Siegeskurs

Union holt sich gegen Teplice Selbstvertrauen

Das 4:0 des 1. FC Union im Testspiel gegen Teplice macht Mut für die Rückrunde. Der Gewinner der Partie war der A -Junioren-Keeper Kilian Pruschke.

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Es war immer wieder ein Wort, das die Spieler des 1. FC Union nach dem Sieg im Testspiel gegen FK Teplice nannten. Ein Begriff, der im Abstiegskampf der Zweiten Liga ein wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Trumpf sein wird: Selbstvertrauen. Das bekam durch das 4:0 (2:0) gegen den derzeit Sechsten der tschechischen ersten Liga durchaus einen gehörigen Schub, keine Frage. Dennoch wäre es fatal, sich von diesem Ergebnis im Hinblick auf den Rückrundenstart am Freitag gegen Alemannia Aachen (18 Uhr, Alte Försterei, live bei Sky) blenden zu lassen.

So war es dann auch der Trainer, der sogleich relativierte. „Das Ergebnis ist sicher zufriedenstellend. Doch ich hätte mir schon mehr Gegenwehr gewünscht“, sagte Uwe Neuhaus. Die Tschechen, die nicht mit ihrer besten Formation angetreten waren, lieferten über weite Strecken nicht das ab, was man von einem Erstligisten erwarten darf. Was die Leistung der Berliner jedoch nicht schmälern soll. Vor allem eines wurde Sonntagnachmittag vor 1021 Zuschauern in der Alten Försterei ganz deutlich: Die Fitness stimmt bei den Unionern.

Vertrag mit Haker nicht verlängert

Zwei Fragen galt es am Sonntag zu klären. Eine davon war, für welchen Torwart sich der Trainer entscheiden würde: Stammplatzanwärter Jan Glinker, oder Christoph Haker, Torwart Nummer drei. Neuhaus löste den Fall auf die ihm eigene Art – und stellte Kilian Pruschke, den A-Junioren-Keeper, ins Tor. „Es war eine gute Gelegenheit, ihn zu bringen, zumal wir den Vertrag mit Haker nicht verlängern werden“, sagte der Coach. Der 18-jährige Pruschke hinterließ einen ansprechenden Eindruck, erntete für zwei gute Paraden sogar den Applaus der Fans. Gegen Aachen setzt Neuhaus jedoch auf die Rückkehr Glinkers, der die Partie gegen Teplice – ebenso wie Kontrahent Marcel Höttecke – von der Tribüne aus verfolgte. Ein Einsatz gestern sei „noch zu riskant“ gewesen, so Glinker, der vergangene Woche noch mit einer Grippe im Bett lag.

Die andere entscheidende Frage war: Wie weit sind die Rekonvaleszenten? Torsten Mattuschka und Michael Parensen standen von Beginn an im Team, Santi Kolk kam erst nach einer Stunde. „Es tat gut, endlich mal wieder auf dem Platz zu stehen“, sagte Parensen. Seit Ende September hatte der linke Mittelfeldspieler wegen seiner Knieverletzung pausieren müssen. Gestern nun sah es so aus, als sei er nie weg gewesen. Die Abstimmung mit seinem Hintermann Patrick Kohlmann, der Blick für einen guten Pass – Parensen brachte gleich die „Wachheit mit, die man braucht. Ich bin froh, dass er wieder da ist“, sagte Neuhaus.

Parensen eröffnet Torreigen

Dass Unions Nummer 29 mit einem herrlichen 23-Meter-Schuss in der 14. Minute selbst den Torreigen eröffnete, den John Jairo Mosquera (35.), Halil Savran (48.) und Kapitän Mattuschka per Foulelfmeter (51.) vollendeten, sorgte für zusätzliches Hochgefühl. „Die 60 Minuten waren okay“, sagte Parensen, dem sein Knie keine Probleme mehr bereitet: „Ich hatte eine Aktion, in die ich mit einem langen Bein gegangen bin. Spätestens da war mir klar, dass das Knie hält.“

Auch Matuschka war froh, „dass ich die 60 Minuten durchgehalten habe.“ Allein die Präsenz des 30-Jährigen sorgte für mehr Struktur im Spiel der Köpenicker. Folglich war es auch an ihm, das Positive herauszustellen. „Vier Tore in einem Spiel sind uns zuletzt ja nicht oft gelungen. Wobei ich mir von Teplice schon mehr erwartet hatte.“ Später sprach Mattuschka von einem guten Ansatz im Hinblick auf das Aachen-Spiel. Einer, der Selbstvertrauen gibt für die kommenden Aufgaben. Dass diese nicht so leicht zu lösen sein werden wie die gestern gegen den FK Teplice, war jedoch auch ihm klar.