Zweite Liga

Unions Aufstiegshelden wollen in die Startelf

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Marcel Stein

Foto: REUTERS

Kohlmann – Stuff – Göhlert – Menz: Im Auswärtsspiel am Sonntag bei 1860 München könnte die Viererkette der Berliner komplett aus Spieler bestehen, die 2009 den Zweitligaaufstieg schafften.

Wirklich entscheidend ist das Wetter nun nicht beim Fußball, aber irgendwie interessiert man sich ja doch dafür, was einen so erwartet. Im Fall des 1. FC Union soll es Sonnenschein sein, warme Temperaturen. „20 bis 23 Grad sind vorhergesagt“, weiß Trainer Uwe Neuhaus. Tolles Wetter also in München, wo die Berliner Fußballspieler am Sonntag zum Zweitligaduell bei 1860 antreten ( ab 13:30 Uhr live bei Morgenpost Online ). Dazu läuft das Oktoberfest. „Es ist alles angerichtet“, sagt Neuhaus, „wir können uns als höflicher Gast erweisen oder als Spielverderber.“

Die erste Variante hat Union in der Zweiten Liga viel öfter gewählt, als gut ist. Weshalb man sich fragt, ob die Berliner die Rolle als Spielverderber in fremden Stadien nach 15 Partien ohne Sieg überhaupt noch drauf haben. Das 2:0 gegen den MSV Duisburg vergangene Woche, der erste Erfolg in dieser Saison, hat immerhin gezeigt, dass Union durchaus das Potenzial dazu hat.

Um aus dem Potenzial auch Punkte zu machen, wird es für Union darauf ankommen, die Ausfälle zu kompensieren. Worüber sich der Trainer keine Sorgen macht. „Auf den fraglichen Positionen haben wir reichlich Alternativen, bei denen ich mir sicher bin, dass sie die Aufgaben in dem Maße erfüllen, wie ich mir das vorstelle“, sagt Neuhaus.

Ersetzen muss er auf jeden Fall Michael Parensen (Innenbandanriss) und Santi Kolk (Gelb-Rot). Wie es bei Ahmed Madouni aussieht, wird sich erst nach dem Abschlusstraining zeigen. Eigentlich galt der Franzose mit seiner verrenkten Schulter schon als Ausfall für München. „Aber es gibt noch einen Funken Resthoffnung“, sagt Neuhaus. Er würde sich wohl am liebsten treu bleiben. Bisher stand Madouni immer in der Startelf. Sollte er es diesmal nicht schaffen, könnte es bei den Köpenickern zurück in die Zukunft gehen.

Läuft die Abwehr so auf, wie sie gegen Duisburg aufgehört hat, würde Union in München mit einer Aufstiegsdefensive antreten. In der Dritten Liga waren die Innenverteidiger Christian Stuff und Daniel Göhlert ebenso Stammspieler wie Linksverteidiger Patrick Kohlmann. Der zuletzt rechts eingesetzte Christoph Menz war Ersatz.

Als unumstritten hervorgetan hat sich von dieser Viererkette in dieser Saison bislang nur Kohlmann. Er stand in jeder Partie von Beginn an auf dem Platz. Menz durfte ab dem vierten Spiel für den verletzten Jerome Polenz ran, Göhlert wurde nach einigen Fehlern zweimal nicht berücksichtigt in der Startelf, und Christian Stuff erlebte seine Saisonpremiere gar erst gegen Duisburg.

Gemeinsam schafften sie nach Göhlerts Einwechslung für Madouni in der 42. Minute, was Union in dieser Saison noch nicht gelungen war: zu null zu spielen. „Es waren schon Zweifel aufgekommen, ob wir das noch können“, sagt Stuff. Sich wieder in die Mannschaft einzufinden, fand er nicht weiter schwierig. „Es lief ja insgesamt gut für uns“, so Stuff. Dass ausgerechnet sein erstes Spiel und der erste Sieg für Union zusammenfallen, machte alles noch etwas angenehmer für ihn.

Die Erkenntnis, dass Union auch ohne Gegentor bleiben kann, sollte der Mannschaft „Sicherheit und Selbstvertrauen geben“, sagt Stuff. Ob sie dazu führt, dass wieder die Aufsteiger hinten arbeiten dürfen, ist nicht sicher. Gegen einen weiteren Versuch hätte Stuff nichts. „Es ist von Vorteil, wenn man schon eine gewisse Zeit zusammengespielt hat“, sagt der Innenverteidiger.

In einzelnen Situationen vor allem. Für ein ganzes Spiel oder eine ganze Mannschaft müsse es aber entscheidend sein. Wichtiger wäre, dass jeder, der auf dem Platz steht, an die Leistung gegen Duisburg anknüpft. Dann könnte der 1. FC Union auch auswärts wieder ein Spielverderber werden.