Niederlage in Düsseldorf

Straftraining bei Union nach der 0:3-Pleite

Der 1. FC Union hat sich in Düsseldorf kräftig blamiert. Die Berliner unterlagen 0:3 gegen Fortuna. Nun ordnete Trainer Neuhaus Strafteinheiten statt eines freien Sonnabends für das Team an.

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Schwache Halbzeiten hat die Mannschaft des 1. FC Union in dieser Saison sicher schon einige abgeliefert. Diesmal lag zwischen den jeweils indiskutablen 45 Minuten allerdings gerade einmal eine Viertelstunde. Länger war die Halbzeitpause im Spiel bei Fortuna Düsseldorf nicht. Und so wollte Uwe Neuhaus, der Trainer des Berliner Fußball-Zweitligisten nach dem 0:3 (0:2) bei der Fortuna auch gar nicht lange rumreden. „Das war keine Leistung. Ich habe keine Erklärung und keine Entschuldigung dafür, es gibt auch keine“, war der Coach sichtlich verärgert: „Wir haben ein paar Hundert Fans, die extra 500, 600 Kilometer hierher gefahren sind. Denen müssen wir etwas anderes bieten.“

Fußball zum Beispiel. Davon gab es von Seiten der Unioner überhaupt nichts zu sehen. Stattdessen reihten sich Abspiel- und Stellungsfehler aneinander. Und von Offensivspiel war überhaupt nichts zu sehen. Es ist bezeichnend, dass sich Union in den gesamten 90 Minuten nicht eine Torchance erspielte. „Heute ging gar nichts, das war eine Vollkatastrophe“, wusste auch Kapitän Torsten Mattuschka keine Erklärung für das Debakel, das die Berliner im mobilen Düsseldorfer Stadion vor 18900 Zuschauern erlebten.

Man mag dem Team zu Gute halten, dass der Rückstand aus einem fragwürdigen Handelfmeter, verwandelt von Sascha Rösler, resultierte, den Torwart Marcel Höttecke zudem fast noch gehabt hätte (17.). Doch danach lud Union die Gastgeber förmlich zum Tore schießen ein. Erst „klärte“ Dominic Peitz eine Situation, in dem er den Ball von der Torauslinie an den Strafraum zurücklegte. Andreas Lambertz sagte aus 16 Metern Danke und schoss einfach ein (36.). Und beim 0:3 war es kein Geringerer als Mattuschka, der mit einem Rückpass den Düsseldorfer Maximilian Beister bediente. Dessen Vorlage verwandelte Ken Ilsö mustergültig (67.).

Union war sogar noch gut bedient. Lambertz verzog aus 17 Metern (9.), Ahmed Madouni rettete im letzten Moment vor Rösler (20.), Höttecke mit Fußabwehr gegen Ilsö (21.), Bernd Rauw klärte auf der Linie (27.), Beister traf den Pfosten (37.), ebenso Dum (84.) – das sollte Konsequenzen haben. „Ich hatte unter der Woche davor gewarnt, die restlichen Spiele so anzugehen – offenbar haben meine Worte keinen Adressaten gefunden. Aber das werde ich nicht dulden! Wer am Wochenende die Leistung verweigert, muss eben unter der Woche mehr arbeiten“, kündigte Neuhaus an. Und strich den Spielern prompt den freien Sonnabend. Stattdessen dürfen sie heute (10 Uhr) in der Alten Försterei zum Training erscheinen.