Zweite Bundesliga

Sieg gegen Ingolstadt ist für Union Pflicht

Das schlechte Spiel gegen Düsseldorf ist bei den Unionern noch präsent. Die Niederlage soll nun mit einem Sieg über Ingolstadt ausgemerzt werden. Die Saison soll souverän enden.

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Düsseldorf. Immer wieder war der Name der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens an der Alten Försterei präsent. Das Debakel im Rheinland, zugleich der schlechteste Auftritt des 1. FC Union in dieser Zweitliga-Spielzeit, hat nachhaltig Spuren hinterlassen bei den Berlinern. So sehr, dass die Partie des 31. Spieltages am Ostersonntag gegen den FC Ingolstadt (13.30 Uhr, Alte Försterei) nur ein Ziel haben kann: die Fans der Köpenicker Kicker für das zu entschädigen, was sie tief im Westen Deutschlands haben miterleben müssen. „Die Mannschaft ist verpflichtet, das wieder gutzumachen, was in Düsseldorf passiert ist“, forderte Christian Beeck, Unions Teammanager. Düsseldorf, schon wieder.

Es war keine angenehme Woche für die Spieler, zumindest die ersten Tage nicht. Es wurde gelaufen, was das Zeug hielt, statt mit dem Fußball wurde mit dem Medizinball gearbeitet, Athletik statt Artistik – nicht gerade das Programm, das man sich als Profi so vorstellt, erst recht nicht, wo doch das Saisonziel Klassenerhalt schon zu diesem Zeitpunkt praktisch erreicht worden war. Unter der Leitung von Konditionstrainer Dirk Keller ging es für die Unioner richtig ans Eingemachte. Tempoläufe durch den Wald, dazu Treppenläufe im Stadion und der gefürchtete Kraftkreis haben die Akteure nicht nur körperlich voll gefordert. Selten hat man die Spieler nach diesen Trainingseinheiten derart fluchen hören.

So geht es um viel mehr als nur um ein Auswetzen der Scharte von Düsseldorf. Es gilt, eine Saison, die aus Union-Sicht bereits vier Spiele vor Schluss mit dem Verbleib in der Liga gekrönt wurde, auch vernünftig zu Ende zu spielen. Und dafür zu sorgen, dass man besser abschneidet als noch im vergangenen Jahr. Seinerzeit hatte Union als Aufsteiger immerhin 44 Punkte geholt und den zwölften Platz belegt. Derzeit liegen die Köpenicker mit 38 Punkten auf Rang elf. Und schon nach dem Heimsieg gegen den FSV Frankfurt hatte Trainer Uwe Neuhaus angekündigt: „Wir haben noch viel vor.“

Niemand soll nach dem Saisonende am 15.Mai sagen, beim 1. FC Union sei nach dem vollbrachten Klassenerhalt die Luft raus gewesen. „Wenn man die Dinge ausschließlich kritisch betrachtet, liegt so eine Vermutung nahe“, sagte Dominic Peitz nach dem Spiel in – da ist es wieder – Düsseldorf. Der defensive Mittelfeldspieler wird schon aus ganz persönlichen Gründen bis zur letzten Spielminute alles geben. Seit am vergangenen Dienstag bekannt wurde, dass Peitz Union in Richtung Bundesliga verlassen will, wird sich der 26-Jährige erst recht ins Zeug legen, um nicht den Verdacht aufkommen zu lassen, er habe mit Union bereits abgeschlossen. Stellvertretend für die gesamte Mannschaft kündigte Peitz an: „Wir werden uns in den verbleibenden Spielen anders präsentieren.“

Mehr als 15.000 Zuschauer, die trotz Schulferien und der Feiertage am Ostersonntag erwartet werden, dürften genau hinschauen, ob die Mannschaft ihren Ankündigungen auch Taten folgen lässt. „Die Pflicht ist erledigt, nun kann die Kür folgen“, sagte der Trainer: „Das bedeutet, auf dem Platz sein wahres Gesicht zu zeigen und seinen besten Fußball zu spielen.“ Erst recht gegen einen Gegner, der zum Ende der Hinrunde noch als zweiter sicherer Absteiger neben Schlusslicht Arminia Bielefeld galt, sich mit zuletzt sieben Spielen ohne Niederlage (darunter fünf Siege) allerdings bis auf den 13. Platz hochgearbeitet hat.

Neben Santi Kolk (Knochenabsplitterung im Fuß), Michael Parensen (Knieprellung) und Christian Stuff (Schultereckgelenkssprengung) muss Neuhaus dabei auf Stammtorwart Marcel Höttecke (Muskelfaserriss) verzichten. Auch John Jairo Mosquera ist nicht dabei, der Stürmer muss eine Gelb-Sperre absitzen. Das soll jedoch nichts daran ändern, „dass wir in den letzten beiden Heimspielen noch einmal Fußballfeste erleben wollen“, sagte Neuhaus. Das Team könne nun zeigen, was tatsächlich in ihm steckt, erst recht gegen einen „spielstarken Gegner, dessen Spiel total laufintensiv ist“. Man müsse am Ostersonntag bereit sein, sich zu quälen, so wie in den Trainingseinheiten Anfang der Woche.

Und Düsseldorf? „Düsseldorf ist bei uns abgehakt“, stellte Neuhaus klar. Die Mannschaft wird dies in den 90 Minuten gegen Ingolstadt erst beweisen müssen.