Zweite Liga

Union-Trainer Neuhaus kämpft gegen Schlendrian

Während der Länderspielpause wird beim 1. FC Union das Stadion gegen den Wald eingetauscht. Intervalltraining für den nächsten Gegner Kassel. Sorgen bereiten Trainer Uwe Neuhaus die drei gesperrten Schlüsselspieler.

Foto: Bongarts/Getty Images

In Länderspielpausen kann ein Trainer auch einmal Dinge anpacken, zu denen er während des Spielbetriebes sonst nicht so häufig kommt. So auch Uwe Neuhaus, der seine Spieler des 1. FC Union gestern zu einem mehr als einstündigen und hochintensiven Intervalltraining in den Wald schickte. Laufen statt Fußball lautete also die Devise, und der 50-Jährige hat durchaus seine Gründe, die Zügel in der spielfreien Zeit nicht zu sehr schleifen zu lassen. „Länderspielpause ist immer verbunden mit schlechten Gefühlen und Erinnerungen. Es ist immer so, dass Spieler kommen und denken: Gutes Wetter, Pause, durchpusten“, sagte er. Nun ist es nicht so, dass Neuhaus das nicht verstehen würde. „Das ist menschlich, aber wir dürfen uns das nicht erlauben.“

Neuhaus kämpft also gegen den Schlendrian. Sein besonderes Problem in diesen Tagen lauert vor allem auch darin, dass gleich drei Schlüsselspieler zwar fit sind, wegen diverser Sperren aber wissen, dass sie kommende Woche in Oberhausen nicht werden spielen dürfen: Kapitän Torsten Mattuschka, John Jairo Mosquera, und Patrick Kohlmann. Sie nimmt der Trainer besonders in die Pflicht: „Die drei, die gesperrt sind, müssen den anderen helfen, das Niveau hochzuhalten. Sie dürfen sich nicht rausnehmen und denken: Jetzt kann ich mal ein bisschen was für mich machen. Da werde ich alles daransetzten“, verspricht Neuhaus.

Parensen darf pausieren

Ihm wird es daher sehr gelegen kommen, dass nach der Absage des Testspiels gegen RB Leipzig in Hessen Kassel nun doch noch ein Gegner gefunden wurde. Morgen um 18 Uhr geht es nun also gegen den ambitionierten Viertligisten, der kurz vor dem Aufstieg in die Dritte Liga steht. Nun kann Neuhaus ob der Situation mit drei gesperrten Spielern zwei Wege beschreiten: Entweder er versucht, das Spiel in Oberhausen zu ignorieren und die dort gesperrten Spieler morgen trotzdem einzusetzen, um generelle Eindrücke zu sammeln. Oder aber er setzt Mattuschka, Mosquera und Kohlmann auf die Bank und testet deren Vertreter. „Ich habe mich noch nicht entschieden“; sagt Neuhaus.

Wahrscheinlich ist, dass zumindest Kohlmann spielen wird. „Bei ihm würde es Sinn machen, ihn spielen zu lassen, weil er sonst wieder so eine lange Pause hat“, sagt Neuhaus. Die Partie gegen Bielefeld war seine erste nach drei versäumten Spielen, nimmt man seine Sperre jetzt hinzu, würde er sonst nur ein Spiel in sieben Wochen bestreiten.

Hinzu kommt, dass Michael Parensen, der Kohlmann als Linksverteidiger vertreten wird, nach Verletzungen und kleineren Blessuren eine Pause gut vertragen kann. Und im Sturm ist die Vertretung für Mosquera laut Uwe Neuhaus auch schon gesetzt: Karim Benyamina soll von Anfang an dabei sein. „Karim muss spielen, das will er auch. Da kann er jeden von sich überzeugen.“ Mit Blick auf seine Situation – der Vertrag läuft aus, Union zögert mit der Verlängerung – hat er das auch bitter nötig.