Derby gegen Cottbus

Letztes Saisonheimspiel soll Union-Party werden

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Michael Färber

So viel Fan-Nähe ist selbst in Köpenick ungewöhnlich: Vor dem Heimspiel gegen Cottbus gibt es Frühschoppen, später After-Show-Party. Eine Show wollen die Unioner auch auf dem Platz bieten – nicht nur wegen dem imaginären Berlin-Brandenburg-Titel.

Die ersten Vorboten der neuen Spielzeit wird man schon am Sonntag sehen können. Wenn der 1. FC Union (13.30 Uhr, bei Sky und im Live-Ticker von Morgenpost Online ) zu seinem letzten Heimspiel gegen Energie Cottbus auflaufen wird, werden erstmals die Trikots des neuen Ausrüsters zum Einsatz kommen. Deutlich sichtbar wird dann der Berliner Bär auf der linken Seite zu sehen sein. Dazu 18.500 Zuschauer in der längst ausverkauften Alten Försterei, Dixieland-Frühschoppen zur Einstimmung und After-Show-Party, auch das Wetter soll mit bis zu sommerlichen 22 Grad mitspielen – der Rahmen für ein letztes Köpenicker Fußballfest in der Zweitliga-Saison 2010/11 ist gegeben. „Auch der Gegner wird dazu beitragen, dass es ein tolles Fußballspiel wird“, ist sich Trainer Uwe Neuhaus sicher.

Die Partie gegen die Lausitzer soll ein großes Dankeschön werden. An die Fans, die mit einer tollen Leistung verabschiedet werden sollen. „Das sind wir ihnen vor allem nach unseren beiden letzten Auswärtsspielen irgendwie schuldig“, sagte Neuhaus. Stellvertretend für die Mannschaft nimmt Linksverteidiger Patrick Kohlmann sich und seine Kollegen in die Pflicht: „Ein Sieg gegen Energie Cottbus wäre ein tolles Dankeschön für die großartige Unterstützung über die gesamte Saison.“

Acht Spieler werden verabschiedet

Und selbstverständlich soll auch jenen acht Spielern gedankt werden, die nun definitiv den Verein verlassen werden: Karim Benyamina, Macchambes Younga-Mouhani, Paul Thomik, Björn Brunnemann, Bernd Rauw, Kenan Sahin, Ersatztorwart Christoph Haker und Dominic Peitz, der Union freiwillig verlässt. „Es ist bei uns ja zu einer Sitte geworden, dass wir diese Spieler vor dem letzten Heimspiel verabschieden“, sagte Christian Beeck. Dass nun von Seiten des Klubs bestätigt wurde, dass auch Thomik, Brunnemann und Rauw gegen müssen (was schon seit Wochen ein offenes Geheimnis gewesen ist), begründete der Teammanager mit Fristen, die erst in den Tagen vor dem Cottbus-Spiel abgelaufen seien. Diese Abgänge „werden uns die Chance bringen, uns weiter zu entwickeln“, fügte Beeck hinzu.

Sportlich geht es für beide Mannschaften – zumindest offiziell – um nichts mehr. Union hat den Klassenerhalt seit Gründonnerstag sicher, Cottbus seine Chance um den Aufstieg in die Bundesliga längst verspielt. Und doch können die Unioner schon mit einem Remis ein i-Tüpfelchen auf einen „sehr, sehr langen Marathonlauf“(Beeck) setzen. Denn nach dem 1:1 und 2:1 gegen Lokalrivale Hertha BSC sowie dem 0:0 im Hinspiel im Stadion der Freundschaft könnte sich der Stadtmeister auch den imaginären Berlin-Brandenburg-Titel sichern. Nichts für den Briefkopf, jedoch viel für das Selbstbewusstsein.

„Es ist noch einmal Derbyzeit – wer da nicht voll motiviert ist, den schicke ich eigenhändig in die Wüste“, fordert Trainer Neuhaus ein letztes Erfolgserlebnis der Seinen. Wohl wissend, dass diese Aufgabe es noch einmal in sich hat. „Wenn man Nils Petersen mit seinen 24 Toren und dazu noch Uwe Hünemeier mit seinen neun Treffern nimmt – diese Beiden haben allein so oft getroffen wie wir insgesamt“, verdeutlichte der Trainer die Qualitäten der Cottbuser. Angesichts der Ausfälle von Christian Stuff, Santi Kolk, Torwart Marcel Höttecke, Michael Parensen und Daniel Göhlert sowie der angeschlagenen Chinedu Ede (Fersenprellung) und Dominic Peitz (Schlag auf das Knie), deren Einsatz noch nicht sicher ist, werden sich die übrig gebliebenen Unioner mächtig ins Zeug legen müssen, um sich von ihrem Anhang mit einem Sieg zu verabschieden.

Eines ist allerdings schon sicher: Die Partie gegen Cottbus, die wegen der Ansetzung und des ausverkauften Stadions von der DFL zu einem Hochsicherheitsspiel deklariert wurde, hat im Übrigen ein Nachspiel. Gegen 16.30 Uhr wird die gesamte Mannschaft noch einmal letzte Autogrammwünsche erfüllen.