Rote Karte

Union-Kapitän Mattuschka für ein Spiel gesperrt

Neun Mann erkämpften gegen Schlusslicht Bielefeld immerhin noch einen Punkt, doch im nächsten Abstiegsduell bei Rot-Weiß Oberhausen fehlen Union Berlin mindestens fünf Stammspieler. Kapitän Mattuschka kam mit einer Sperre von einem Spiel davon.

Foto: picture alliance / ZB / picture alliance / ZB/dpa-Zentralbild

Am Montag hatten die Zweitliga-Profis des 1. FC Union Berlin frei. Und das war nach dem aufregenden 2:2-Unentschieden gegen Arminia Bielefeld auch gut so. „Es war eines der emotionalsten Spiele, die ich bei Union erlebt habe“, gestand Uwe Neuhaus. Und dabei gehörte der Union-Trainer noch zu jenen Mitwirkenden, die ihre Nerven noch relativ gut im Griff hatten.

Die größten Aufreger gab es bereits nach knapp einer halben Stunde nach der Roten Karte für Kapitän Torsten Mattuschka und Gelb-Rot für John Jairo Mosquera im zweiten Abschnitt. Schiedsrichter Sascha Thielert aus Hamburg hatte in der hektischen Atmosphäre größte Mühe, halbwegs den Überblick zu behalten. Doch nach dem Platzverweis für den Publikumsliebling Mattuschka war das kaum noch möglich. „Das war nur eine Berührung. Man muss schon sehr viel Fantasie haben, dafür Rot zu zeigen“, wetterte Neuhaus.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sperrte den Union-Kapitän am Montag für ein Spiel. Damit fehlt der Kapitän seinem Club beim Keller-Duell gegen den Vorletzten Rot-Weiß Oberhausen am 3. April. „Der Ausfall von Torsten ist sportlich ein schwerer Verlust für uns, aber wir müssen die Strafe akzeptieren“, sagte Teammanager Christian Beeck in einer ersten Reaktion. „Ich weiß, wie die beim DFB denken. Es wird eine Sperre nach sich ziehen, die nicht nachzuvollziehen ist. Dafür hätte es einen klaren Freispruch geben müssen“, hatte Neuhaus die DFB-Entscheidung schon vorher geahnt.

Der „Übeltäter“ selbst schilderte die Situation so. „Der Bielefelder Co-Trainer Abder Ramdane hat Dominic Peitz den Ball an den Rücken geworfen. Darauf renne ich zu ihm hin und schubse ihn ein bisschen mit beiden Händen. Dann ist der Co-Trainer mir an die Kehle gegangen und es kam zu einer Rudelbildung“, sagte Mattuschka. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich dafür die Rote Karte bekomme. Der Schiri meinte, ich hätte gewürgt. Der Assistent sagte, ich hätte den Co-Trainer mehrfach geschubst. Was ja auch nicht stimmte. Ich habe einmal geschubst, mehr war nicht. Wenn das Rot ist, müsste man in jedem Spiel 10 bis 15 Rote Karten verteilen.“

In Oberhausen werden neben Mattuschka auch Mosquera und Patrick Kohlmann (5. Verwarnung) fehlen. „Nach den beiden Platzverweisen hat man gesehen, welches Potenzial die Mannschaft hat. Jetzt müssen wir drei Spieler ersetzen“, sagte Neuhaus. Zudem fallen Christian Stuff und Santi Kolk wegen Verletzungen langfristig aus. „Andere Akteure müssen nun beweisen, dass sie es können. Jetzt fahren wir nach Oberhausen und wollen dort gewinnen.