1. FC Union

Stille Nacht in der Alten Försterei

Ein Weihnachtssingen der besonderen Art. Mehr als 10.000 Unioner folgten dem Aufruf ihres Vereins und stimmten sich im Stadion gemeinsam auf das Fest ein.

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Alle Jahre wieder, wenn in der Wuhlheide noch einmal Tür und Tor weit gemacht werden, nicht nur Kinderlein, sondern auch Männer und Frauen kommen und sich alle zusammen fröhlich und selig an der Stillen Nacht erfreuen – dann ist Weihnachtssingen in der Alten Försterei. Statt des grellen Lichtes der Flutlichtmasten erstrahlt das Stadion dann im Schein Tausender Kerzen, statt Torsten Mattuschka wird der Tannenbaum ehrfürchtig besungen, es gibt Glühwein für die Großen und Weihnachtsmänner aus Schokolade für die Kleinen. So auch gestern Abend, als sich mehr als 10.000 Menschen in ihrem „Wohnzimmer“ eingefunden hatten, so viele wie noch nie.

Alles war bereitet für einen besinnlichen Jahresabschluss. Ein Posaunen- sowie ein Männerchor stimmten alle Anwesenden, die dem Aufruf des 1. FC Union sowie des Union-Fanclubs „Alt-Unioner“ gefolgt waren, mit festlichen Klängen ein. Auch einige Spieler der Zweitliga-Mannschaft ließen es sich nicht nehmen, dem Hors d’oeuvre aufs Weihnachtsfest a la Union beizuwohnen. Wie im vergangenen Jahr sorgte der Chor des Köpenicker Emmy-Noether-Gymnasiums dafür, dass der größte Weihnachtschor Berlins Ton und Takt hielt.

Pfarrer Peter Müller las die Weihnachtsgeschichte, die sich für Unioner wie folgt anfühlt: Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von der Deutschen Fußball Liga ausging, dass der Zweitligist sich mit anderen Klubs messen würde. Und die Messung war im dritten Profijahr und geschah zu der Zeit, als Mirko Votava Trainer in Köpenick war, im Jahre 2003. Da machten sich auf 89 „Alt-Unioner“, auf dass sie den Kummer ob des drohenden Sturzes in die Regionalliga mit ihren Liedern am Mittelkreis mildern würden. Und der Chor sprach: „Fürchtet euch nicht, wir verkünden große Freude, die allen Unionern widerfahren wird.“ Und als die Lieder gen Himmel fuhren, sprachen die Alt-Unioner untereinander: Lasst uns nun gehen und die Geschichte erzählen.

Und die Zahl der Weihnachtssänger an der Alten Försterei wuchs stetig an. 2006 waren es schon 2000 Menschen, ein Jahr später kamen bereits 4000 Männer, Frauen und Kinder, die dem Aufruf gefolgt waren. Selbst als das Stadion wegen der Sanierungsarbeiten im Jahr 2008 gesperrt gewesen war, ließen sich die Unioner ihr Weihnachtssingen nicht nehmen. Statt auf die Ränge zogen sie in den Luisenhain in die Köpenicker Altstadt, auch damals schon empfangen von einem Posaunenchor, der vom Rathaus Köpenick trompetete. Inzwischen ist das Weihnachtssingen weit mehr als nur die gemeinsame Einstimmung auf die Festtage, wird doch nebenbei auch eifrig für die Jugendabteilung des Vereins gesammelt.

Eines steht jedenfalls fest: Der 23. Dezember ist im Kalender eines jeden Unioners fest eingeplant. Um eine lieb gewonnene Tradition zu pflegen und ein Fußball-Jahr besinnlich zu Ende zu bringen. Alle Jahre wieder.