0:4 Niederlage

Union patzt beim Heimauftakt gegen Fürth

Beim ersten Heimspiel musste der 1. FC Union eine herbe Niederlage einstecken. In einer durchaus sehenswerten Partie hatten beide Mannschaften viele gute Torchancen. Fürth agierte jedoch deutlich effizienter.

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Der 1. FC Union Berlin hat eine turbulente Woche mit einer deftigen Heimpleite abgeschlossen. Nach den Veröffentlichungen um Präsident Dirk Zingler und seinen DDR-Wehrdienst bei einem Stasi-Wachregiment unterlag der Hauptstadtclub in der 2. Fußball-Bundesliga mit 0:4 (0:2) der SpVgg Greuther Fürth.

Vor 15.004 Zuschauern trafen am Samstag Heinrich Schmidtgal (8. Minute), Olivier Occean (26., 50.) und Bernd Nehrig (80./Foulelfmeter) für die Franken, die ihren ersten Saisonsieg feierten. Der kasachische Nationalspieler Schmidtgal sah wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (57.). Union-Kapitän Torsten Mattuschka scheiterte mit einem Foulelfmeter an Fürth-Keeper Max Grün (76.).

„Es ist ein dickes Ding, den Heimauftakt so zu verlieren. Das ist alles andere als angenehm“, sagte Union-Trainer Uwe Neuhaus und fügte hinzu: „Hätten wir den Elfmeter verwandelt, wäre noch alles möglich gewesen.“

Vor dem Beginn der Partie hatte Union-Pressesprecher Christian Arbeit noch eine flammende Rede an die Fans gerichtet. Das Thema: Dirk Zingler. Arbeit, der gleichzeitig Stadionsprecher bei den „Eisernen“ ist, bekam lautstarken Applaus der Anhänger, die nach den Veröffentlichungen seit Tagen kontrovers über ihren Präsidenten diskutieren. Zingler selbst war nicht im Stadion. „Klar, das Ganze kann man nicht ausschalten. Die Spieler lesen auch Zeitung, aber das darf kein Alibi sein“, forderte Neuhaus noch vor der Partie.

Seine Mannschaft schien auf seine Worte zu hören und legte einen verheißungsvollen Beginn hin. Nach sechs Minuten traf Neuzugang Simon Terodde aus zehn Metern nur die Latte. Diese Aktion passte ins Bild des Union-Spiels. Die Berliner hatten über die gesamte Spielzeit viele hochkarätige Chancen - vergaben jedoch alle. Fürth agierte dagegen deutlich effizienter und zeigte beim Torabschluss die nötige Konsequenz.

Ein Knackpunkt der Partie war der frühe Rückstand, als Union-Torhüter Marcel Höttecke bei Schmidtgals Freistoß von der Strafraumkante eine schlechte Figur abgab. Union wartet nun seit acht Jahren auf einen Sieg gegen die Franken. In elf Liga-Duellen verließen die Hauptstädter nur einmal den Platz als Sieger. Die Fans nahmen die Pleite mit Galgenhumor und sangen „Das ist eine ganz enge Kiste“ - wie in der Saison 2002/03, als Union mit 0:7 dem 1. FC Köln unterlag. Gäste-Trainer Mike Büskens zollte dem Publikum Respekt: „Hut ab vor den Union-Fans. So etwas habe ich noch nie erlebt, das war gigantisch.“