Teammanager

Entlassener Beeck will 1. FC Union verklagen

Im Mai hatte der 1. FC Union die Trennung von Teamanager Christian Beeck vermeldet. Eine friedliche Einigung scheint nicht in Sicht: Beeck hat ein juristisches Nachspiel angekündigt

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Zuerst sah es so aus, als würden sich die Parteien friedlich trennen, doch jetzt bekommt die Entlassung von Christian Beeck beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Union ein gerichtliches Nachspiel. Wie der Anwalt des ehemaligen Teammanagers, Dirk-Ulrich Greiser, bestätigte, hat Beeck Klage beim Arbeitsgericht Berlin gegen seine Kündigung eingereicht.

„Wir hatten rechtlich keine andere Wahl als zu klagen, da die Kündigungsschutzklage binnen drei Wochen bei Gericht eingereicht werden muss, weil die Kündigung sonst automatisch bestandskräftig wird“, sagt Greiser und fügt an: „Wir beantragen festzustellen, dass die Kündigung das Arbeitsverhältnis nicht beenden wird.“

Kündigungsgrund sei nicht gegeben

Hintergrund des Streits: Am 17. Mai hatte der Klub überraschend und nach sechs Jahren die Trennung von Teammanger Beeck bekannt gegeben und wenige Tage später Nico Schäfer als Nachfolger für den Bereich Finanzen präsentiert. Begründet wurde dieser Schritt mit einer Neuausrichtung der Lizenzspielerabteilung, in der Beeck offenbar keinen Platz mehr hatte. Rechtsanwalt Greiser sagt weiter: „Wenn der Verein meint, Kompetenzen verändern zu wollen, heißt das nicht automatisch, dass eine Kündigung möglich wird.

Man hätte mit Herrn Beeck nach einem gemeinsamen Konsens suchen können. Immerhin war er – für mich und viele andere – das Gesicht des Vereins.“ Laut Beecks Anwalt habe der Verein weder die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist ausgeschöpft noch bisher einen rechtlich belastbaren Kündigungsgrund präsentiert. „Wir gehen davon aus, dass Herr Beeck rechtlich gesehen einen unbefristeten Vertrag besitzt“, sagt Greiser. Dieser sei nur dann wirksam kündbar, wenn es betriebs-, verhaltens- der personenbezogene Gründe gibt, die hier nicht erkennbar seien.

Besonders bitter für Union: Bisher ging der Klub davon aus, dass sich eine mögliche Abfindung nur an der vermeintlichen Laufzeit des Vertrages bis zum 30. Juni 2012 orientieren müsste. Sollte das Gericht nun aber feststellen, dass der Vertrag unbefristet ist, könnte dies den Verein noch teuer zu stehen kommen. So erklärt sich dann auch der raue Ton, der sich am Wochenende in ein Interview mit Klub-Präsident Dirk Zingler eingeschlichen hatte. Beim hauseigenen Sender AFTV hatte Zingler Beeck indirekt vorgeworfen, seine Aufgaben als Teammanager nicht in allen Bereichen korrekt wahrgenommen zu haben. Weder der Klub noch Zingler selbst wollten sich gestern zu Beecks Klage äußern. Der Verhandlungstermin steht noch nicht fest.