Zweite Bundesliga

Union-Trainer Neuhaus bangt um Brunnemann

Mittelfeldspieler Björn Brunnemann muss mit Adduktorenproblemen aussetzen, sein Einsatz am Sonntag in Aue ist fraglich. Dabei präsentieren sich die Köpenicker mit dem Fehlen von Christoph Menz auf der rechten Seite und Patrick Kohlmann auf links ohnehin ein wenig flügellahm.

Foto: picture-alliance / City-Press Gm / picture-alliance / City-Press

Die Zeit bis zum nächsten Spiel ist lang. Satte neun Tage liegen zwischen der Niederlage des 1. FC Union gegen 1860 München und dem kommenden Auftritt in der Zweiten Liga bei Erzgebirge Aue am Sonntag (13.30 Uhr, Sky live). Zeit genug, um sich ausgiebig auf das Ost-Duell vorzubereiten, um Kraft zu tanken für die Partie beim Überraschungsaufsteiger. Und so nutze Trainer Uwe Neuhaus am Dienstag die Einheiten im Stadion an der Alten Försterei für ein ausgiebiges Konditionstraining. Immer wieder ließ er seine Spieler über den halben Platz sprinten, im Mittelkreis mühten sie sich anschließend mit kleinen Medizinbällen ab. Immerhin: Am Mittwoch hat Neuhaus seiner Mannschaft freigegeben, um sich von der harten Belastung zu erholen.

Einem Spieler allerdings, auf dessen Rückkehr viele gehofft hatten, wird auch dieser zusätzliche Tag Ruhe nichts bringen: Rechtsverteidiger Christoph Menz. Der 22-Jährige fehlte auch am Dienstag wieder, Neuhaus hat seinen Einsatz am Sonntag abgehakt: „Das wird wohl leider nichts“, sagte er. Menz hatte schon in Duisburg und gegen die Löwen wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel pausieren müssen. Bitter, denn das Flügelspiel war bislang einer der Schlüssel, mit dem Neuhaus Mannschaft im Abstiegskampf punkten konnte. Doch mit dem Fehlen von Menz auf der rechten Seite und Patrick Kohlmann auf links präsentierten sich die Köpenicker Kicker ein wenig flügellahm.

Verschenkte Offensivkräfte

Ersetzt wurden Kohlmann, dessen Knie am Freitag erneut untersucht wird, und Menz zuletzt durch Michael Parensen und Paul Thomik. Und genau hier beginnt die Problematik. Nicht, dass das „neue“ Duo auf den Außenpositionen der Vierer-Abwehrkette seine Sache schlecht gemacht hätte. Doch beide sind eher im Mittelfeld angesiedelt und folglich mit mehr Offensivdrang ausgestattet. Das birgt zweierlei Risiko in sich.

Zum einen wird bei zu großem Drang in die gegnerische Hälfte der Platz im Mittelfeld eng. Erst recht, wenn der Gegner ohnehin schon bemüht ist, die Räume eng zu halten. Zum anderen bieten angriffslustige Außenverteidiger dem Kontrahenten Platz zum Kontern. So wie es den Unionern auch gegen 1860 widerfahren ist. „Wenn man sich nach vorn einschaltet, der Ball aber nicht ankommt, dann kommt man in Schwierigkeiten“, blieb auch Trainer Uwe Neuhaus die eine oder andere taktische Unzulänglichkeit seiner Mannschaft nicht verborgen. So hätten die Seinen viel zu oft den schwierigen Pass gesucht und den Gegner dadurch in Kontersituationen gebracht, weil nicht konsequent genug nach hinten gearbeitet worden ist. Ganz zu schweigen davon, dass den Innenverteidigern bei Ballgewinn keine vernünftigen Anspielstationen zur Verfügung stehen. Diese Situation verschärft sich noch insofern, als dass seit Montag auch Mittelfeldspieler Björn Brunnemann mit Adduktorenproblemen aussetzen muss, sein Einsatz in Aue ist fraglich. Am Dienstag meinte Neuhaus, er habe sich noch keine Gedanken über einen möglichen Ersatz gemacht. „Vielleicht mache ich auch wieder etwas, mit dem ich die meisten überrasche“, sagte er mit einem verschmitzten Lachen.

Die Probleme im Spielaufbau jedenfalls werden nicht weniger, zumal Brunnemann gegen 1860 eine ganz starke erste Hälfte glückte. Danach aber zeigte sich das ganze Manko: Statt einen überlegten Aufbau mittels Passspiel einzuleiten, musste der Ball hoch und weit nach vorn geschlagen werden. Und wenn sich die Köpenicker dann auch noch durch eigene Rückpässe zu Torwart Marcel Höttecke selbst in Bedrängnis bringen, dann gerät Neuhaus in Rage. Wie gegen 1860 München geschehen. Im Mittelpunkt: Paul Thomik, „der ihm den Ball viel zu fest und dann auch noch auf den linken Fuß zugespielt hat. Da verstehe ich die Welt nicht mehr“, sagte der Trainer. Mindestens noch ein Spiel wird er mit dieser Situation leben müssen. Dann könnte Menz zurückkehren – und Thomik wieder für mehr Druck nach vorne sorgen.