Testspiel

1. FC Union schlägt Viertligist Kassel 3:0

Union-Trainer Uwe Neuhaus hatte nicht seine beste Formation gegen den Spitzenreiter der Regionalliga-Süd Hessen Kassel auflaufen lassen. Ein starker Endspurt sicherte den Berlinern letztlich im Testspiel den Sieg.

Zwei Minuten vor dem Ende schlug Karim Benyamina dann doch noch zu. Rund 20 Meter vor dem Tor legte sich der Rekordtorschütze des 1. FC Union den Ball zurecht und versenkte ihn am Freitagabend zum finalen 3:0 (0:0) im Testspiel gegen Hessen Kassel. Ein Blick in den Himmel, das war alles an Jubel. Man merkte dem 29-Jährigen förmlich an, dass er vor 1113 Zuschauern in der Alten Försterei besonders unter Druck stand, kämpft er doch noch immer um die Verlängerung seines auslaufenden Vertrages. „Es ist seine Stärke, die Tore zu machen, wenn er die Chance hat“, urteilte Trainer Uwe Neuhaus nach der Partie. Und setzte ihn gleich weiter unter Druck: „Er muss in jedem Training so trainieren, als wenn es ein Wettkampf wäre. Er hat nicht mehr so viel Zeit, er muss jeden Tag nutzen.“ Zumal auch sein potenzieller Konkurrent, Halil Savran, mit seinem Treffer zum 1:0 (55.) erfolgreich war, das 2:0 hatte Christopher Quiring erzielt (87.).

Vorangegangen war allerdings ein Spiel, bei dem der Klassenunterschied – Kassel spielt in der vierten Liga – nur zum Ende hin sichtbar wurde. In der ersten Hälfte bot sich gar ein ganz anderes Bild: Die Hessen spielten munter mit und hätten bei etwas konsequenterer Chancenverwertung sogar in Führung gehen müssen. Union dagegen tat sich schwer, hatte in einem Kopfball von Benyamina (32.) nur eine richtige Torchance. Kein Wunder, dass Neuhaus sauer war. „Die erste Hälfte war eine Frechheit“, sagte er. „Die Zuschauer kommen hier zu einem Testspiel und zahlen Eintritt, und wir machen Dienst nach Vorschrift. Wir müssen uns doch einen Gegner von solchem Format so zurechtlegen, dass das Spiel eigentlich schon klar ist. Bei allem Respekt vor dem Gegner“, zürnte Neuhaus.

Er machte seine Ankündigung wahr und verzichtete auf die im nächsten Spiel gesperrten Torsten Mattuschka, der zusätzlich erkrankt war, und John Jairo Mosquera. Mattuschkas Aufgaben in der Zentrale übernahm U23-Spieler Oliver Hofmann. „Er ist ein anderer Spielertyp als Mattuschka“, sagte Neuhaus nur, der Erkenntnisgewinn für das nächste Spiel hielt sich offenbar in Grenzen. In Oberhausen wird er wohl eher wieder auf Chinedu Ede setzen, der gestern mit einer Zerrung im Gesäßmuskel pausieren musste.

In der zweiten Hälfte dominierten dann klar die Köpenicker, auch wenn Thomas Brechler völlig freistehend den Ausgleich auf dem Fuß hatte (77.). Paul Thomik hätte gleich dreimal per Fernschuss für eine frühere Entscheidung sorgen können.