Rückrunde

Union trifft nach Horror-Foul auf Bochum

Im Spiel gegen den VfL Bochum hofft Trainer Neuhaus auf eine diesmal faire Partie. Denn bei der letzten Begegnung foulte der Unioner Younga-Mouhani den VfL-Verteidiger Concha schwer.

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Die Frage verwunderte ihn dann doch ein wenig. Ob denn Macchambes Younga-Mouhani mit zum Auswärtsspiel nach Bochum fahren werde, wurde Uwe Neuhaus gefragt. „Warum nicht?“, antwortete der Trainer des 1. FC Union. Die Partie morgen beim VfL (18 Uhr, Sky live) sei ein „normales Spiel wie jedes andere auch“, sagte Neuhaus weiter. Folglich werde der Mittelfeldspieler auch wie gewohnt wieder im Kader stehen.

Man darf gespannt sein, welchen Empfang die Bochumer Fans dem 36-jährigen Berliner Fußball-Profi bereiten werden. Es steht zu befürchten, dass es kein schöner sein wird. Kein Wunder angesichts des Vorkommnisses aus dem Hinspiel, an dem Younga-Mouhani beteiligt gewesen ist und das zum Saisonende für den Bochumer Spieler Matias Concha führte.

Es war am Nikolausabend vergangenen Jahres, knapp 11.000 Zuschauer waren in die Alte Försterei gekommen und wurden beim 0:1 ihrer Mannschaft nicht gerade verwöhnt, als die Partie kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit für mehrere Minuten unterbrochen werden musste. Aus vollem Lauf war der Unioner dem Bochumer auf dessen ausgestrecktes Bein gestiegen. Was wie ein harter Zweikampf begann, endete für den Schweden im VfL-Trikot in einer Katastrophe: Schien- und Wadenbeinbruch. Schon einen Tag später wurde Concha im Unfallkrankenhaus Marzahn operiert, an Fußballspielen ist bei dem 31-Jährigen jedoch immer noch nicht zu denken. „Es tut mir leid. Ich hoffe, dass Concha schnell wieder gesund wird“, ließ sich Younga-Mouhani seinerzeit zitieren. Derzeit will er sich zu diesem Foul und zur Fahrt nach Bochum nicht äußern.

Concha lehnt Kontakt ab

Einen Kontakt zu Concha hat der Deutsch-Kongolese, dem die Szene spätestens nach Ansicht der TV-Bilder zugesetzt hatte, bislang noch nicht aufbauen können. Dabei hatte er schon in den Tagen versucht, den Bochumer zu besuchen, als dieser noch in Berlin im Krankenhaus gelegen hat. Doch der Schwede, den es für seine Genesung zunächst in seine Heimat nach Skandinavien gezogen hatte, hat bislang jede Begegnung vermieden. Offenbar litt er schwerer unter der Verletzung als angenommen.

Auf zivilrechtliche Schritte gegen den Unioner hat Concha verzichtet. Und zwei Strafanzeigen gegen Younga-Mouhani, die von Außenstehenden gestellt worden waren, sind längst von der Staatsanwaltschaft mangels Anfangsverdacht abgelehnt worden.

„Ich hoffe, dass jeder so normal damit umgeht, wie es auch eigentlich ist“, sagte Trainer Neuhaus nun. Schon damals hatte er die Aktion der Kategorie Berufsrisiko zugeordnet: „Fußball ist ein Kampfsport, und wenn wir den ohne Verletzungen betreiben könnten, würden wir das alle tun.“ Mögliche Schmähungen der Bochumer gegen seinen Spieler befürchtet er nicht. Stattdessen sollten sich die VfL-Anhänger „mal lieber auf das Spiel ihrer Mannschaft konzentrieren und sie anfeuern, damit sie gute Leistungen bringt. Das sollten alle Fans so machen. Dass es häufig nicht so ist, weiß ich aber auch.“ Wie der Trainer hofft auch Teammanager Christian Beeck, „dass sich die Leute in Bochum vernünftig gegenüber Mac verhalten werden“. Die Begegnung morgen wird es zeigen.