Zweite Liga

Bei Union kommt Bewegung in die neue Saison

Berlins Fußball-Zweitligist beginnt am heutigen Pfingstmontag mit der Saison-Vorbereitung. Mehr Qualität in der Mannschaft und ein neues Management sollen den Verein weiter nach oben führen. Die Fans honorieren diese Entwicklung.

Manchmal sind es die kleinen Sorgen, die am Ende Großes bewirken. „Ich will mir das Anstehen zu den Spieltagen ersparen. Die Zeit nutze ich lieber für ein Getränk am Bierstand“, scherzte Engelhart Rami, als er am Sonnabend die Geschäftsstelle des 1. FC Union verließ – in der Hand die 3000. Dauerkarte die der Köpenicker Fußball-Zweitligist für die kommende Saison bereits abgesetzt hat. Der Verkauf läuft auf Hochtouren, vergangenes Jahr stellte der Klub mit knapp 6000 Tickets einen Rekord auf. Allerdings erst im September, gut möglich, dass die Marke erneut fällt.

Es tut sich etwas beim 1. FC Union, das ist unverkennbar. Wenn der Verein am Pfingstmontag um 15 Uhr mit dem offiziellen Trainingsauftakt in der Alten Försterei die neue Saison einläutet, herrscht Aufbruchstimmung. Nicht nur bei den Fans, die sich das Showtraining bei Bratwurst und Bier im Stadion ansehen werden, der Verein erwartet wie im Vorjahr rund 2000 Zuschauer. Nein, auch sportlich soll es einen Schub geben, ein Jahr der Entwicklung. „Wir können nicht ständig darüber glücklich sein, dass es drei oder vier Mannschaften gibt, die schlechter sind als wir“, sagte Präsident Dirk Zingler kürzlich. Die Eisernen stehen vor ihrer dritten Saison in Folge in der Zweiten Liga, Platz elf lautete das Resultat im vorigen Jahr – allerdings auch freundlich unterstützt vom Unvermögen etlicher Konkurrenten.

Diese Saison, das wissen sie, wird ungleich schwerer. Doch der Verein hat einiges dafür getan, dass er in Zukunft vielleicht sogar in die erste Hälfte der Tabelle hineinrutschen kann. Da ist zum einen die spektakuläre Trennung nach sechs Jahren von Teammanager Christian Beeck, die der Verein im Mai vollzog. Trainer Uwe Neuhaus ist ab sofort der neue starke Mann im sportlichen Bereich, ausschließlich um die finanziellen Belange kümmert sich der neue Manager Nico Schäfer. Er soll mit seinen Kontakten in die Wirtschaft für eine bessere finanzielle Basis sorgen, den Etat erhöhen. Und natürlich auch dafür, dass der Klub auf dem Transfermarkt ein wenig mehr als bislang den marktwirtschaftlichen Anforderungen genügt. Erste Ansätze sind da zumindest bei den Zugängen schon erkennbar: Vier Neue hat der Klub bislang verpflichtet, und auffallend ist, wie sehr dabei auf Erstliga-Erfahrung geachtet wurde.

In Markus Karl (kam aus Ingolstadt), Marc Pfertzel (Kavala), Stürmer Simon Terodde (Köln) und Nationalspieler Patrick Zoundi (Düsseldorf) aus Burkina Faso wurden samt und sonders Spieler verpflichtet, die bereits in einer der höchsten europäischen Klassen gespielt haben. Und deren Verträge folgerichtig auch für die Bundesliga gelten würden. Von solch hehren Zielen ist man an der Alten Försterei natürlich noch weit entfernt, und doch ist die Rede von nächsten Schritten und neu einordnen. Trainer Neuhaus jedenfalls spricht von „gewonnener Qualität“.

Preise konstant, nur Bier teurer

Und für die Fans gibt es weitere gute Nachrichten: Die Ticketpreise werden nicht angehoben, die günstigste Karte kostet weiterhin 10 Euro. Auch die Preise beim Catering erhöhen sich nicht – mit einer Ausnahme. „Union muss bezahlbar bleiben – diese Maxime unserer Preisgestaltung ist klar erkennbar. Gleichzeitig muss der Verein auf wirtschaftlich gesunden Füßen stehen und dazu gehört es auch, Preise von Zeit zu Zeit den sich verändernden Rahmenbedingungen anzupassen“, so Präsident Zingler. Dass es ausgerechnet das Bier traf, wird die Vorfreude aber allenfalls ein bisschen trüben. Auch wenn manch einer für das Vergnügen am Bierstand extra eine Saisonkarte gekauft hat.

Drei Testspiele in der Alten Försterei

Start: Montag um 15 Uhr beendet Trainer Uwe Neuhaus die Sommerpause beim 1. FC Union. Nach dem ersten Training im Stadion an der Alten Försterei wird in den folgenden Tagen schwerpunktmäßig an der Fitness und Ausdauer gearbeitet.

Test: Sechsmal testet Union: Auswärts gegen den SV Lichtenberg 47 (19.6.), Victoria Seelow (22.6.) und Germania Schöneiche (25.6.), in der Alten Försterei gegen MKS Pogon Szczecin (28.6.), FC Carl Zeiss Jena (2.7.) und Heart of Midlothian FC (9.7.).

Einschränkung: Der Vorverkauf für die Testspiele beginnt morgen um 13 Uhr im Ticketoffice des 1. FC Union (An der Wuhlheide 263). Gegen Szczecin und Jena sind nur die Bereiche im Sektor 2 (Waldseite) sowie Sektor 1 (Haupttribüne) zugänglich.