1. FC Union

Wie sich Michael Parensen zurück ins Team kämpft

Nach seiner schlimmen Knieverletzung fiel Mittelfeldspieler Michael Parensen über längere Zeit aus. Jetzt ist er wieder zurück auf dem Platz. Trainer Uwe Neuhaus gibt sich optimistisch: „Wir haben genug Zeit, ihn heranzuführen."

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Die Fans feierten ihn mit lauten Sprechchören, er selbst fand es „einfach schön, wieder dabei zu sein“. Dass er im letzten Test gegen Heart of Midlothian nur eingewechselt wurde? Das störte Michael Parensen nicht im Geringsten. Er genoss jede der knapp 20 Minuten, die er in der Alten Försterei spielen durfte. Lange, zu lange hatte er darauf warten müssen. Nun endlich der große, so wichtige Schritt auf dem Weg zurück in die Stammformation des Berliner Fußball-Zweitligisten. Fußball statt Knie-Fall.

Die Szenerie kommt einem irgendwie bekannt vor. Während die Mitspieler eifrig auf dem Training schwitzen, gibt nur der auf dem Gelände parkende Wagen Zeugnis von der Anwesenheit des Mittelfeldspielers ab. Reha statt Übungen mit dem Ball – nicht gerade das, was man sich als Fußball-Profi vorstellt, erst recht nicht im Rahmen der Vorbereitung auf eine neue Saison. Gegen die Schotten stand der 25-Jährige nun seit dem 3. April erstmals wieder im Kader. Wieder hatte sich Parensen nach einer Knieverletzung herangekämpft. „Ich durfte ja lange nicht mit der Mannschaft trainieren“, sagte Parensen. Sein Lachen beweist, dass diese Zeit jedoch vorbei ist. Wieder einmal. Denn, wie sein Trainer Uwe Neuhaus feststellte: „Parensen hat ja praktisch ein komplettes Jahr verloren.“ 14 Einsätze stehen für ihn in der Spielzeit 2010/11 gerade einmal zu Buche, nicht wirklich viel für jemanden, der auf der linken Mittelfeldseite sehnlichst zurückerwartet wird.

Jetzt sei es für Parensen einfach nur wichtig gewesen, „das Gefühl zu erleben, wieder auf dem Platz zu stehen“, sagte der Trainer. Die individuellen Übungseinheiten wurden extra so angepasst, dass es für einen Einsatz wenigstens im letzten Testspiel reichte. „Das war mit ihm so abgesprochen. Sonst hätte er auch anders trainiert. Er hat ja noch einiges nachzuholen“, erklärte Neuhaus.

Doch nichts kann nach einer monatelangen Pause für die Stärkung des Selbstvertrauens förderlicher sein als jeder gelungene Pass zum Mitspieler, jeder schmerzfreie Sprint, jeder gewonnene Zweikampf. Selbst wenn man weiß, dass das Ziel längst noch nicht erreicht ist. „Es hat noch nicht alles geklappt. Darauf kam es mir auch gar nicht an“, sagte Parensen: „Aber die Wettkampfschnelligkeit wieder zu erfahren, war ein gutes Gefühl. Das bringt mich ein Stück weiter.“

Nicht einmal die Hälfte einer Halbzeit bei sechs Testspielen insgesamt gespielt zu haben, ist tatsächlich nichts, was Trainer Neuhaus auch nur darüber nachdenken lassen könnte, seinen Schützling schon zum Ligastart am Freitag beim FSV Frankfurt in die Startelf zu berufen. „Da fehlte schon noch ein wenig das Gefühl für den Raum, wie weit der Gegner weg ist“, sagte Neuhaus. Betonte aber erneut, dass Parensen die Zeit bekommen werde, um nicht nur vollständig zu genesen, sondern auch hundertprozentige Wettkampfstärke zu erreichen: „Wir haben genug Zeit, ihn heranzuführen.“

Vor einem Jahr dauerte es bis zum vierten Spieltag, ehe Parensen endlich wieder mitwirken konnte. Seinerzeit gab er im Hauptstadtderby gegen Hertha BSC (1:1) ein hoffnungsvolles Comeback. Der Spielplan 2011/12 hält nun in Runde vier das Ostderby bei Aufsteiger Dynamo Dresden parat. Spätestens dann wollen ihn die Union-Fans wieder feiern. Mit etwas Glück dürfen sie es sogar schon früher.