Zweite Liga

Der 1. FC Union holt Wunschspieler Markus Karl

Ab der nächsten Saison wird Markus Karl das Trikot des 1. FC Union überstreifen. Der defensive Mittelfeldspieler kommt ablösefrei aus Ingolstadt. Ungewöhnlich ist, dass sein Vertrag sogar eine Bundesliga-Klausel enthält.

Gerade einmal knapp drei Wochen ist es her, dass der FC Ingolstadt im Stadion an der Alten Försterei beim 1. FC Union vorspielte. 1:1 endete die Partie damals, ein Ergebnis, mit dem beide Seiten leben konnten. Für einen Spieler des FC wird Köpenick nun zur neuen Heimat: Markus Karl, der am Donnerstag als erster Zugang der Unioner vorgestellt wurde. Damit hat der Klub ein ziemliches Tempo vorgelegt und noch bevor klar ist, wohin Dominic Peitz überhaupt wechseln wird, einen Ersatz für den Defensivstrategen gefunden. Karl, mit 1,93 Meter nur unwesentlich kleiner als Peitz, ist ebenso gelernter „Sechser“ und kommt ablösefrei. Angeblich soll er nach dem Spiel seiner Ingolstädter in Berlin gleich für Verhandlungen in der Hauptstadt geblieben sein.

„Es ist uns gelungen einen Spieler zu holen, den wir unbedingt bei uns sehen wollten. Markus bringt bereits eine stattliche Anzahl Zweitliga-Spiele mit und ist gleichzeitig jung genug, um sich bei uns noch weiterzuentwickeln“, sagte Teammanager Christian Beeck zur ersten Neuverpflichtung für die neue Saison. Auch Karl, 25 Jahre alt, zeigte sich voll des Lobes über seinen neuen Arbeitgeber: „Was bei Union abgeht, ist einfach sensationell und hat mich sehr beeindruckt. Als wir hier gespielt haben, war das einfach geil“, sagt Karl, der zudem private Gründe hatte, nach Berlin zu kommen: „Mein Bruder lebt schon länger in Berlin, und es war ein Herzenswunsch, mit ihm in einer Stadt zu wohnen.“

Weit oben auf Neuhaus' Wunschzettel

Dass es nun so kommt, ist auch der Verdienst von Uwe Neuhaus, der Karl schon lange auf seinem Zettel hatte: „Markus Karl ist mein Wunschspieler auf der ‚Sechs’, den ich schon seit seiner Zeit bei den HSV-Amateuren kenne und nie aus den Augen verloren habe“, freute sich der Trainer. Karl gelangen in bislang 59 Zweitligaspielen für die SpVgg Greuther Fürth und den FC Ingolstadt vier Tore.

Der erste Zugang der Saison steht also fest, er wird aber nur der Anfang sein. Denn Union wird vermutlich noch einen zweiten defensiven Mittelfeldmann holen müssen, da auch Macchambes Younga-Mouhani nicht mehr zur Verfügung steht. Einzig Christoph Menz könnte diesen Part aus dem verbleibenden Kader heraus übernehmen, er wird aber an sich als Rechtsverteidiger gebraucht. Und Michael Parensen, der jüngst erneut an seinem lädierten Knie operiert werden musste, ist mit seinem Gespür für Offensivaktionen vor der Abwehr an sich verschenkt.

Für Karl gilt es erst einmal, in Peitz unbestritten große Fußstapfen zu treten. Davor hat er aber keine Angst: „Dominic Peitz hat nicht umsonst ein Angebot aus der Bundesliga, es freut mich für ihn, dass er sich nun selbst belohnen kann. Für mich heißt das ganz klar: Ich muss nachlegen, darüber müssen wir ja gar nicht reden.“ Zeit genug wird er haben: Sein Vertag läuft in der Zweiten Liga bis 2013, in der Bundesliga sogar bis 2015. Solch forsche Ziele will der Neue aber natürlich erst einmal nicht ausgeben: „Ich denke, dass Union eine solide Saison gespielt hat, die wir im nächsten Jahr bestätigen sollten.“