Zweite Liga

Union will gesund gegen Duisburger Riesen siegen

In der anstehenden Partie beim MSV Duisburg spekuliert der 1. FC Union auf einen Auswärtspunkt. Entscheidend könnten dabei die Verteidigung gegen die kopfballstarken Stürmer und die nötige Kombinationssicherheit sein. Und für die Fitness sorgt ein neuer Sponsor.

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Esst mehr Obst! In den Tagen von Grippewelle und Fieber-Infekten sicherlich kein allzu schlechter Rat. Das dachte man sich offenbar auch beim 1. FC Union und präsentierte flugs vor dem Spiel am Sonnabend beim MSV Duisburg (13 Uhr) einen neuen Sponsor. Ab sofort beliefert obst.de die Zweitliga-Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus sowie die Nachwuchsteams des Köpenicker Klubs mit frischem – Obst. Das Engagement des Unternehmens aus Halle an der Saale gilt auch für die kommenden beiden Spielzeiten.

Ob die Unioner, wie vom Trainer gefordert, nun auch endlich von der ersten Minute an mit der erforderlichen Frische in die Partie gehen, muss sich erst noch zeigen. In jedem Fall wäre sie ein Schlüssel dafür, dass die Köpenicker nach dem Erfolg im Derby gegen Hertha BSC nun auch von einem „richtigen“ Auswärtsspiel endlich wieder einmal etwas Zählbares mitbringen. Es gilt, unnötige Standardsituationen am eigenen Strafraum zu vermeiden, und zwar von der ersten Minute an. Die Lufthoheit spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle. „Duisburg besitzt dank Goran Sukalo und Stefan Maierhofer eine enorme Kopfballstärke“, warnt Neuhaus die Seinen. Mittelfeldspieler Sukalo misst 1,93 Meter, Angreifer Maierhofer gar 2,02 Meter. Insofern kann man es schon als Glücksfall auslegen, dass in Unions Innenverteidigung Ahmed Madouni mit seinen 1,92 Metern nach einem Vierteljahr Pause endlich wieder fit ist, um neben Christian Stuff (1,99 Meter) seinen Dienst zu tun. Und gelingt es dann noch Torwart Marcel Höttecke, mit seinen 1,99 Metern Körperlänge zusätzlich die eine oder andere Flanke des Aufstiegsaspiranten zu pflücken, dürften die Chancen der Berliner auf einen Überraschungspunkt nicht so gering sein.

Einen weiteren Schlüssel zum Erfolg sieht der Coach im Pass- und Kombinationsspiel seiner Mannschaft. Dass dieses vor allem im letzten Heimspiel gegen den VfL Osnabrück nur bedingt erfolgreich gewesen ist, lag nicht zuletzt an den miserablen Platzverhältnissen im Stadion an der Alten Försterei. Auch hier verspricht der Auftritt in Duisburg Besserung. Denn während der Platz in Köpenick – wenn überhaupt – gerade noch einem Acker ähnelt, auf dem man sogleich mit der Anpflanzung beginnen möchte, erwartet die Unioner beim MSV ein Rasen in sattem Grün. Christian Beeck, Unions Teammanager, kommt bei solch guten Verhältnissen fast schon ins Schwärmen. „Da können wir unsere Fähigkeiten besser umsetzen, als das bei uns der Fall ist.“

Heimstarker Pokalhalbfinalist

Der Coach spricht sogar von einem „Wohlfühlfaktor, so dass nicht jeder Ball bei der Annahme gleich verspringt“. Sollte dies zu oft passieren, wird den Köpenickern schnell klar werden, dass sie beim Versuch, einen oder sogar drei Punkte aus dem Ruhrpott zu entführen, mit Zitronen gehandelt haben. Denn bei allem Selbstvertrauen, dass man durch den Derbysieg und die großartige Moral beim 3:3 gegen Osnabrück gesammelt hat: Gegen Duisburg, den Halbfinalisten im DFB-Pokal, gehen die Unioner als Außenseiter ins Rennen. Acht ihrer elf Siege haben die Duisburger vor heimischem Publikum geholt. „Die Art und Weise, wie der MSV seine Heimspiele bestreitet, ist schon beeindruckend. Sie haben ein gutes Gleichgewicht in der Mannschaft und verstehen es, den Gegner unter Druck zu setzen und sich im nächsten Moment tief fallen zu lassen“, erklärte Neuhaus.

Die Berliner sind folglich aufgefordert, diesen oft zu erwartenden Rhythmuswechsel der Gastgeber zu unterbinden. Natürlich ohne dabei ihr eigenes Spiel zu vernachlässigen. Leichtfertige Ballverluste sollten dabei unbedingt vermieden werden. Sonst können sich die Unioner auf eine Vielzahl gefährlicher Konter gefasst machen.

Hinspiel als Mutmacher

Was bleibt, ist der Optimismus, mit dem sich die Köpenicker seit Monaten auf Auswärtstour begeben. „Wir können überall etwas mitnehmen, das hat die Partie bei Hertha BSC gezeigt“, sagt etwa Abwehrmann Stuff. Und Beeck ergänzt: „Im letzten Auswärtsspiel gegen einen Aufstiegsaspiranten haben wir auch sehr gut ausgesehen, was das Ergebnis betrifft.“

Wem das noch nicht reicht, der nimmt einfach das Ergebnis aus dem Hinspiel. Mit 2:0 hatte Union Ende September gewonnen und damit zugleich den ersten Saisonsieg überhaupt eingefahren. Die Zeichen, dass auch das Rückspiel zu einem der wenigen Highlights im sonst oftmals grauen Zweitliga-Alltag des 1. FC Union werden kann, stehen jedenfalls nicht schlecht.