1. FC Union

Mattuschka kritisiert Schiedsrichter Thielert

Bereits in der 26. Minute sah Unions Kapitän Torsten Mattuschka gegen Bielefeld die Rote Karte. Aus dem Spielertunnel heraus verfolgte er danach das Spiel in der Alten Försterei. Nach Abpfiff erklärte er Morgenpost Online, wie es dazu kam.

Morgenpost Online: Herr Mattuschka, kann man nach dem Spiel zu einem Punkt gratulieren? Oder überwiegt der Ärger?

Torsten Mattuschka: Vom Spielverlauf her kann ich meiner Mannschaft nur ein Kompliment machen, dass sie das Spiel nach meiner Roten Karte angenommen hat. Sie war kämpferisch und läuferisch sehr stark. Sie hat in der zweiten Halbzeit das Spiel bestimmt. Obwohl wir einen Mann weniger haben, machen wir den Ausgleich. Wir wollten drei Punkte, jetzt müssen wir mit einem Punkt zufrieden sin. Sicher auch wegen meiner Roten Karte.

Morgenpost Online: Was ist aus ihrer Sicht passiert?

Torsten Mattuschka: Bielefelds Co-Trainer wirft Dominic Peitz den Ball an den Rücken, dann renne ich zu ihm hin. Ich schubse ihn ein bisschen an die Brust, daraufhin haut er mir beide Hände an die Kehle. Dann gab es eine Rudelbildung. Ich habe nie gedacht, dass ich was kriege dafür, aber Schiri Sascha Thielert zeigt mir Rot. Ich habe ihn gefragt, was ich gemacht haben soll, und er meinte: Ich hätte den Co-Trainer gewürgt. Daraufhin sagt der Linienrichter: Nein, ich hätte ihn nicht gewürgt, sondern mehrfach geschubst. Was ja auch nicht stimmte. Wenn man für das eine Schubsen jedes Mal eine Rote Karte gibt, müsste es Karten hageln in der Liga.

Morgenpost Online: Es war eine Schlüsselszene.

Torsten Mattuschka: Ja, das kann man so sagen. Aber die Truppe ist gut zurückgekommen, und wir haben den Punkt behalten. Viel schlimmer ist, dass wir jetzt drei gesperrte Spieler haben. Schade, dass von außen so viel Einfluss auf das Spiel genommen wird. Der Linienrichter kann doch nicht einfach dem Schiri etwas sagen, wenn er es gar nicht richtig gesehen hat.

Morgenpost Online: Warum hat sich Ihr Team auf die vielen Provokationen eingelassen?

Torsten Mattuschka: Es ging ja auch um viel, wir lagen zurück. Ist doch klar, dass Emotionen im Spiel sind. Es war nur ein kleiner Schubser, ich würde ja alles zugeben. Im Fernsehen sieht man es doch sowieso, warum sollte ich irgendeinen Quatsch erzählen? Bei Mosquera ist es doch die gleiche Sache. Der Schiedsrichter sieht nichts, geht schon weg. Dann hebt der Linienrichter die Fahne und sagt irgendetwas, schon gibt es wieder Gelb-Rot. Wir hatten doch die gleich Situation in der ersten Hälfte, als Kohlmann weggecheckt wird. Da gab es nicht mal Gelb!

Morgenpost Online: Haben Sie schon mit der Mannschaft gesprochen?

Torsten Mattuschka: Ja, ich habe ihr ein Riesenkompliment gemacht, weil wir trotz einem Mann weniger besser waren. Ich würde ja auch sagen: Es tut mir leid, ich bleibe nächstes Mal weg. Aber ich habe nun mal auch die Binde. Die Situation war niemals Rot. Jetzt muss ich abwarten, was daraus wird