DFB-Pokal

Union verliert gegen Essen nach Elfmeterschießen

Rot-Weiss Essen hat Zweitligist Union aus allen Pokal-Träumen gerissen und ist in die zweite Runde des lukrativen Wettbewerbs eingezogen. Der viertklassige Revierclub bezwang die Berliner mit 4:3 (2:2, 2:2, 1:0) im Elfmeterschießen.

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Christoph Menz und Markus Karl starrten ins Leere, Simon Terodde saß völlig fertig auf dem Rasen, John Jairo Mosquera blickte ungläubig drein, so als könne er gar nicht glauben, was passiert war. Doch es war bittere Wahrheit, Freitagabend um 23.11 Uhr: Der 1. FC Union ist wieder einmal in der ersten Runde des DFB-Pokals gescheitert. Zum fünften Mal in Folge, zum vierten Mal unter Trainer Uwe Neuhaus. Gescheitert, an den eigenen Nerven im Elfmeterschießen, Terodde und Chinedu Ede hatten verschossen. Und so war es Rot-Weiss Essen, der Regionalligist, der seinen Torhüter Dennis Lamczyk feierte und den Einzug in die zweite Runde dank des 4:3 im Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten hatte es 2:2 (2:2, 1:0) gestanden.

„Je länger das Spiel dauerte, desto mehr habe ich aufgehört, daran zu glauben, dass wir es noch schaffen können“, gab Nico Schäfer, der kaufmännisch-organisatorische Leiter von Unions Lizenzspielerabteilung, einen Einblick in sein Seelenleben während der 90 regulären Minuten. So wie ihm dürfte es nahezu allen Anhänger der Berliner unter den 12.701 Zuschauern auf der Baustelle Georg-Melches-Stadion gegangen sein.

Lange Zeit kam der Favorit mit der Laufbereitschaft, dem bedingungslosen Einsatz der Essener nicht zurecht. Und als die Kräfte beim Viertligisten schwanden, schaffte es Union zwar, sich in der Hälfte der Hausherren festzusetzen. Nur zum Abschluss kam man nicht. Immer wieder war ein Essener Bein dazwischen, war das letzte Anspiel zu ungenau oder fand erst gar nicht statt. So begann das große Zittern bis in die Nachspielzeit hinein.

Eben das hatten die Köpenicker Kicker verhindern wollen. Mit Kapitän Torsten Mattuschka im offensiven Mittelfeld, mit Patrick Zoundi statt Christopher Quiring auf der rechten Außenbahn, der Youngster rückte dafür statt Chinedu Ede auf die linke Seite. Und mit Jan Glinker im Tor, der überraschend den Vorzug vor Marcel Höttecke, Unions Nummer eins, bekommen hatte.

Doch der David hielt tapfer dagegen. Von einem Klassenunterschied war lange Zeit nichts zu sehen. Schon in der ersten Halbzeit schallte es lautstark „Zweite Liga, keiner weiß warum“, von den Rängen. Zu diesem Zeitpunkt musste Union bereits einem Rückstand hinterherlaufen. Erst hatte Lukas Lenz Torwart Glinker geprüft, den anschließenden Eckball köpfte Timo Brauer ungehindert ein (22.). In beiden Szenen stand Rechtsverteidiger Marc Pfertzel viel zu weit weg von den beiden Essenern, der Rechtsverteidiger wurde folgerichtig in der Pause ausgewechselt.

Die zweite Halbzeit begann mit Pech. Ein Terodde-Treffer wurde zu Unrecht wegen Abseitsstellung die Anerkennung von Schiedsrichter Robert Kempter (Sauldorf) verwehrt (50.), wenig später wurde ein Silvio-Kopfball noch von der Linie gekratzt (56.). Die Partie schien gelaufen, als der eingewechselte Benedikt Koeb zum 0:2 einschoss (76.), nachdem Jan Glinker bei einem Freistoß der Essener aus seinem Tor herausgeeilt und mit Verteidiger Daniel Göhlert zusammengestoßen war.

Erst als die ersten Union-Fans das Stadion bereits verlassen hatten, kam die Hoffnung zurück. Patrick Zoundi hatte sich am Strafraum durchgetankt, einfach mal aufs Tor geschossen und getroffen (82.). Ganz einfach, ganz schnörkellos. Es brauchte jedoch bis in die erste Nachspielminute, ehe sich Union in die Verlängerung retten konnte. Rot-Weiss-Keeper Lamczyk hatte gegen John Jairo Mosquera zunächst noch Glück, beim Nachschuss durch Terodde war er jedoch machtlos. Es folgte eine Verlängerung ohne Höhepunkte. Der Rest war Enttäuschung.