenz auf dem Platz – und seinen Charakter. Der offenbarte sich gegen Paderborn auf besondere Weise. Nach Spielschluss sammelte Parensen, der gerade gut ein Jahr seiner Karriere verloren hat, die Kollegen auf dem Rasen um sich und hielt eine Ansprache. „Das war eine spontane Idee. Nach dem schlechten Start sollte die Aktion für uns so etwas wie einen Neuanfang darstellen“, erklärte er anschließend.

Was er den Mitspielern sagte, hatte mit dem Auftreten von Union zu tun. „In der Zweiten Liga geht es nur mit Kampf, Laufbereitschaft, Leidenschaft und Geschlossenheit“, so Parensen. Alles davon hatte er gesehen gegen Paderborn, das wollte er dem Team noch einmal mitteilen – damit die Anforderungen bei einigen nicht gleich wieder in Vergessenheit geraten. Sicher keine schlechte Idee, denn seit über einem Jahr zeigt Union nur sehr selten zwei gute Spiele in Folge. Eine auffällige Parallele zu Parensens Leidenszeit. Aber die soll ja nun zu Ende sein.