1. FC Union

Neu-Unioner Terodde will gegen Fürth punkten

Kurz vor dem Heimspiel gegen Greuter Fürth hat Morgenpost Online Simon Terodde zum Interiew getroffen. Der Stürmer spricht über die Erwartungen vor seinem ersten Pflichtspiel, Vorgänger Karim Benyamina und seine Zeit in Köln.

Foto: picture alliance / City-Press Gb

Selbstverständlich sind auch die Vorkommnisse der vergangenen Tage um Dirk Zingler, den Präsidenten des 1. FC Union, und Marcel Höttecke, den Torwart des Berliner Fußball-Zweitligisten, nicht spurlos an ihm vorbei gegangen. Äußern möchte sich Simon Terodde dazu nicht. Der Stürmer, der erst vor der Saison zu den Köpenicker Kickern gewechselt ist, will sich – sicher auch zur Freude seines Trainers Uwe Neuhaus – voll und ganz auf das Sportliche konzentrieren. Schließlich liegt ein wegweisendes Spieljahr vor dem 1,92-Meter-Mann. Morgenpost-Online-Redakteur Michael Färber sprach vor dem Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth (Sonnabend, 15.30 Uhr, Alte Försterei, live im Morgenpostticker) mit dem 23-Jährigen.

Morgenpost Online: Worauf freuen Sie sich bei Ihrem ersten Pflichtspielauftritt am Sonnabend in der Alten Försterei denn am meisten?

Simon Terodde: Ich habe ja schon viel von den Fans hier gehört und habe auch in den Testspielen schon einen kleinen Vorgeschmack bekommen. Ich habe auch mit ehemaligen Mannschaftskollegen gesprochen, die hier schon gespielt haben. Ob bei der Hymne oder während des Spiels – das wird schon sehr stimmungsvoll werden.

Morgenpost Online: Sie wurden praktisch als Nachfolger von Karim Benyamina verpflichtet, der lange Jahre Publikumsliebling bei Union gewesen ist. Erhöht das den Druck auf Sie?

Simon Terodde: Überhaupt nicht. Er ist natürlich wie ich ein Offensivspieler, da liegt es auch nahe, dass ich quasi der Nachfolger sein könnte. Aber wir sind zwei verschiedene Spielertypen, zudem wurde auch noch Silvio verpflichtet. Da mache ich mir keinen Kopf oder sehe mich als Nachfolger, der Benyamina irgendwo ersetzt.

Morgenpost Online: Mit welchen persönlichen Erwartungen sind Sie in die Saison gegangen? Schließlich sind Sie zunächst nur für ein Jahr vom Bundesligisten 1. FC Köln ausgeliehen.

Simon Terodde: Ich konzentriere mich selbstverständlich voll auf Union, da interessiert mich nicht, ob ich jetzt noch einen Vertrag in Köln habe. Ich möchte der Mannschaft helfen, so viele Einsatzminuten bekommen wie möglich, mich dem Trainer Woche für Woche anbieten und hoffen, dass ich dann meine Spiele mache.

Morgenpost Online: Frank Schäfer, der Kölner Nachwuchskoordinator, war während der Vorbereitung kurz zu Besuch. Wie wichtig ist es Ihnen, weiter von Ihrem Hauptarbeitgeber betreut zu werden?

Simon Terodde: Es ist natürlich immer gut zu wissen: Da kümmert sich noch einer um dich. Ich habe Frank Schäfer ja auch viel zu verdanken. Er hat mich nach Köln geholt. Und dass er jetzt dort diese Position ausfüllt, gibt einem schon ein gutes Gefühl.

Morgenpost Online: Wie war er mit Ihrem Leistungsstand zufrieden?

Simon Terodde: Er hat sich unser Testspiel gegen Heart of Midlothian angeschaut und war eigentlich sehr zufrieden. Auch über die Trainingsbedingungen hat er sich informiert und kam zu dem Schluss, dass Union in jedem Fall der richtige Verein für mich ist.

Morgenpost Online: Der Hauptgrund, warum Sie den 1. FC Köln in Richtung Berlin verlassen haben, war, dass Sie keine Chance gesehen haben, an den etablierten Stürmern Lukas Podolski und Milivoje Novakovic vorbeizukommen. Was fehlt Ihnen denn noch, um selbst dieses Niveau zu erreichen?

Simon Terodde: Ich muss mich ja erst einmal in der Zweiten Liga beweisen! Bislang hatte ich ja so viel noch nicht vorzuweisen außer der Regionalliga. Ich konnte mich zwar im Training immer wieder anbieten, aber das ist ja etwas anderes. Novakovic trifft jedes Jahr zweistellig, Podolski ist als Nationalspieler natürlich auch gesetzt. Ich konnte mir viel von ihm abschauen, aber bei Union weiß ich, dass ich ein fester Bestandteil der Profimannschaft bin. Hier kann ich mich am besten entwickeln.

Morgenpost Online: Kritiker könnten jetzt sagen, Sie würden sich bei Union nur für eine Rückkehr nach Köln fitspielen.

Simon Terodde: Das sehe ich natürlich gar nicht so. Ich versuche, hier meine Leistung zu bringen, und alles andere wird man sehen. Ich kann mir natürlich auch vorstellen, länger bei Union zu bleiben.

Morgenpost Online: Die Leistung eines Stürmers wird vor allem an seinen Toren gemessen. Wann schießen Sie Ihr erstes Pflichtspieltor für Union?

Simon Terodde: Ich hoffe, schon gegen Greuther Fürth.